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Metro-Gründer Beisheim begeht Selbstmord

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Frankfurt/Main (dapd). Der Gründer des größten deutschen Handelskonzerns Metro, Otto Beisheim, ist tot. Der 89-jährige Milliardär habe sich in seinem Haus in Rottach-Egern am Tegernsee das Leben genommen, teilte eine Sprecherin der Otto-Beisheim-Gruppe am Montag in Frankfurt am Main mit. Die Leiche sei am Morgen entdeckt worden.

Beisheim litt an einer unheilbaren Krankheit. Er sei "aufgrund der Hoffnungslosigkeit seiner gesundheitlichen Lage aus dem Leben geschieden", erklärte die Sprecherin. Das zuletzt auf mehr als drei Milliarden Euro geschätzte Erbe des kinderlosen Unternehmers geht an zwei gemeinnützige Stiftungen in Deutschland und der Schweiz.

Beisheim gehörte zu den großen Unternehmerpersönlichkeiten der Nachkriegszeit. Mit seinem Konzept des Selbstbedienungsgroßhandels revolutionierte er ab Mitte der 60er Jahre eine ganze Branche und legte damit zugleich das Fundament für die Metro Group.

Geboren wurde Beisheim am 3. Januar 1924 als Sohn eines Gutsverwalters in Vossnacken bei Essen. Während des Zweiten Weltkriegs gehörte er als Gefreiter einer Division der Waffen-SS an.

Nach dem Krieg absolvierte er eine kaufmännische Ausbildung in der Lederindustrie. Doch seine Erfolgsstory begann erst, als er sich 1964 selbstständig machte. Zusammen mit seinen Partnern, den Unternehmerfamilien Haniel und Schmidt-Ruthenbeck, schuf Beisheim fast aus dem Nichts eines der größten Handelsunternehmen der Welt.

Milliardenerbe geht an Stiftungen

Weltweit kommt die Metro (Other OTC: MTRAF - Nachrichten) heute mit ihren gleichnamigen Großhandelsmärkten, den Elektronikketten Media und Saturn, der Warenhauskette Kaufhof und den Real-Supermärkten auf einen Umsatz von über 66 Milliarden Euro. Beisheim besaß bis zuletzt knapp zehn Prozent der Aktien des Handelskonzerns. Das Unternehmen würdigte ihn am Montag als einen "Pionier und eine Legende in der deutschen und internationalen Handelsbranche".

Allerdings war sein Einfluss beim Düsseldorfer Handelskonzern in den vergangenen Jahren deutlich geschrumpft, nachdem ihn die beiden anderen Altaktionäre - Haniel und Schmidt-Ruthenbeck - de facto ausgebootet und sich auch ohne ihn eine Aktienmehrheit gesichert hatten.

Doch beschränkte sich Beisheim in seinem Wirken nicht nur auf die Metro. Dem Medienunternehmer Leo Kirch half er 1990 aus der Klemme, indem er von ihm 2.500 Filme erwarb, die er an andere TV-Sender weiterverkaufte. Auch bei der Gründung des Senders Kabel 1 unterstützte Beisheim den Münchner Medienmogul. Spektakulär war auch die Errichtung des Beisheim-Centers in Berlin - eines Komplexes von fünf Hochhäusern im Stil der 20er Jahre in unmittelbarer Nähe des Potsdamer Platzes. Die Baukosten betrugen 450 Millionen Euro.

Der Unternehmer, der 1988 Schweizer Staatsbürger wurde, hinterlässt sein Milliardenerbe den beiden von ihm gegründeten Otto-Beisheim-Stiftungen in München und im schweizerischen Baar. Sie unterstützen den Bildungsbereich, die Jugendfürsorge, die wissenschaftliche Forschung, den Breitensport und eine Vielzahl kultureller Einrichtungen.

dapd

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