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Das Milliarden-Fintech Stripe heuert früheren britischen Notenbankchef an

Atzler, Elisabeth
·Lesedauer: 2 Min.

Mark Carney gehört neuerdings dem Board des US-Zahlungsdienstleisters Stripe an. Dieser könnte bald eine Bewertung von 100 Milliarden Dollar erreichen.

Das amerikanische Finanz-Start-up Stripe hat den früheren Chef der britischen Notenbank, Mark Carney, als neuen Manager gewonnen. Carney gehört nun dem Board of Directors an, wie Stripe am Montag mitteilte.

Stripe-Chef und Co-Gründer John Collison erklärte dazu, Carneys große Erfahrung an der Spitze der Finanzbranche und in Zentralbanken werde ein enormer Vorteil für Stripe sein, das nun mehr als zehn Jahre bestehe. Zuvor hatten die „Financial Times“ und die Nachrichtenagentur Bloomberg darüber berichtet.

John Collison hat Stripe 2010 gemeinsam mit seinem Bruder Patrick gegründet. Das Fintech ist mit 36 Milliarden Dollar Bewertung das zweitwertvollste US-Einhorn nach Elon Musks Raumfahrtfirma Space X. Laut Bloomberg streben die Collison-Brüder bereits eine Finanzierung an, bei der sie die 100-Milliarden-Marke knacken könnten. Stripe wird auch immer wieder als ein möglicher Kandidat für einen baldigen Börsengang genannt.

Die Firma gehört, wie auch Adyen aus den Niederlanden und Checkout.com mit Hauptsitz in Großbritannien, zu den aufstrebenden Zahlungsdienstleistern. Sie wickeln im Auftrag von Händlern Zahlungen vor allem aus dem E-Commerce ab und wollen für den Onlinehandel möglichst alle nötigen Zahlungsmethoden wie Kreditkarte, Paypal oder Rechnungskauf aus einer Hand anbieten.

Die Coronakrise sorgt für einen Boom im Internethandel, der das Volumen der digitalen Zahlungen weltweit in die Höhe treibt. Das Transaktionsvolumen von Adyen stieg im vergangenen Jahr um fast 30 Prozent auf 300 Milliarden Euro. Die Aktie ist seit dem Börsengang im Sommer 2018 rasant gestiegen, die Marktkapitalisierung beträgt mehr als 65 Milliarden Euro.

War fünf Jahre Chef der kanadischen Notenbank

Stripe hilft seinen Kunden inzwischen auch dabei, Kundenkreditkarten auszugeben oder eine ganze Firma in den USA zu gründen. Die Firma hat zudem sehr große Kunden, zu den prominenten gehören Zoom, Slack, Maersk, Shopify, Amazon und Deliveroo.

Carney leitete von 2013 bis 2020 die Bank of England, parallel war er von 2011 bis 2019 Chef des Internationalen Finanzstabilitätsrats der G20. Vor seiner Zeit in London war er fünf Jahre Gouverneur der kanadischen Notenbank.

Carney erklärte, er freue sich darauf, Stripe in den kommenden Jahren dabei zu unterstützen, eine Infrastruktur auszubauen, die es ermögliche, dass das Internet der Motor für ein starkes und offenes Wachstum des Unternehmens werde. Im vergangenen Herbst hatte der Vermögensverwalter Pimco bekannt gegeben, dass er Carney für sein Global Advisory Board gewonnen hat.