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Merkel fordert Gewinnbeteiligung für Nachbarn von Windrädern

Arne Delfs

(Bloomberg) -- Angesichts des wachsenden Widerstands in der Bevölkerung gegen den Bau von Windkraftanlagen hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel dafür ausgesprochen, benachbarte Anwohner an den Gewinnen aus dem Betrieb zu beteiligen. Als Vorbild könne der Umgang mit Atommeilern dienen.

Die Bundesregierung plane eine Regelung, die sicherstelle, dass “Menschen, die diese Art von Herausforderung annehmen und die eben die Produktion von erneuerbaren Energien in ihrer Umgebung erlauben, auch an den Gewinnen beteiligt werden”, sagte Merkel am Montag beim Neujahrsempfang von Mecklenburg-Vorpommerns Landesregierung in Stralsund.

In der Vergangenheit sei dies auch bei Gemeinden in der Nachbarschaft von Atomkraftwerken “selbstverständlich” gewesen, erklärte Merkel. “Wer ein Atomkraftwerk in seiner Kommune hatte oder in der Nähe, dem ging es gut.”

Als das Publikum in Stralsund darauf mit Gelächter reagierte, stellte die Kanzlerin mit Blick auf das benachbarte frühere DDR-Atomkraftwerk Lubmin klar: “Keine Sorge, ich bin froh, dass wir das eine, das wir hatten, abgebaut haben.”

Die von Merkels Koalition angestrebte Reduzierung klimaschädlicher Gase droht an dem schleppenden Ausbau der Windenergie zu scheitern. Vielerorts wurden Bürgerinitiativen gegen den Windkraftausbau gegründet, was bei Merkels sozialdemokratischem Koalitionspartner bereits Forderungen nach einem “Windbürgergeld” laut werden ließ, mit dessen Hilfe Widerstände gegen Windräder vor der Haustür überwunden werden soll.

Kontakt Reporter: Arne Delfs in Berlin adelfs@bloomberg.net

Kontakt verantwortlicher Editor: Ben Sills bsills@bloomberg.net, Rainer Buergin

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