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Deutsche Corona-Beschränkungen möglich; Johnson fühlt sich fit

David Verbeek
·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- In Deutschland wurden zuletzt mehr Coronavirus-Neuinfektionen registriert, die Bundesregierung könnte neue Beschränkungen vorschlagen, und Boris Johnson fühlt sich “fit wie ein Metzgershund”: der Corona-Überblick.

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird auf ihrer heutigen Videokonferenz mit den Ministerpräsidenten der Länder empfehlen, die Teilnehmerzahl bei privaten Feiern auf 25 und bei Zusammenkünften im öffentlichen Raum auf 50 zu begrenzen. Die Beschlussvorlage sieht unter bestimmten Bedingungen Ausschankverbote für Alkohol in besonders betroffenen Regionen vor.

Italien könne der nächsten Phase der Corona-Pandemie mit “relativer Ruhe und verhaltenem Optimismus” entgegensehen, sagte Ministerpräsident Giuseppe Conte auf einer Pressekonferenz. Voraussetzung sei, dass die Sicherheitsvorschriften eingehalten würden, fügte er hinzu. Das italienische Gesundheitssystem sei inzwischen stärker, und Überwachung und Prävention hätten sich verbessert.

Der britische Premierminister Boris Johnson ist Berichten entgegengetreten, er habe sich von seiner früheren Covid-19-Erkrankung nicht vollständig erholt. “Ich bin fit wie ein Metzgershund - hauptsächlich weil ich abgenommen habe”, sagte Johnson. Journalisten hatten ihn auf Berichte angesprochen, manche Parteifreunde in Johnsons Konservativer Partei machten sich weiterhin Sorgen um seinen physischen Gesundheitszustand. Nach einer Covid-19-Infektion im März war Johnson schwer krank geworden und musste zwischenzeitlich sogar intensivmedizinisch behandelt werden.

Die Zahl der weltweit offiziell gemeldeten Todesfälle im Zusammenhang mit der Pandemie hat die Schwelle von einer Million überschritten. Nach Schätzungen von Alan Lopez von der Universität Melbourne dürfte die tatsächliche Zahl eher bei etwa 1,8 Millionen liegen und bis Jahresende auf 3 Millionen steigen. Ein Mangel an korrekten Daten dürfte das wahre Ausmaß verschleiern. “Die Zahl von einer Million spricht für sich, aber die Frage ist, ob sie auch stimmt”, sagte der Professor in einem Interview.

In Deutschland haben sich nach Angaben der Johns Hopkins Universität vom Dienstagmorgen in den zurückliegenden 24 Stunden 2.292 Personen neu mit dem Coronavirus angesteckt, gegenüber 1.313 am Vortag. Die bisherigen Höchstwerte bei den Neuinfektionen in Deutschland hatten Ende März an manchen Tagen bei knapp 7.000 gelegen.

Seit Beginn der Pandemie haben sich in der Bundesrepublik insgesamt 288.631 Personen mit dem Virus infiziert. Weltweit liegt Deutschland damit auf dem 22. Platz.

Es wurden vier weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion gemeldet. Die Gesamtzahl der Todesfälle liegt damit bei 9.468.

Laut Robert Koch Institut am Vorabend lag die Reproduktionszahl, der sogenannte 4-Tage-R-Wert, bei 1,18, nach 1,17 am Vortag. Der 7-Tage-R-Wert. der Schwankungen stärker ausgleicht, wurde mit 0,98 angegeben

Das R-Maß gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt; die Zahl sollte unter 1,0 liegen, um eine exponentielle Ausbreitung zu verhindern, die das Gesundheitssystem überfordern könnte.

(Ergänzt um Italien im 3., Johnson im 4. Absatz)

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