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Die Mieten dürften weiter gezahlt werden: Vonovia und Deutsche Wohnen als Investmentideen in der aktuellen Krise!

Andre Kulpa, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Was für verrückte Zeiten für uns Börsianer. Verursacht durch das Coronavirus und einem gleichzeitig stark gefallenen Preis für Rohöl sind die weltweiten Aktienmärkte Ende Februar dieses Jahres in eine gigantische Abwärtsspirale geraten. Die Kurse rauschten teilweise so schnell in die Tiefe, dass selbst erfahrene Investoren nur ungläubig den Kopf schüttelten.

Doch in dieser Woche gibt es an den Börsen schon wieder erste Tendenzen der Erholung und die großen Indizes konnten ausgehend von ihren diesjährigen Tiefstständen schon wieder ein wenig zulegen. Nachdem es beim DAX beispielsweise bis auf 8.337,61 Punkte runter ging, notiert er mittlerweile mit 9.874,26 Zählern (25.03.2020) schon wieder knapp über 18 % höher. Genauso gut sieht es auch beim amerikanischen Dow Jones aus. Hier ging es vom Tiefststand von 18.340,26 Punkten bis heute auch um 18 % nach oben und er notiert derzeit mit 21.786,54 Zählern (25.03.2020) schon wieder über der 20.000 Punkte Marke.

Doch noch ist völlig unklar, wie sich die Situation an den Märkten weiter entwickeln wird. Deshalb sollte man sich meiner Meinung nach derzeit auf Unternehmen konzentrieren, die vermutlich nicht ganz so stark von den Spuren, die das Coronavirus unweigerlich hinterlassen wird, betroffen sein werden. Wir blicken deshalb heute einmal kurz auf zwei große deutsche Firmen aus dem Bereich Wohnungswirtschaft.

Vonovia

Die Firma Vonovia (WKN: A1ML7J) ist Europas führendes Wohnungsunternehmen, welches in allen attraktiven Städten und Regionen Deutschlands, Österreichs und Schwedens rund 416.000 Wohnungen besitzt, deren Portfoliowert bei circa 53,3 Mrd. Euro liegt. Das Unternehmen investiert nachhaltig nicht nur in Instandhaltung und Modernisierung, sondern auch in den seniorenfreundlichen Umbau seiner Gebäude.

Aktionäre von Vonovia können sich freuen, denn der Konzern ist bis jetzt sehr gut durch die aktuelle Krise gekommen. Die Vonovia-Aktie erreichte am 19.02.2020 mit 54,06 Euro ihren absoluten Höchststand, von dem sie sich beim derzeitigen Kursniveau von 43,76 Euro (25.03.2020) nur etwa 19 % entfernt hat. Andere deutsche Aktien wie beispielsweise Continental (WKN: 543900) oder HeidelbergCement (WKN: 604700) haben in den letzten vier Wochen fast 40 % an Wert verloren.

Mich wundert die recht stabile Entwicklung der Vonovia-Aktie nicht, denn auch während und nach der derzeitigen Korrektur sollten die Mieteinnahmen zuverlässig weiter fließen. Und so makaber es klingen mag, selbst wenn einige Mieter in Schieflage geraten sollten, werden sie ja durch unser Sozialsystem aufgefangen und die Mietkosten werden übernommen.

Vonovia wird im Moment mit einem KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) von 17 bewertet und bietet seinen Investoren aktuell mit 3,59 % eine ansprechende Dividendenrendite. Wer eine deutsche Aktie sucht, die das Potenzial hat, der Corona-Krise Paroli zu bieten, könnte sich mit Vonovia also durchaus einmal näher beschäftigen.

Deutsche Wohnen

Gegenüber Vonovia ist unser zweiter Kandidat, die Deutsche Wohnen (WKN: A0HN5C), hauptsächlich im Inland vertreten. Und so befindet sich das Immobilienportfolio des Konzerns dementsprechend auch überwiegend in deutschen Metropolregionen. Zum Bestand gehören rund 164.000 Wohn- und Gewerbeeinheiten, die einen Gesamtwert von circa 24,2 Mrd. Euro aufweisen.

Wie hat sich nun die Aktie der Deutschen Wohnen in dem aktuellen Bärenmarkt gehalten? Geht man von ihrem diesjährigen Höchststand aus, den sie am 19.02.2020 mit einem Kurs von 39,36 markierte, sieht es eigentlich nicht so schlecht aus. Denn die Papiere notieren aktuell mit 33,83 Euro (25.03.03) nur gut 14 % darunter. Man muss allerdings wissen, dass die Deutsche-Wohnen-Aktie ihr letztes 52-Wochen-Hoch mit 44,49 Euro (26.03.2019) schon vor einem Jahr erreichte und ihr Kurs von diesem Punkt aktuell fast 24 % entfernt liegt.

Doch auch hier ist vermutlich das Geschäftsmodell, welches eben hauptsächlich aus der Entwicklung und Bewirtschaftung ihres Immobilienbestandes besteht, dafür verantwortlich, dass sich der Aktienkurs des Unternehmens in der derzeitigen Krise doch recht resistent gegenüber starken Kursverlusten gezeigt hat.

Auch die Deutsche Wohnen wird im Moment an der Börse mit einem KGV von 17 bewertet, was noch nicht zu hoch erscheint. Einzig die Dividende fällt mit 0,90 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2019 nicht ganz so üppig aus. Und so bietet die Aktie der Deutschen Wohnen dem Investor aktuell nur eine Dividendenrendite von 2,66 %.

Ich denke, die deutschen Immobilienunternehmen sollten durch das Coronavirus und seine Folgen nicht sonderlich in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Deutsche Wohnen-Aktie bietet deshalb in meinen Augen eine gute Möglichkeit, sein Depot ein wenig krisenfester zu machen. Wer genauso denkt, könnte also ruhig einmal einen genaueren Blick auf das Unternehmen werfen.

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Andre Kulpa besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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