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Wer Millionär werden will, darf kein Putzteufel sein

Ralf Anders, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.
Reicher Mann hält Geldsäcke
Reicher Mann hält Geldsäcke

Man könnte meinen, dass es beim Investieren darauf ankommt, sich besonders anzustrengen. In Wahrheit ist das Gegenteil der Fall. Wer den Putzteufel gibt, gerät früher oder später auf die Verliererstraße. Hier ist, auf was es wirklich ankommt, wenn es mit dem Wohlstand im Ruhestand klappen soll.

Viele Dinge kann man nicht auf Vorrat machen

Manche Menschen widmen sich ständig dem Putzen, als ob sie ihre Lebensputzleistung möglichst schnell hinter sich bringen wollten. Aber so funktioniert es nicht. Wer eine Woche Pause macht, der hat eine dicke Staubschicht, egal wie viel er oder sie zuvor geputzt hat. Noch schlimmer: Wer sich ein Jahr lang fleißig viermal pro Tag um seine Zähne kümmert und im Folgejahr überhaupt nicht, der leistet im Schnitt genauso viel wie derjenige, der durchgehend zweimal pro Tag putzt. Das Ergebnis wird sich jedoch deutlich unterscheiden.

Andere laufen in Coronazeiten mit Schutzvisier, Alkoholspray und Dreifachmaske herum, als ob sie sich dadurch Unverwundbarkeit aufbauen könnten. Oder sie fahren zeitweise besonders konzentriert Auto, als ob sich dadurch die Wahrscheinlichkeit, einen Unfall zu bauen, verringern würde, wenn sie das nächste Mal nebenher whatsappen. Es gilt in solchen Fällen, dass sich Fehlverhalten nicht durch temporäre Übererfüllung kompensieren lässt.

Es ist eine große Ungerechtigkeit im Leben, dass man vieles nicht auf Vorrat machen kann. Es kommt nicht auf die Spitzenleistungen an. Alles blitzblank, eine Zeitlang perfekt auf die Gesundheit achten, sich überaus wachsam im Verkehr zu bewegen oder eine Partnerschaft in den siebten Himmel heben – all diese Anstrengungen können sich von einem Tag auf den anderen in Luft auflösen. Besonders schlimm ist es, wenn es um Vertrauen oder Gesundheit geht.

Was das mit deinem Geld zu tun hat

Beim Sparen und Investieren gilt Ähnliches. Manche geben eine Zeit lang den Sparfuchs, legen eisern alles an, was über den Grundbedarf hinausgeht, und beschäftigen sich intensiv damit, ihre Renditen zu steigern. Zunächst steigt damit natürlich das Vermögen schneller als bei einem Kollegen, der großzügig sein Einkommen unter die Leute bringt und kaum etwas auf die Seite legt.

Aber wer hat die Disziplin und Ausdauer, um das über Jahre hinweg durchzuziehen? Nicht selten schlägt das Verhalten irgendwann um, weil man sich doch mal etwas gönnen möchte. Und schon ist die große Kreuzfahrt gebucht oder der Luxusschlitten bestellt – und der Vermögensvorsprung ist wieder weg.

Doch selbst wer beim Sparen durchhält, könnte beim Investieren plötzlich Fehler machen. Gerade Anleger, die obsessiv wie Putzteufel besonders tief in die Materie einsteigen, glauben oft irgendwann, den anderen Marktteilnehmern weit überlegen zu sein. Dann werden die Risiken erhöht und es funktioniert vielleicht sogar beim ersten und beim zweiten Mal. Doch genau das kann in eine Falle führen, die dich früher oder später zurück auf Los bringt.

Darauf kommt es wirklich an

Die allerwichtigste Regel ist folglich, die Risiken in jedem Moment zu begrenzen – in wirklich jedem Moment. Wie beim Autounfall, in der Partnerschaft, bei der Virusinfektion oder den faulen Zähnen ist es entscheidend, jederzeit ein Mindestniveau an Aufmerksamkeit und Achtsamkeit an den Tag zu legen. Entsprechend braucht auch dein Vermögen dauerhaft ein individuelles Mindestmaß an Aufmerksamkeit und Achtsamkeit. Nicht mehr und nicht weniger.

Falls es weniger ist, riskierst du, bei ungünstigen Entwicklungen viel oder sogar alles zu verlieren. Falls es mehr ist, könnte es zu viel Kraft und Energie kosten, um langfristig durchhalten zu können.

Deshalb muss jeder Anleger seine Mentalität stärken, einen klaren Plan entwickeln und sein ganz persönliches Niveau für sein Geldmanagement finden, das ihn sicher zur Rente trägt. Dann funktioniert es sogar mit den aufgebauten Vorräten – zum Beispiel in Form von starken Aktien –, die dir ein schönes Zusatzeinkommen bescheren werden.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2020