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Corona drückt deutsches BIP um 6,3%; Reisewarnung bis Mitte Juni

David Verbeek

(Bloomberg) -- Die Coronavirus-Pandemie lässt das deutsche Bruttoinlandsprodukt nach Einschätzung der Bundesregierung dieses Jahr um 6,3% einbrechen. Mögliche Lockerungen der Eindämmungsmaßnahmen müssten mit Augenmaß erfolgen, sagte der Bundeswirtschaftsminister. Die weltweite Reisewarnung wurde vorerst bis Mitte Juni verlängert.

Im laufenden zweiten Quartal werde der Einbruch der Wirtschaftsleistung am stärksten sein, bevor wieder eine Belebung einsetze, sagte Peter Altmaier anlässlich der Veröffentlichung der Frühjahrsprojektion der Bundesregierung. Für das nächste Jahr wird ein Wachstum von 5,2% prognostiziert.

Die weltweite Reisewarnung der Bundesregierung wurde bis zum 14. Juni verlängert. Ob sie auch nach diesem Termin, also während der Sommerferien, noch weiter gelten werde, könne “zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht abschließend prognostiziert werden”, sagte Bundesaußenminister Heiko Maas auf einer Pressekonferenz.

Mit Blick auf die Telefonkonferenz der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten am morgigen Donnerstag dämpfte der nordrhein-westfälische Landeschef die Hoffnungen auf schnelle weitere Aufhebungen von Eindämmungsmaßnahmen. Frühstens am 6. Mai werde man über “mögliche größere gemeinsame Öffnungsschritte” sprechen können, sagte Armin Laschet der Funke Mediengruppe. Am Donnerstag sei noch keine Einschätzung darüber möglich, wie sich die ersten Öffnungen ausgewirkt haben, so der Ministerpräsident.

Die nach Ostern verfügten Lockerungen seien „nicht hilfreich“ gewesen, sagte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach im Funke-Interview. Falls Deutschland bei den Covid-19-Infektionen wieder in ein exponentielles Wachstum gerate, müssten am 6. Mai einige Lockerungen zurückgenommen werden, warnte er.

Zwei Tage nach den jüngsten Lockerungen wurden in Deutschland wieder mehr Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Nach Angaben der Johns Hopkins Universität vom Mittwochmorgen haben sich in Deutschland in den letzten 24 Stunden 1154 Menschen neu mit dem Coronavirus infiziert - ein Anstieg gegenüber dem Vortag, als erstmals seit fünf Wochen weniger als 1000 Neuinfektionen gemeldet worden waren.

Seit Beginn der Pandemie haben sich laut Johns Hopkins Universität insgesamt 159.912 Bundesbürger mit dem Coronavirus angesteckt. Deutschland liegt damit an sechster Stelle weltweit, nachdem Großbritannien bei der Gesamtzahl der Infektionen die Bundesrepublik überholt hat.

Weitere 188 Menschen sind in Deutschland im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion gestorben. Die Zahl der Todesfälle stieg damit auf 6314 Personen.

(Ergänzt um Frühjahrsprojektion, Reisewarnung)

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