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Militäranalyst: F-16 für Ukraine nicht kriegsentscheidend

ZÜRICH (dpa-AFX) -Mit den versprochenen F-16-Kampfflugzeugen kann die Ukraine nach Einschätzung eines Militäranalysten zwar die Entfaltung der russischen Luftwaffe einschränken, aber ein "Gamechanger", also eine kriegsentscheidende Veränderung, sei dies nicht. Das sagte Niklas Masuhr, Forscher am Center for Security Studies der Universität ETH in Zürich, der Deutschen Presse-Agentur. Gleichwohl wären die F-16, ebenso wie die in Deutschland diskutierte Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern, ein qualitativer Sprung für die Verteidigung der Ukraine.

"Die russische Logistik hinter der Front zu treffen, war immer ein wichtiger Aspekt für die Ukraine", sagte Masuhr. Das wäre mit Taurus-Raketen wegen der größeren Reichweite besser möglich als bisher.

"Weiterhin relevant für die Ukraine ist die Lieferung von Artillerie und Luftabwehrmunition, das sind dauerhafte Bedarfsposten", sagte Masuhr. Die Ukraine müsse Bevölkerung, zivile Infrastruktur wie Getreidesilos oder Heizkraftwerke im Winter oder militärische Ziele schützen. Wenn die Zahl von Luftabwehrsysteme und -munition begrenzt sei und der Einsatz rationiert werden müsse, erlaube das der russischen Luftwaffe, freier zu agieren. Die F-16 könnten die bodengebundene ukrainische Luftabwehr entlasten und den Radius der russischen Luftwaffe einschränken.

"Selbst eine minimale ukrainische F-16-Flotte kann dafür sorgen, dass die russische Luftwaffe sich vorsichtiger verhalten muss", sagte Masuhr. Die Ukraine könne sie damit von der Front besser fernhalten. "Die russische Luftwaffe müsste Waffen aus größerer Distanz abwerfen oder mit höherem Risiko fliegen."

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Für die laufende Offensive der Ukrainer kommen die F-16 zu spät. Sie können wegen der Ausbildung von Piloten und Wartungspersonal nach einhelliger Einschätzung erst im nächsten Jahr zum Einsatz kommen.

Die Offensive habe nach den bisherigen Berichten nicht den erhofften Effekt erzielt, sagte Masuhr. Womöglich habe die ukrainische Führung beispielsweise unterschätzt, wie viel Zeit es brauche, um die russischen Minenfelder zu durchbrechen. Der lange und schließlich verlorene Kampf um Bachmut könne auch das Potenzial für die Gegenoffensive verringert haben.

"Die russische Seite hat sich seit vergangenem Oktober konsolidiert", sagte Masuhr. Sie halte einen großen Teil des eroberten Territoriums jetzt durch Grabensysteme, Befestigungen und Minenfelder. "Inwieweit Russland seinerseits im Norden bedeutsames offensives Momentum entfalten kann, ist aber eine andere Frage", sagte er.