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Jede Menge Schotter in der Kiesgrube: Diese Goldgräber holten den Sieg beim "großen Promi-Büßen"

Das große Graben: Zu dritt schaufelten die Finalisten Carina Spack, Daniel Köllerer (links) und Daniele Negroni gegen die gnadenlos heruntertickende Uhr.  (Bild: ProSieben/Nikola Milatovic)
Das große Graben: Zu dritt schaufelten die Finalisten Carina Spack, Daniel Köllerer (links) und Daniele Negroni gegen die gnadenlos heruntertickende Uhr. (Bild: ProSieben/Nikola Milatovic)

Die televisionäre Selbstkasteiung "Das große Promi-Büßen" hat ein Ende - und mehr als einen Gewinner. Zuvor erwartete das Trash-TV-Publikum allerdings noch eine wahre Schlammschlacht der verbliebenen Reality-Sünder und -Sünderinnen - und eine Völlerei nach Wochen der Askese.

"Das großen Promi-Büßen" war eine Art Bootcamp für verhaltensauffällige Realitystars. Eine Chance, für vergangene Verfehlungen vor Gastgeberin Olivia Jones medial Abbitte zu leiten, sich von einer anderen Seite zu zeigen und - ach ja - am Ende der Läuterung mit 50.000 Euro nach Hause zu gehen.

Im Finale der ProSieben-Show kämpften nun Carina Spack, Daniel Köllerer und Daniele Negroni um den Sieg. Und zwar nicht jeder für sich, sondern gemeinsam im Team, wie man einstimmig beschloss. Auch wenn dies bedeutete, dass der Gewinn aufgeteilt werden würde. "Wer jetzt egoistisch ist und sagt: 'Ich will die 50.000 Euro allein' - das würde bedeuten, dass man in den letzten Wochen nichts gelernt hat", begründete der als "Egoplayer" und Schlimmeres betitelte Ex-Tennis-Profi Daniel Köllerer seine durchaus überraschende Entscheidung in der "finalen Gewissensentscheidung". Und es sollte eine ganz enge Kiste werden.

Nur noch elf Sekunden standen auf der Uhr, als Daniele Negroni den symbolischen Goldbarren aus dem Dreckhaufen fischte und mit einer Siegerfaust in den Himmel streckte. Vergessen die Qualen, die ihnen ein unter Strom gesetzter Weidezaun-Hindernisparcours zufügte, und die zerstörten Fingernägel einer mit den Händen grabenden Carina Spack, die zur Verfügung gestellte Schaufeln weitestgehend ignorierte. Man hatte es geschafft - und "durchgebuckelt wie ein Gestörter", wie es Daniel Köllerer formulierte. Der Sportler, eigenem Bekunden nach nicht mehr "das größte Arschloch auf der Welt", hatte die anderen Finalisten regelrecht zum Erfolg gepeitscht. Verbal, versteht sich. "Weiter, weiter, unmöglich ist gar nichts! Wir schaffen das - und jetzt ist a Ruh!"

Bei noch elf Sekunden Rest auf der Uhr stieß Daniele Negroni auf Gold. Bedeutete: 50.000 Euro für alle drei.  (Bild: ProSieben/Nikola Milatovic)
Bei noch elf Sekunden Rest auf der Uhr stieß Daniele Negroni auf Gold. Bedeutete: 50.000 Euro für alle drei. (Bild: ProSieben/Nikola Milatovic)

Wer zieht schneller - von dannen?

Einen derartigen Kraftakt hätte man den Dreien zu Beginn der Sendung nicht zugetraut. Zu toxisch war die Beziehung der Kandidaten untereinander. Zudem litt Carina Spack arg unter dem frühzeitigen Ausscheiden ihres Kumpels (oder vielleicht mehr als das) Calvin Kleinen. "Was soll ich denn jetzt die ganze Zeit machen?", trauerte sie dem Mucki-Macho hinterher, der beim nächtlichen Paintball-Shoot-Out der Alpha-Tiere Konkurrent Daniel Köllerer unterlag. "Ich will nicht mehr. Der Hunger und die Langeweile fressen mich auf. Die Kraft, die Motivation, das fehlt alles irgendwie", war sie kurz davor, das Handtuch zu werfen.

Doch ausgerechnet die ehemalige "Bachelor"-Kandidatin löste ein goldenes Sonderticket für den direkten Finaleinzug - nach einer Mathe-Aufgabe. Genauer gesagt: nach zwei Mathe-Aufgaben. Die erste konnte niemand richtig lösen. Punkt vor Strich und so. "Können wir nicht was mit Schminken machen?", forderte da noch eine wenig begeisterte Elena Miras. Und auch Ennesto Monte erkannte schnell seine Schwäche, als er mit einer vierstelligen Lösung vor einem Zahlenschloss mit drei Ziffern stand. Spack jedoch rechnete im zweiten Anlauf richtig - und konnte sich doch nicht freuen: "Ich bin traurig, weil ich noch länger hier bleiben muss."

Immerhin konnte sie Kräfte sparen und musste nicht in eine Dosenwurf-Schlammschlacht ziehen, bei der Elena Miras ausschied, oder sich nach einer hemmungslosen Völlerei mit Burgern, Chips, Pommes und anderen Köstlichkeiten mit einem Partner durch ein verzweigtes Tunnelsystem voller Rätsel und Hindernisse kämpfen.

Im Labyrinth unter Tage waren Simex und Ennesto Monté klar langsamer als Team Doppel-D (Daniel und Daniele). Enttäuscht, aber auch ein Stück weit geläutert gönnte Monté, der sich für die Show "Sex Tape V.I.P." (Discovery+) wohl vor, während und nach dem Geschlechtsakt mit seiner Freundin Merry filmen ließ, den Konkurrenten den Finaleinzug jedoch von Herzen. Und noch eine Erkenntnis reifte in dem Reality-Star: "Ich glaube, hier konnten einige Menschen an Realität gewinnen - an Selbstvertrauen und auch an Teamgeist." Auch voll schön - und womöglich wertvoller als Gold.

Zuvor schieden Simex (links) und Ennesto Monté aus. Sie mussten sich wie ihre Konkurrenten Daniel Köllerer und Daniele Negroni durch ein Tunnelsystem voller Rätsel und Hindernisse kämpfen, waren aber langsamer als Team "Doppel-D". (Bild: ProSieben/Nikola Milatovic)
Zuvor schieden Simex (links) und Ennesto Monté aus. Sie mussten sich wie ihre Konkurrenten Daniel Köllerer und Daniele Negroni durch ein Tunnelsystem voller Rätsel und Hindernisse kämpfen, waren aber langsamer als Team "Doppel-D". (Bild: ProSieben/Nikola Milatovic)