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Deutsche Bank setzt Londoner Rückholplan aus; Maas in Quarantäne

David Verbeek
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Der Bundesaußenminister begibt sich in Quarantäne, sein britischer Amtskollege schürt die Angst vor einem Lockdown, und der Wiener Opernball fällt aus.

Nach einer Corona-Diagnose eines Mitgliedes seines Personenschutzkommandos hat sich Bundesaußenminister Heiko Maas vorsorglich in Quarantäne begeben. Ein erster Test sei negativ ausgefallen. Ob weitere Personen betroffen sind, werde derzeit geprüft, teilte das Auswärtige Amt mit.

Ein zweiter landesweiter Shutdown in Großbritannien ist laut Außenminister Dominic Raab nicht auszuschließen. Die Äußerungen schickten das Pfund auf ein Zwei-Monats-Tief. Am Vortag hatte Premierminister Boris Johnson zur Eindämmung von Corona neue Beschränkungen bekannt gegeben und die Bürger aufgefordert, nach Möglichkeit von zu Hause aus zu arbeiten.

Nach der Empfehlung der Downing Street rückt die Deutsche Bank von ihrem Plan ab, Mitarbeiter wieder verstärkt in ihre Londoner Büros zurückzuholen. Die überwiegende Mehrheit der Banker arbeite bereits von zu Hause aus, teilte ein Banksprecher mit. Der Londoner Hauptsitz der Deutschen Bank bleibe geöffnet, wer vom Büro aus arbeiten müsse, werde dies auch weiterhin tun.

Der Wiener Opernball, der traditionell im Februar stattfindet, wird nächstes Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Das teilte APA unter Berufung auf Sebastian Kurz mit. Es wäre “verantwortungslos, den Ball in gewohnter Art und Weise abzuhalten”, zitiert die Nachrichtenagentur den österreichischen Bundeskanzler.

In Deutschland wurden nach Angaben der Johns Hopkins Universität vom Mittwochmorgen in den zurückliegenden 24 Stunden 1.852 Neuansteckungen registriert, gegenüber 1.595 am Vortag. Die bisherigen Höchstwerte bei den Neuinfektionen in Deutschland hatten Ende März an manchen Tagen bei knapp 7.000 gelegen.

Seit Beginn der Pandemie haben sich in der Bundesrepublik insgesamt 277.412 Personen mit dem Virus angesteckt. Weltweit liegt Deutschland damit auf dem 22. Platz.

Es wurden 15 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion gemeldet. Die Gesamtzahl der Todesfälle liegt damit bei 9.405.

Laut Robert Koch Institut am Vorabend lag die Reproduktionszahl, der sogenannte 4-Tage-R-Wert, bei 0,92, nach 1,06 am Vortag. Der 7-Tage-R-Wert, der Schwankungen stärker ausgleicht, wurde mit 0,99 angegeben.

Das R-Maß gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt; die Zahl sollte unter 1,0 liegen, um eine exponentielle Ausbreitung zu verhindern, die das Gesundheitssystem überfordern könnte.

(Ergänzt um Maas, Deutsche Bank)

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