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Mehr als 200 Bischöfe fordern weltweite Lieferkettengesetze

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Bauer mit Kaffeefrüchten in Guatemala
Bauer mit Kaffeefrüchten in Guatemala

Zum Schutz von Menschenrechten und Umwelt haben weltweit mehr als 200 katholische Bischöfe die Regierungen zur Einführung von Lieferkettengesetzen aufgerufen. Auch ein deutsches Lieferkettengesetz müsse "Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden in den Wertschöpfungsketten deutscher Unternehmen wirksam vorbeugen und möglichen Betroffenen den Zugang zu deutschen Zivilgerichten erleichtern", forderte der Freiburger Erzbischof Stephan Burger am Montag. Neben Burger unterzeichneten nach Angaben des katholischen Hilfswerks Misereor 13 weitere deutsche Bischöfe die Erklärung.

Zu den Unterzeichnern gehören demnach auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, sowie der Münchner Erzbischof Reinhard Marx. Weltweit unterzeichneten laut Misereor insgesamt 233 Bischöfe aus 43 Ländern die Erklärung.

Die Bundesregierung konnte sich im Streit um das geplante Lieferkettengesetz bislang nicht einigen. Anfang September wurde ein Kabinettsbeschluss erneut verschoben. Pirmin Spiegel, Hauptgeschäftsführer von Misereor, warnte vor einer Verwässerung des Vorhabens. "Ein Gesetz, das menschenrechtliche Sorgfaltspflichten auf die 280 größten Unternehmen sowie auf das erste Glied der Lieferkette beschränkt und keine Haftungsregelung enthält, wäre kein Fortschritt, sondern ein gravierender Rückschritt gegenüber dem bisherigen Status quo." 

muk/ilo