Deutsche Märkte öffnen in 7 Stunden 20 Minuten
  • Nikkei 225

    27.728,12
    +144,04 (+0,52%)
     
  • Dow Jones 30

    35.064,25
    +271,58 (+0,78%)
     
  • BTC-EUR

    34.646,98
    +741,01 (+2,19%)
     
  • CMC Crypto 200

    1.005,54
    +29,64 (+3,04%)
     
  • Nasdaq Compositive

    14.895,12
    +114,58 (+0,78%)
     
  • S&P 500

    4.429,10
    +26,44 (+0,60%)
     

Mehr Allergien, neue Viren: Wie der Klimawandel unsere Gesundheit verändern wird

·Lesedauer: 2 Min.
Asthmatiker bei Hitze im Park (Symbolbild)
Asthmatiker bei Hitze im Park (Symbolbild)

Damit der Klimawandel zur Gefahr für Leib und Leben wird, braucht es nicht zwingend Waldbrände und Extremwetterphänomene wie die aktuellen Hochwasser in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz oder die Hitzewelle im Westen der USA und Kanadas, die bereits hunderte Menschen das Leben gekostet hat. Auch abgesehen von direkten Hitzefolgen werden sich die höheren Durchschnittstemperaturen gravierend auf die menschliche Gesundheit auswirken. Das berichtet die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) in einer Pressemitteilung.

Die Hitze sei natürlich eines der drängendsten Probleme für die Gesundheit – und das nicht erst bei Rekordtemperaturen von 50 Grad. Auch in Deutschland gibt es schon jetzt jedes Jahr Hitzetote. So starben Schätzungen zufolge im besonders heißen Sommer 2003 rund 7600 Menschen in Folge der hohen Temperaturen. Und wie aus den Daten des Statistischen Bundesamtes hervorgeht, forderte auch die Hitzewelle im Jahr 2020 mehrere Tausend Tote. Zwischen den zwei Corona-Wellen habe es nämlich auch im August einen Anstieg der Todesfälle gegenüber den Jahren 2016 bis 2019 gegeben, der sich nicht mit der Pandemie erklären lasse. Die Vermutung liege nahe, dass die mehr als 4200 Toten auf die hohen Temperaturen zurückgehen.

Prof. Markus M. Lerch, dem Vorsitzenden der DGIM, zufolge beträfen Hitzewellen vor allem ältere Menschen. Hohe Temperaturen verursachen bei ihnen besonders häufig Probleme wie Herz-Kreislaufstörungen, Nierenversagen oder Schlaganfälle. Aber auch jüngere Menschen seien vor den Hitzefolgen nicht gefeit, so der ärztliche Direktor des Universitätsklinikums München weiter. Gerade wenn sie auf Medikamente angewiesen seien, würden die Temperaturen für sie zum Problem. Starkes Schwitzen erhöhe beispielsweise den Insulinbedarf von Diabetikern und Herz-Kreislauf-Medikamente würden den Blutdruck stärker senken als normalerweise. Insbesondere Hausärzte stünden daher in der Verantwortung, selbst Medikationen bei Hitzewellen stärker zu prüfen.

Tropenviren und stärkere Belastung für Allergiker

Auch indirekt hätten die steigenden Durchschnittstemperaturen Folgen für die Gesundheit. So würden eigentlich in heißeren Gebieten wie den Tropen beheimatete Tierarten einwandern und neue Erreger mitbringen. Im Rekordjahr 2018 sei beispielsweise erstmals das West-Nil-Virus nachgewiesen worden, das beim Menschen eine Fiebererkrankung auslösen kann. Zunehmend milde Winter würden außerdem die Pollenflugsaison verlängern und Allergiker so zusätzlich belasten.

Auf Kongressen und Panels stellte die DGIM daher zuletzt die Zusammenhänge zwischen Klimawandel und Gesundheit in den Vordergrund – und diskutierte, wie sich die Gesundheitsberufe am besten auf die Änderungen vorbereiten. Dem Arzt und Wissenschaftsjournalisten Eckart von Hirschhausen zufolge, der eines der Panels im Juni moderierte, sollten Ärzte aktiv gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Sie könnten wichtige Multiplikatoren sein, um den Menschen die Folgen der Erderwärmung für die individuelle und globale öffentliche Gesundheit klarzumachen. Denn Mediziner „können Fieber senken, aber keine Außentemperaturen“, so Hirschhausen.

sb

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.