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Auch Minister Spahn kritisiert Berliner Bezirk

·Lesedauer: 1 Min.

BERLIN (dpa-AFX) - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Weigerung des Berliner Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg kritisiert, in der Pandemie Hilfe von der Bundeswehr anzunehmen. In den Gesundheitsämtern kämen bei steigenden Infektionszahlen die Beschäftigten irgendwann an ihre Belastungsgrenzen. "Deswegen unterstützen wir auch seitens des Bundes zum Beispiel mit Bundeswehrsoldaten, zum Beispiel vonseiten des Robert Koch-Instituts", sagte Spahn in der ARD-Sendung "Extra" zur Corona-Lage am Mittwochabend. "Übrigens wundert es da schon, wenn hier in Berlin-Friedrichshain dann ein Gesundheitsamt aus ideologischen Gründen mitten in der Pandemie keine Hilfe von der Bundeswehr will."

In elf Berliner Bezirken kommen bereits Soldaten zum Einsatz, die bei der oft telefonischen Nachverfolgung der Kontakte von Infizierten oder in Teams für Tests eingesetzt werden. Zu den bisher 60 Soldatinnen und Soldaten sollen noch einmal 180 dazukommen.

Nur der linksalternative Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg geht einen anderen Weg. Eine Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung lehne die Bundeswehrhilfe ab, sagte eine Sprecherin des Bezirksamts am Donnerstag. Da die Bundeswehrsoldaten zudem nur wenige Wochen vor Ort seien, wolle der Bezirk lieber neue Mitarbeiter befristet für ein ganzes Jahr einstellen. Inzwischen arbeiteten bereits 71 Beschäftigte in der sogenannten Kontaktnachverfolgung. 72 seien vorgegeben.

In dem Bezirk mit rund 290 400 Einwohnern gibt es bisher 1395 bestätigte Corona-Infektionen. Die Zahl der Infektionen pro 100 000 Einwohner an den vergangenen sieben Tagen liegt knapp unter dem kritischen Wert 50.

Zuvor hatte bereits Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) das Vorgehen kritisiert. "Mir fehlt jedes Verständnis, dass Rot-Rot-Grün es eher riskiert, dass es rasant steigende Infektionen gibt, dass Infektionsketten nicht nachverfolgt oder nicht eingedämmt werden können, als sich von der Bundeswehr helfen zu lassen", sagte sie.