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Milliardär Daniel Kretinsky erhöht Anteil an Metro auf knapp 30%

John Lauerman und Richard Weiss

(Bloomberg) -- Im August war Daniel Kretinsky, der tschechische Milliardär, mit seinem Übernahmeangebot für die Metro AG gescheitert. Jetzt erhöht er seine Beteiligung am Großhändler und will einen Sitz im Aufsichtsrat.

Kretinskys EP Global Commerce übte den Großteil seiner Call-Optionen aus zum Erwerb von etwa 45 Millionen Aktien aus dem Besitz der Franz Haniel & Cie. Damit steigt sein Anteil von 18% auf fast 30%.

Damit bleibt der Investor knapp unter der Schwelle, die ein Pflichtangebot an alle Aktionäre auslösen würde, was die Frage aufwirft, welche Plänen er mit Metro hat. Sein Übernahmeangebot im Sommer für 16 Euro je Metro-Stammaktie erreichte nicht die geplanten 67,5%. Die Anteilsscheine blieben seitdem unter 15 Euro.

“Dieser Schritt scheint auf ernsthafte Absichten hinzudeuten”, so der Bernstein- Analyst Bruno Monteyne in einer Notiz. “Das Management von Metro wird wahrscheinlich unter Druck kommen, seine Strategie zu ändern oder der Möglichkeit in’s Auge zu sehen, dass EP Global seinen Anteil weiter erhöht und zunehmend Kontrolle im Aufsichtsrat übernimmt.”

Metro stieg um 1,4% in frühen Handel in Frankfurt.

Kretinsky und Tkac sehen offensichtlich Wert in Metro, die von Deutschland über Osteuropa bis Asien Cash-und-Carry-Großmärkte betreibt. Die Bemühungen des Vorstands, die Warenhauskette real zu sanieren, scheiterten jedoch und in Russland setzt die Konkurrenz den Düsseldorfern massiv zu, so dass die Trennung von der MediaMarkt Saturn-Mutter Ceconomy vor zwei Jahren nicht der erhoffte Befreiungsschlag wurde.

China-Verkauf

Seit Kretinsky und Tkac auf die Bühne traten, hat Metro real zum Verkauf gestellt und im vergangenen Monat auch sein chinesisches Geschäft an die Wumei Technology Group Inc. abgegeben.

Die Erhöhung „bekräftigt das Engagement von EPGC als verantwortungsvoller strategischer Investor der Metro AG“, so das Unternehmen in einer Erklärung am Donnerstag nach Handelsschluss .

Kretinsky kontrolliert ein Portfolio von Energie- und Medienunternehmen, zu dem auch der Fußballverein Sparta Prag gehört. Letztes Jahr hatte er sich an der französischen Zeitung Le Monde beteiligt. Im September investierte er in den französischen Lebensmittelhändler Casino Guichard-Perrachon SA und im Oktober erwarb er einen Anteil an der ProSiebenSat.1 Media SE.

--Mit Hilfe von Thomas Mulier.

Kontakt Reporter: John Lauerman in London jlauerman@bloomberg.net;Richard Weiss in Frankfurt rweiss5@bloomberg.net

Kontakt verantwortlicher Editor: Eric Pfanner epfanner1@bloomberg.net, Anne Pollak

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