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Mitarbeiter werfen Kanye West vor, in Meetings Pornos gezeigt zu haben — Partner Adidas gerät unter Druck

Nach antisemitschen Äußerungen Kanyes beendete Adidas das lukratives Geschäft mit dem Rapper. - Copyright: Photo by Jonathan Leibson/Getty Images for ADIDAS
Nach antisemitschen Äußerungen Kanyes beendete Adidas das lukratives Geschäft mit dem Rapper. - Copyright: Photo by Jonathan Leibson/Getty Images for ADIDAS

Nach wiederholten antisemitischen Entgleisungen beendete Adidas im vergangenen Oktober die Zusammenarbeit mit dem kontroversen US-amerikanischen Rapper Kanye West. Der deutsche Sportartikelkonzern hatte für Kanye West seine Sneaker-Marke Yeezy hergestellt und damit lukrative Geschäfte gemacht. Nun beklagen ehemalige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus dem Yeezy-Team das Verhalten Wests und erheben Vorwürfe gegen Adidas. Die Manager hätten von Wests Verhalten gewusst und es toleriert. Sie sollen "ihren moralischen Kompass ausgeschaltet" haben, heißt es in dem Brief, der der Musikzeitschrift "Rolling Stone" vorliegt.

Der US-amerikanische Rapper und Multimillionär soll laut dem Brief Managern und Mitarbeitern privat und in Meetings pornografische Inhalte gezeigt haben – auch von sich selber. Er habe sogar intime Fotos von seiner damaligen Frau Kim Kardashian gezeigt. Ein ehemaliger Yeezy-Manager behauptet im Bericht des Rolling Stone, der Vizepräsident von Adidas habe ihn gewarnt, Kanye werde ihm pornografische Inhalte zeigen, um ihn zu überrumpeln. Weitere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen beklagen eine übersexualisierte, respektlose Atmosphäre, in der West sie terrorisiert und ihre Grenzen nicht respektiert habe. "Auch der Vorstand habe Kanye befähigt", so der Brief.

Investoren üben inzwischen Druck auf das deutsche Unternehmen aus, um aufzuklären, in welchem Ausmaß die neuen Vorwürfe der Wahrheit entsprechen. Manager der Investmentgesellschaft Union Investment fordern Adidas auf, offenzulegen, "wann Vorstand und Aufsichtsrat erstmals über die internen Vorwürfe informiert wurden". Um den Anschuldigungen nachzugehen, kündigte Adidas eine unabhängige Untersuchung an.

aa