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Nach Millionen-Deal mit drei Löwen: Rollstuhl-Startup Trivida geht doch leer aus

In der Sendung war Carsten Maschmeyer, links im Bild, von den Trivia-Gründern sehr angetan. Und nicht nur er: Auch Nico Rosberg und Dagmar Wöhrl wollten zusammen investieren.  - Copyright: RTL / Bernd-Michael Maurer
In der Sendung war Carsten Maschmeyer, links im Bild, von den Trivia-Gründern sehr angetan. Und nicht nur er: Auch Nico Rosberg und Dagmar Wöhrl wollten zusammen investieren. - Copyright: RTL / Bernd-Michael Maurer

Die besten Ideen sind ja oft jene, bei denen man sagt: „Dass da noch keiner draufgekommen ist.“ Bei Trivida war es Ralf Dümmel, der das gesagt hat. Nämlich als das Gründertrio in der Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“ zu Gast war und ihre Rollstuhlreifen präsentierten, die sich ganz einfach in drei Teile zerlegen lassen.

Das hat für Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer immense Vorteile beim Ein- und Aussteigen ohne fremde Hilfe. Möchten sie nämlich etwa über die Seite vom Rollstuhl aufs Sofa, ins Bett oder auf die Toilette, müssen sie bei bisherigen Modellen immer eine gewisse Höhe, den Reifen, der dort über die Sitzfläche hinausragt, überwinden. Das ist möglich, kostet aber viel Kraft in den Armen und ist auch nicht ganz ungefährlich, leicht können so Unfälle passieren. Bei den Trivida-Reifen lässt sind nun mit zwei Handgriffen das obere Drittel des Reifens entfernen, sodass ohne eine Hürde dazwischen aus dem Rollstuhl auf Sofa oder Toilettensitz gerutscht werden kann.

Alle Löwen finden die Idee großartig

Ausnahmslos alle Löwen waren begeistert, schwärmten von einer „Sternstunde in der Geschichte der Sendung“ und lobten das Gründer-Trio und deren Markenbotschafterin Kristina Vogel in höchsten Tönen. Vogel ist zweifachen Olympiasiegerin und 17-fachen Weltmeisterin im Bahnradfahren. Seit einem Trainingsunfall vor vier Jahren ist die 31-jährige querschnittsgelähmt und auf einen Rollstuhl angewiesen - idealerweise einen, mit dem sie so viel wie möglich alleine hinbekommt.

Weil dieser Wunsch so einleuchtend und die Lösung so logisch erscheinen, beschlossen gleich drei der Juroren gemeinsam in das Unternehmen einzusteigen: Dagmar Wöhrl, Nico Rosberg und Carsten Maschmeyer waren dabei. Statt der geforderten eine Million Euro für zehn Prozent der Firmenanteile handelten die drei Investoren sich 20 Prozent für dieselbe Summe heraus. In einer kurzen Backstage-Besprechung wurden sich die Gründer und Kristina Vogel schnell einig, dass das Netzwerk und die Reichweite der drei Löwen es wert wären und willigten ein.

Doch; „Leider ist der Deal so nicht zustande gekommen“, berichtet Gründerin und Geschäftsführerin Christine Pflaumbaum auf Nachfrage von Gründerszene. Aber: „Das Schöne ist, dass wir von den Löwen trotzdem Unterstützung erhalten haben. Wir konnten wirklich gute neue Kontakte knüpfen, von denen wir in vielerlei Hinsicht schon jetzt profitiert haben.“

Nach Prüfung der Finanzen platzte der Deal

Wie Gründerszene nun aus dem Umfeld des Senders erfuhr, haben sich die Löwen nach der Financial Due Diligence gegen das Invest entschieden. Der von Wolf Dietrich Pflaumbaum, Co-Gründer und Vater der Geschäftsführerin, in der Sendung erwähnte Finanzplan, der vorsah, dass Trivida in den kommenden fünf Jahren und nach der Million bis zur Profitabilität kein weiteres Investment brauchen würde, hielt den Prüfungen nicht stand. Außerdem habe sich im Rahmen der Due Diligence auch gezeigt, dass das Unternehmen bereits einen hohen Anteil Fremdkapital hatte - insofern hätten die Investoren Sorge gehabt, ihre Investition könnte bei der Tilgung des Kredits draufgehen.

Video: Schüler begeistern in Höhle der Löwen