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Mercedes knackt mit dem elektrischen EQXX die 1000-Kilometer-Marke und stößt Reichweiten-König Lucid vom Thron

·Lesedauer: 4 Min.
Am Heck gibt es eine Abrisskante, an der sich ein Leuchtband entlangzieht, sowie einen markanten Diffusor.
Am Heck gibt es eine Abrisskante, an der sich ein Leuchtband entlangzieht, sowie einen markanten Diffusor.

Jahrzehntelang versuchten sich die Autobauer mit immer höher werdenden PS-Zahlen gegenseitig zu übertrumpfen. Auch Mercedes spielte mit seinen AMG-Modellen in dieser Disziplin oftmals ganz vorne mit. Doch im Elektro-Zeitalter liegt der Fokus auf anderen Werten. Elektroantriebe sind den Verbrennungsmotoren zwar auch in Sachen Leistungsfähigkeit und bei den Beschleunigungswerten überlegen, angesichts des Klimawandels nimmt die Effizienz aber den mit Abstand höchsten Stellenwert ein.

Auch Daimler setzt bei seiner Zukunftsstrategie konsequent auf die von Tesla populär gemachte Antriebsart und möchte ab 2030 in jedem Segment ein reines E-Auto anbieten.

In 18 Monaten wurde die Studie entwickelt

Im Rahmen der Consumer Electrics Show (CES) in Las Vegas haben die Schwaben jetzt ihre neueste Studie EQXX enthüllt, die laut Aussage des Unternehmens der effizienteste Mercedes aller Zeiten sein soll und vor allem mit ihrem Radius und der Aerodynamik neue Maßstäbe setzt. Das in nur 18 Monaten entwickelte Fahrzeug soll zeigen, was technisch machbar ist und mit einer Batterieladung ganze 1000 Kilometer weit kommen.

Um diese magische Reichweiten-Marke zu knacken, hat Mercedes der Limousine aber nicht nur einfach ein riesiges Batteriepaket verpasst. Dies hätte das Auto nur unnötig schwer gemacht, für eine schlechtere Effizienz gesorgt und zu einem deutlich höheren Ressourcenverbrauch bei der Produktion geführt. Stattdessen hat der Autobauer an allen Stellen Feinschliff betrieben und das Auto konsequent auf Leichtbau sowie einen niedrigen Luftwiderstandsbeiwert getrimmt.

Die Stirnfläche des ausgewachsenen Vision EQXX ist laut Daimler kleiner als bei einem Smart geraten.
Die Stirnfläche des ausgewachsenen Vision EQXX ist laut Daimler kleiner als bei einem Smart geraten.

Vor allem letzterer ist bei E-Autos der Schlüssel zu einer hohen Langstreckentauglichkeit. Bei einer normalen Reisegeschwindigkeit geht laut Daimler nämlich rund 60 Prozent des Stroms nur für die Überwindung des Luftwiderstands drauf. Das Endergebnis der Zusammenarbeit zwischen den Aerodynamikern und den Designern ist ein rekordverdächtiger CW-Wert von 0,17, der neben der strömungsgünstigen Grundform unter anderem auch mithilfe von aktiven Aerodynamik-Elementen erreicht wurde.

Ein Leichtgewicht mit großer Reichweite

Die Schwaben haben mit dem elektrischen S-Klasse-Pendant EQS das aerodynamisch effizienteste Serienauto der Welt im Angebot. Auf dem Datenblatt der Oberklasse-Limousine steht ein CW-Wert von 0,20. Bei dem Technologieträger EQXX haben sie sich aber nochmal deutlich gesteigert. Ähnlich sieht es in Sachen Gewicht aus. Für ein Elektroauto ist die Studie mit ihren 1750 Kilo vergleichsweise schlank geraten. Zum Vergleich: Die ebenfalls batterieelektrisch angetriebene Serien-Limo EQE bringt 2,1 Tonnen auf die Waage.

Bei der Gewichtsreduktion zahlen sich sowohl die neuen Fahrwerksfedern aus glasfaserverstärktem Kunststoff, als auch die Bremsscheiben aus Aluminium und der Einsatz weiterer Elemente aus Leichtmetall aus. Den großen Unterschied macht aber definitiv die Batterie. An der Entwicklung des fortschrittlichen Stromspeichers waren auch Daimlers hauseigene Formel-1- und Formel-E-Abteilungen beteiligt, was in einer besonders kompakten Bauform und einem niedrigen Gewicht resultiert.

Die Lithium-Ionen-Batterie des EQXX wiegt insgesamt "nur" 495 Kilo, hat aber trotzdem einen hohen Energiegehalt von rund 100 Kilowattstunden. Der ebenfalls hochmoderne Akku des EQS ist nach Aussage des Unternehmens doppelt so groß und rund 30 Prozent schwerer. Da das Ingenieursteam die Verluste im Antriebsstrang konsequent reduziert hat, erreicht die Studie eine sensationelle Energieeffizienz von 95 Prozent.

Beim Weg aus der Batterie an die speziellen in Kooperation mit Bridgestone entwickelten Antriebsräder geht also kaum etwas von dem Strom verloren. Aber auch die Stromverbraucher im Innenraum, wie beispielsweise das riesige Digitaldisplay und die Musikanlage, wurden durch Feinarbeit in Sachen Effizienz optimiert.

Im volldigitalen Interieur der Studie verbaut Mercedes Materialien aus nachwachsenden und recycelten Rohstoffen.
Im volldigitalen Interieur der Studie verbaut Mercedes Materialien aus nachwachsenden und recycelten Rohstoffen.

Auf 100 Kilometern verbraucht der EQXX weniger als 10 Kilowattstunden Strom, was bei einem nutzbaren Energiegehalt von 100 Kilowattstunden eine Gesamtreichweite von 1000 Kilometern bedeutet. Damit stößt das E-Auto in Reichweiten-Regionen vor, die selbst von den sparsamsten Dieseln nur schwer erreichbar sind. Auf lange Sicht dürfte also auch Fernreisen mit dem Stromer nichts im Wege stehen.

Der EQXX wird es zwar nicht eins zu eins in die Serie schaffen, die aktuellen und zukünftigen Elektromodelle von Mercedes sollen aber seine Technologien und vereinzelte Design-Elemente übernehmen. Das Concept Car soll öffentlichkeitswirksam beweisen, dass Mercedes sich auch in Sachen E-Mobilität voll auf Höhe der Zeit befindet und sich nicht vor Tesla, Lucid und den chinesischen Newcomern verstecken muss.

Ein Lucid-Gegner in Sachen Radius

Aktuell gibt es noch kein Serienauto, dass mit einer Batterieladung 1000 Kilometer weit kommt. Die Dream-Edition des Lucid Air ist mit ihren 837 Kilometern derzeit offiziell das reichweitenstärkste EV der Welt. Davor hatte Mercedes diesen Titel für einige Monate inne, bis der EQS mit seinen 773 Kilometern von der Limousine des US-Startups auf den zweiten Platz verweisen wurde.

Nio hat für den ET7 eine Feststoffbatterie angekündigt, welche die große Limousine ab Ende 2022 über 1000 Kilometer weit bringen soll. Ob der chinesische Autobauer dieses Versprechen tatsächlich halten kann, wird sich zeigen. Mercedes neuester Technologieträger ist der Beweis dafür, dass sich die deutsche Autoindustrie nicht verstecken und eine hohe Effizienz, sowie ein ansprechendes Design sich nicht gegenseitig ausschließen müssen.

Das Solardach erhöht die Reichweite um 25 Kilometer.
Das Solardach erhöht die Reichweite um 25 Kilometer.
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