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Michael Ballack über politische Statements bei der EM: "Sensibilität ist angekommen im Sport"

·Lesedauer: 2 Min.
MagentaTV-Experte Michael Ballack erkennt eine neue Sensibilität im Sport. (Bild: MagentaTV)
MagentaTV-Experte Michael Ballack erkennt eine neue Sensibilität im Sport. (Bild: MagentaTV)

Stärker als bei vergangenen Ausgaben wird die Fußball-Europameisterschaft für politische Statements genutzt. Wie solche Aktionen entstehen, verriet der Ex-Nationalspieler Michael Ballack nun auf MagentaTV.

Die Fußball-EM 2021 ist hochpolitisch. Sei es der deutsche Nationaltorhüter Manuel Neuer, der eine Kapitänsbinde in Regenbogenfarben trägt, sei es die belgische Mannschaft, die nach Anpfiff des Spiels gegen Russland demonstrativ niederkniet, um ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen: Selten wurde der Fußballrasen deutlicher für politische Statements genutzt. Doch wie entstehen solche Aktionen? Muss die gesamte Mannschaft sie mittragen? Das wollte Johannes B. Kerner im MagentaTV-Talk von Ex-Nationalspieler Michael Ballack wissen.

"Wir Spieler sind ja auch Menschen. Wir haben auch ein Privatleben. Wenn wir den Fußballplatz verlassen, werden wir auch beeinflusst von Medien", erklärte Ballack, wie solche Aktionen entstehen. Jeder Spieler verschaffe sich über Fernsehen, Radio und Social Media sein eigenes Bild und eine persönliche Haltung. Gleichzeitig gäbe es aber auch eine Mannschaftshaltung: "Wenn du als Mannschaft auftrittst, musst du diese Meinung auch geschlossen vertreten können. Du kannst ja nicht jedes Mal abstimmen: Wer ist dafür? Wer ist dagegen?"

Starkes Zeichen für Toleranz: Manuel Neuer trägt bei der EM eine Kapitänsbinde in Regenbogenfarben am Arm. (Bild: 2021 Getty Images/Alexander Hassenstein)
Starkes Zeichen für Toleranz: Manuel Neuer trägt bei der EM eine Kapitänsbinde in Regenbogenfarben am Arm. (Bild: 2021 Getty Images/Alexander Hassenstein)

Michael Ballack: Aufpassen, "wie man Messages verbreitet und welche"

Die Kapitänsbinde in Regenbogenfarben als Zeichen der Solidarität mit der LGBTQI+-Community spiegele sicher eine persönliche Haltung von Manuel Neuer wider, glaubt der MagentaTV-Experte. Diese werde aber auch von der Mannschaft mitgetragen. Seiner Meinung nach sollten derartige Aktionen im Idealfall in der Mannschaft entstehen. Manchmal würden solche Anliegen jedoch auch von außen "an die Mannschaft herangetragen". Als Spitzensportler habe man schließlich nicht immer Gelegenheit, sich umfassend zu informieren: "Du bist in diesem Event und bereitest dich vor. Da hast du nicht unbedingt Zeit für politische Messages". In jedem Fall sollten Spieler sensibel sein, "wie man Messages verbreitet und welche".

Was dem früheren Kapitän der deutschen Nationalmannschaft inzwischen auffällt: Selbst "untergeordnete Themen" würden inzwischen breit rezipiert, wenn Sportstars sie transportierten. Als Beispiel nannte er die Spieler Cristiano Ronaldo und Paul Pogba, die ihnen unliebsame Getränkeflaschen von EM-Sponsoren bei Pressekonferenzen aus dem Bild räumten. Etliche Schlagzeilen waren die Folge. Ballack: "Die Sensibilität ist angekommen im Sport und bekommt eine unglaubliche Aufmerksamkeit", so Ballack.

Dass die UEFA der Politisierung seines Events bisweilen enge Grenzen setzt, wurde unterdessen am Dienstag deutlich: Ein Antrag der Stadt München, die Allianz Arena beim Länderspiel Deutschland gegen Ungarn zum Zeichen der Toleranz in Regenbogenfarben erleuchten zu lassen, wurde abgelehnt. "Die UEFA ist gemäß ihrer Satzung eine politisch und religiös neutrale Organisation", heißt es in der Begründung des Verbands. "Angesichts des politischen Kontextes dieses speziellen Antrags - eine Botschaft, die auf eine Entscheidung des ungarischen nationalen Parlaments abzielt - muss die UEFA diesen Antrag ablehnen."

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