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Milliardäre stoßen Aktienpakete ab

Enttäuscht von amerikanischen Unternehmen: Großinvestor Warren Buffett. (Bild: AFP)

Eine Handvoll Superreicher verkauft derzeit ihre Anteile an US-amerikanischen Firmen. In rasantem Tempo ziehen die Milliardäre ihr Geld zurück – aus Angst vor einem neuen Wirtschaftscrash. Sie folgen dabei offenbar dem Beispiel eines Mannes: Warren Buffett.

Dem Großinvestor brachte sein Erfolg den Beinamen „Orakel von Omaha“ ein. Buffett ist seit 1956 im Geschäft und fährt regelmäßig Renditen von über 20 Prozent ein. Bei seinen Investitionen, so sagt er, geht er keine großen Risiken ein – vermutlich ist das der Grund, aus dem der Multimilliardär derzeit ein Aktienpaket nach dem anderen abstößt. Buffett bemängelt die „enttäuschende Leistung“ US-amerikanischer Konzerne wie Johnson & Johnson, Procter & Gamble oder Kraft Foods.

Die Investmentfirma Berkshire Hathaway des 83-Jährigen zieht das Geld vor allem von Firmen ab, deren Erfolg sich auf den Endverbraucher stützt. Doch genau davon hängt die Wirtschaft der USA größtenteils ab: 70 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes basiert auf dem Konsumverhalten der Bürger. Dass Buffett das Vertrauen in diese wichtigen Unternehmen verloren hat, ist deshalb besorgniserregend.

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Immerhin schreibt man dem Unternehmer, der über Jahrzehnte so erfolgreich wie kein anderer im Investmentgeschäft war, den richtigen Riecher für wirtschaftliche Tendenzen zu. Das macht ihn zum Vorbild für andere Milliardäre, wie zum Beispiel den Hedge-Fonds-Manager John Paulson. Dessen Firma Paulson & Co. verkaufte unter anderem einen Großteil ihrer Anteile an der amerikanischen Bank JPMorgan Chase sowie alle ihre Aktien der Bekleidungskette Family Dollar. Auch George Soros, der Investor mit Hang zu Spekulationsgeschäften, zog sein Geld von verschiedenen Banken ab.

Wieso vertrauen die amerikanischen Superreichen ihrer heimischen Wirtschaft nicht mehr? Der Aktienmarkt ist gerade dabei, sich zu erholen, die Immobilienpreise sinken, und zum ersten Mal seit Jahren sind die Arbeitslosenzahlen stabil.

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Allerdings ist davon auszugehen, dass der Aktienmarkt bald drastisch nach unten korrigiert. Die Hintergründe erklärt der Wirtschaftswissenschaftler und Autor Robert Wiedemer folgendermaßen: Die Zentralbank der USA hat Geld gedruckt, um die Wirtschaft anzukurbeln. „Sobald das Geld auf den Markt kommt, wird es eine immense Inflation geben.“ Laut Wiedemer wird die Inflation bewirken, dass der Immobilienmarkt erneut einbricht. Negative Folgen seien auch für Unternehmen zu erwarten: „Sie müssen dann mehr Geld aufwenden, um Fremdkapitalkosten abzudecken, als sie in das eigene Wachstum investieren können. In der Folge sinken die Profite und die Dividenden.“

Das wollen Großaktionäre wie Buffett, Soros und Paulson auf keinen Fall riskieren. Auch wenn sie dadurch die drohende Krise befeuern. Ihnen geht es darum, zu verhindern, dass ihre Anteile an Wert verlieren.