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Mindestens 30 Todesopfer bei Anschlag vor Mädchenschule in Kabul

·Lesedauer: 2 Min.

Bei einem Sprengstoffanschlag vor einer Mädchenschule in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens 30 Menschen getötet worden. Mindestens 52 weitere Menschen wurden nach Angaben des Innenministeriums bei der Explosion am Samstag verletzt. Unter den Opfern waren demnach auch Schülerinnen. Die Regierung machte die radikalislamischen Taliban für die Tat verantwortlich.

Der Anschlag wurde in einem mehrheitlich von Schiiten bewohnten Stadtteil verübt, während die Bewohner ihre Einkünfte für das Eid-al-Fitr-Fest zum Ende des Ramadans in der kommenden Woche erledigten. Der Stadtteil Dascht-e-Bartschi war bereits mehrfach Ziel von Anschlägen sunnitischer Extremisten. Vor einem Jahr hatten bewaffnete Angreifer dort ein Krankenhaus gestürmt und 25 Menschen getötet, darunter 16 Frauen auf einer Geburtsstation.

Ein Augenzeuge berichtete, er habe vor der Mädchenschule viele blutüberströmte Körper auf dem Boden liegen sehen. Bei den meisten Opfern handele es sich um Schülerinnen, die gerade das Gebäude verlassen hätten.

Präsident Aschraf Ghani machte die Taliban für den "brutalen und barbarischen" Anschlag verantwortlich. Die Islamisten bestritten eine Beteiligung an der Tat, zu der sich zunächst auch keine andere Gruppe bekannte.

Die EU-Delegation in Kabul bezeichnete den Anschlag als "verachtenswerten Terrorakt". Ein Angriff auf junge Schülerinnen, die zur Entwicklung ihres Landes beitragen wollten, sei zugleich ein Angriff "auf die Zukunft Afghanistans". Die UN-Mission für Afghanistan (Unama) bekundete ihre "tiefe Abscheu" angesichts des Anschlags.

Die USA hatten Anfang des Monats mit dem Abzug ihrer Soldaten aus Afghanistan begonnen. Der neue US-Präsident Joe Biden hat einen Truppenabzug bis zum 11. September angekündigt - dem 20. Jahrestag der Terroranschläge in den USA, die den Einmarsch der US-Armee in Afghanistan zur Folge hatten. Die Friedensbemühungen zwischen der afghanischen Regierung und den radikalislamischen Taliban sind derweil ins Stocken geraten.

bfi/ck