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Mitglied der US-Notenbank warnt vor Exzessen an den Märkten

Florian Hainzl, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.
Bär im Anzug steht vor sinkendem Kurs Börsencrash Crash an der Börse

Die Notenbank hat in ihrer Sitzung am Mittwoch beschlossen, dass die monatlichen Wertpapierkäufe in Höhe von 120 Mrd. US-Dollar beibehalten werden. Laut dem FED-Chef Jerome Powell ist die amerikanische Wirtschaft noch weit von den beiden Zielen der Vollbeschäftigung und der Preisstabilität entfernt. Wenn es nach dem Präsidenten der Federal Reserve Bank (FED) von Dallas geht, sollten die Anleihenkäufe der US-Notenbank so früh wie möglich reduziert werden.

Robert Kaplan ist eher dem Lager der Falken zuzuordnen, die für eine strengere Geldpolitik stehen. Laut ihnen lautet das oberste Ziel der Notenbank, die Inflation im Schach zu halten. Er sieht die Verbesserung der wirtschaftlichen Lage früher eintreten als der Konsens der restlichen Währungshüter. Kaplan sagte: „Wir sind jetzt an einem Punkt, an dem ich Exzesse und Ungleichgewichte an den Finanzmärkten beobachte.“ Dabei verwies er auf hohe Börsenkurse, zu geringe Risikoaufschläge für Kredite sowie einen aus seiner Sicht historisch robusten Immobilienmarkt.

Anlageklassen im Exzess-Check

Die Zeiten, in denen man mit Anleihen von Emittenten mit geringem Ausfallrisiko eine nahezu risikofreie Rendite erzielen konnte, scheinen bis auf Weiteres vorbei zu sein. Um dem deutschen Staat für zehn Jahre Geld leihen zu dürfen, muss man weiterhin bezahlen. Auf der Suche nach mehr Rendite weichen viele Anleihe-Investoren auf Papiere von Schuldnern mit schlechterer Bonität aus. Für eine zehnjährige Staatsanleihe Italiens gibt es aktuell auch nur 0,87 % Rendite. Das steht in meinen Augen in keinem Verhältnis zum größeren Risiko durch die hohe Staatsverschuldung des Landes.

Am Immobilienmarkt sind tatsächlich auch in Deutschland ähnliche Übertreibungen zu beobachten. Viele Immobilienkäufer lassen inzwischen jegliche Vernunft vermissen und zahlen astronomische Preise. Bei der Bewertung von Immobilien gibt es allerdings eine Faustformel, die äußerst gut funktioniert. Das Verhältnis des Kaufpreises zur erzielbaren Miete sollte nicht höher als 25 sein. Zumindest im Voralpenland, aber auch in Großstädten, eine Relation die nur noch selten eingehalten wird. Die Spekulationen, dass es immer so weitergeht und die Immobilien sicher im Wert steigen, halte ich persönlich für verfehlt.

Bleiben nur noch Aktien

Für mich führt derzeit kein Weg an Aktien vorbei. Zwar sind auch hier in meinen Augen viele Unternehmen gnadenlos überbewertet. Beispiele hierfür sind Plug Power (WKN: A1JA81) oder Tesla (WKN: A1CX3T), die mit kreativer Buchhaltung und kaum zu haltenden Erwartungen von den Anlegern bewertet werden. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Unternehmen und Branchen, in die ich auch noch heute investiere.

Die großen US-Technologiewerte und Halbleiterhersteller haben mit ihren jüngsten Quartalszahlen belegt, dass wir uns erst am Beginn der Digitalisierung befinden. Daneben sind auch noch viele Firmen aus defensiven Sektoren wie Konsumgütern und Gesundheit relativ betrachtet noch nicht zu teuer. Daher muss man zwar selektiver vorgehen und vielleicht etwas Cash für Nachkäufe zur Seite legen, aber Aktien gehören in jedes Portfolio.

Der Artikel Mitglied der US-Notenbank warnt vor Exzessen an den Märkten ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Florian Hainzl besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Netflix.

Motley Fool Deutschland 2021