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Microsoft-Bericht: Hacker greifen Corona-Forscher an

Moritz Piehler
·Freier Autor
·Lesedauer: 2 Min.
Weltweit arbeiten Forscher und Pharmakonzerne an einem Impfstoff gegen Covid-19. Hacker versuchen offenbar, die Daten zu stehlen. (Symbolfoto: Getty)
Weltweit arbeiten Forscher und Pharmakonzerne an einem Impfstoff gegen Covid-19. Hacker versuchen offenbar, die Daten zu stehlen. (Symbolfoto: Getty)

Hacker haben laut Microsoft mehrfach versucht, Forschungsinstitute, die an der Corona-Impfung arbeiten, zu attackieren. Die Täter sollen in Nordkorea und Russland sitzen.

Auf dem firmeneigenen Blog berichtete Tom Burt, Vizepräsident der Sicherheitsabteilung von Microsoft, von den Hacker-Attacken. Die Nachrichten hören sich in der Tat besorgniserregend an. Dementsprechend wird der Blogbeitrag wie folgt eingeleitet: “Zwei globale Themen werden die Erinnerung der Menschen an diese Zeit prägen: Covid-19 und die steigenden Bemühungen von böswilligen Akteuren, die das Internet nutzen, um die Gesellschaft zu stören.” Microsoft berichtet weiter, man habe Hacker-Angriffe auf Forschungszentren in fünf Ländern festgestellt. Deutschland ist nicht darunter, die Hacker nahmen sich Wissenschaftler in den USA, Indien, Frankreich, Kanada und Südkorea als Ziele. Insgesamt seien sieben Forschungseinrichtungen und Pharma-Konzerne, die an der Impfstoff-Entwicklung beteiligt seien, angegriffen worden. Die Namen der Unternehmen nannte Microsoft nicht, man habe sie aber informiert und Hilfe angeboten in den Fällen, in denen die Hacker erfolgreich gewesen seien.

Hacker kommen vermutlich aus Russland und Nordkorea

Auch zu den Herkunftsorten der Hacker hatte Microsoft offensichtlich Informationen. Man sei sich sicher, dass einige der Cyber-Attacken von einem Akteur aus Russland gekommen seien, den Microsoft unter dem Namen “Strontium” führt. Daneben habe man Hack-Versuche von zwei weiteren Akteuren aus Nordkorea ausgemacht, die unter den Bezeichnungen “Zinc” und “Cerium” geführt werden. Die Akteure hätten verschiedene Strategien genutzt, um sich Zugang zu den Daten zu verschaffen. Dafür hätten sie unter anderem vorgegeben, sich auf offene Stellen zu bewerben oder Vertreter der Weltgesundheitsorganisation WHO zu sein.

“Unfassbare Angriffe”

Obwohl die meisten der Hack-Versuche von den Sicherheitsvorkehrungen abgeblockt wurden, warnte Burt doch vor den weitreichenden Folgen. Microsoft hielt die Regierungen der attackierten Länder dringend dazu an, auf die Angriffe zu reagieren und die Cybersicherheit ernster zu nehmen. Brad Smith, der Präsident von Microsoft, nimmt an den Gesprächen beim “Paris Peace Forum” teil, wo er die Regierungsvertreter auf die Gefahr hinweisen will. Auch die Herkunftsländer der Hacker sollten die Attacken bekämpfen, schrieb Burt in seinem Blogbeitrag. “Diese Angriffe sind unfassbar und sollen von jeder zivilisierten Gesellschaft verurteilt werden.” Die beunruhigenden Meldungen kommen zu einem Zeitpunkt, kurz nachdem die deutsche Firma BioNTech und der Pharmakonzern Pfizer vielversprechende Erfolge bei einem neuen Impfstoff gegen Covid-19 bekannt gegeben hatten.

Video: So funktioniert die neue Corona-Impfung