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Mercedes: GP Sachir ist kein vorgezogenes Shoot-out für 2022

Stefan Ehlen
·Lesedauer: 3 Min.

George Russell gegen Valtteri Bottas bei Mercedes. Ist das Mercedes-Teamduell beim Sachir-Grand-Prix an diesem Wochenende vielleicht ein Ausscheidungsfahren um ein Cockpit im Weltmeisterteam? Davon will Toto Wolff als Verantwortlicher nichts wissen und meint: "Nein, gar nicht."

Man dürfe die Situation, in der Russell als Ersatz für den Corona-positiven Lewis Hamilton antritt, nicht überbewerten. Mercedes habe schlicht einen Ersatzfahrer für Hamilton gebraucht, mehr nicht.

"Man kann es nicht einen Shoot-out nennen, wenn es sich nur um ein oder zwei Rennen dreht. Das gibt dir gar keine bedeutungsvollen Daten an die Hand", sagt Wolff, widerspricht sich aber wenig später selbst.

Wolff erklärt: Bottas ist gesetzt für 2021, dabei bleibt's

Dann nämlich erklärt der Mercedes-Teamchef: "Wir kriegen an diesem Wochenende und vielleicht auch nächstes Wochenende weitere Daten, die uns dabei helfen, die Leistungen von George noch besser einzuschätzen."

So oder so: Russell hat als Hamilton-Ersatz die Gelegenheit, sich für höhere Aufgaben zu empfehlen, aber nicht für einen Mercedes-Einsatz in der Saison 2021. Das stellt Wolff klar. Er betont: "Es gibt keinen Shoot-out. Wir haben volles Vertrauen in Valtteri und sind so loyal wie eh und je. Das ist unsere Position."

Heißt: Bottas, der ohnehin über einen Vertrag für die Formel-1-Saison 2021 verfügt, braucht nicht um seinen Platz im Mercedes-Team fürchten. Und Russell wiederum darf sich keine Hoffnungen auf einen Spontan-Wechsel für 2021 machen, weil Wolff noch hinzufügt: "Wir wissen, nächstes Jahr fahren wir mit Lewis und Valtteri."

Hamilton noch immer ohne Vertrag für 2021

Dass Hamilton im Weltmeisterteam verbleibt, das ist bisher allerdings nicht offiziell bestätigt worden. Eine Vertragsverlängerung mit dem siebenmaligen Weltmeister strebt Mercedes zwar an, per Unterschrift besiegelt ist aber noch nichts. Das zweite Mercedes-Cockpit ist demnach weiter nicht besetzt. Zur Übersicht mit allen noch freien Cockpits für 2021!

George Russell im Mercedes W11, den er anstelle von Lewis Hamilton bewegt

George Russell im Mercedes W11, den er anstelle von Lewis Hamilton bewegt<span class="copyright">Motorsport Images</span>
George Russell im Mercedes W11, den er anstelle von Lewis Hamilton bewegtMotorsport Images

Motorsport Images

Russell kriegt es aber nicht, zumindest nicht so schnell. Wolff: "Wenn sich George [als Hamilton-Ersatz in Sachir] gut verkauft, dann ist das ein Hinweis darauf, dass er eines Tages in einem guten Auto sitzen wird und dann hoffentlich um Siege und Titel kämpfen kann. Das ist aber noch weit weg. Er weiß das."

Der 22-jährige Brite müsse daher "einfach nur ordentliche Arbeit leisten, keine Fehler machen und so weitermachen wie bisher", um Werbung für sich selbst zu machen.

Russell schlägt Bottas im Freitagstraining

Das hat Russell bereits getan: Im Freitagstraining erzielte er zwei Bestzeiten, war jeweils schneller als Bottas. Das aber will Wolff nicht überbewerten.

"Wir müssen realistisch bleiben: George ist ein hochgeschätzter junger Fahrer. Man erwartet von ihm, dass er schnell ist", meint der Mercedes-Teamchef.

"Er kennt das Team. Es ist eine 50-Sekunden-Strecke, auf der du zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle sein musst, mit den richtigen Motoreinstellungen. So gesehen wird es gut laufen. Wir gehen davon aus, George bei der Musik zu sehen. Schauen wir mal, wie das Wochenende ausgeht."

Für den Fall, dass Russell besser abschneiden würde als Bottas, befürchtet Wolff auch keine internen Baustellen, sondern meint: "Valtteri war nie jemand, den man aufbauen musste. Er weiß, wo er steht. Er kennt seine Position im Team, wie wir uns gegenseitig unterstützen." Und Bottas hat laut Wolff auch die Sicherheit, dass sein Verbleib im Team für 2021 nicht zur Debatte steht.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.