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Mehr als 4500 Neuinfektionen – Merkel berät sich Mittwoch mit den Ministerpräsidenten der Länder

·Lesedauer: 3 Min.

Die Gesundheitsämter haben 4516 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Der Wert war bereits von Mittwoch auf Donnerstag erheblich angestiegen.

Eine Arzthelferin nimmt einen Abstrich für einen Corona-Test. Foto: dpa
Eine Arzthelferin nimmt einen Abstrich für einen Corona-Test. Foto: dpa

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitagmorgen 4516 neue Corona-Infektionen gemeldet. Von Mittwoch auf Donnerstag war der Wert von 2828 auf 4058 erheblich angestiegen.

Die Entwicklung ruft Bundeskanzlerin Angela Merkel auf den Plan: Die CDU-Politikerin will sich in der nächsten Woche erneut mit den Ministerpräsidenten der Länder austauschen. Die Konferenz sei für Mittwoch vorgesehen, sagt Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer. Eine Schließung von Schulen und Kitas müsse verhindert werde. „Unser Ziel ist es, soviel wie möglich vom öffentlichen und privaten Leben aufrecht zu erhalten.

Seit Beginn der Coronakrise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 314.660 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 9.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9589. Das waren elf mehr als am Vortag. Rund 271.800 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Bei den intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten zeichnet sich ein deutlicher Anstieg ab. Laut aktuellem RKI-Lagebericht wurden am Donnerstag 487 Corona-Infizierte intensivmedizinisch behandelt, 239 davon wurden beatmet. Eine Woche zuvor (1. Oktober) hatte der Wert noch bei 362 (193 beatmet) gelegen, in der Woche davor (24. September) bei 296 (166 beatmet). Rund 8500 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.

Auch die Rate der positiven Tests stieg zuletzt nach RKI-Daten stark an und lag in der 40. Kalenderwoche (28. September bis 2. Oktober) bei 1,64 Prozent. In der Woche zuvor waren es 1,22 und davor 1,16 Prozent. Die Anzahl der Tests sank dagegen leicht auf rund 1,096 Millionen in der 40. Woche. Zuvor waren es rund 1,168 Millionen gewesen.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Donnerstag bei 1,17 (Vortag: 1,10). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,22 (Vortag: 1,11). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Mit Köln und Essen liegen zwei nordrhein-westfälische Großstädte in der Corona-Pandemie nur noch ganz knapp unter der wichtigen Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Das nordrhein-westfälische Landeszentrum Gesundheit gab den Wert für Köln am Freitag mit 49,8 an (plus 4,4 im Vergleich zum Vortag), für Essen mit 48,4 (plus 5,0). Zudem gab es einen massiven Anstieg in Herne: Die Ruhrgebietsstadt kam auf einen Wert von 56,2 (plus 22,4 im Vergleich zum Vortag) und gilt damit jetzt als Corona-Risikogebiet.

Weil sich vor allem Großstädte und Ballungszentren zu Hotspots in der Pandemie entwickeln, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an diesem Freitag die Rathauschefs der elf größten deutschen Städte zu einer Videokonferenz eingeladen – auch Essen und Köln gehören dazu. Nordrhein-Westfalen hat seit Tagen die höchsten Ansteckungsraten aller deutschen Flächenländer.

In der Hauptstadt Berlin und in anderen Städten hat die sogenannte 7-Tage-Inzidenz den kritischen 50er-Wert bereits überschritten. In Berlin sprang der Wert am Donnerstag auf 52,8. Zuvor war er nur in einigen Stadtbezirken über der Grenze von 50 gelegen. In Frankfurt am Main schnellte der Wert am Donnerstag sogar auf 59,1 hoch.

Angesichts dieser Werte rief Kanzleramtsminister Helge Braun Menschen aus deutschen Risikogebieten auf, in den Herbstferien auf Reisen zu verzichten. „Sowohl die Länder als auch die Bundesregierung appellieren eindringlich an die Menschen aus Risikogebieten, Reisen in diesem Herbst nach Möglichkeit zu vermeiden“, sagt der CDU-Politiker dem „Spiegel“.