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Meghan Markles beste Freundin Jessica Mulroney wegen "White Privilege"-Aufruhr gefeuert

Jessica Mulroney hat innerhalb weniger Stunden ihren Job als TV-Moderatorin verloren. Zuvor hatte sie sich für die Furore in den sozialen Medien entschuldigt, die sie aufgrund ihres White Privilege losgetreten hatte.

Jessica Mulroney wird beschuldigt, die kanadische Bloggerin Sasha Exeter bedroht zu haben. Foto: Getty

CTV bestätigte die Neuigkeiten bei Twitter und schrieb, dass die Handlungen der “I Do, Redo”-Moderatorin in Konflikt mit ihrer “Verpflichtung zu Diversität und Gleichheit” stehen.

“Bell Media und CTV ermutigt unser gesamtes Team, einschließlich der Kollegen, die vor der Kamera stehen, Respekt, Inklusivität und Freundschaft zu leben. Wir wollen besser werden und schwarzen Stimmen aufmerksamer zuhören und sie lauter machen anstatt leiser”, so die Stellungnahme.

“Aufgrund des Verhaltens einer unserer Moderatorinnen Jessica Mulroney, das in Konflikt mit unserer Verpflichtung zu Diversität und Gleichheit steht, hat CTV ‘I DO REDO’ mit sofortiger Wirkung aus dem Programm aller Kanäle und Plattformen von Bell Media genommen.”

Eine Stellungnahme von CTV zu @jessicamulroney

Zu diesem Schritt kam es trotz Entschuldigung von Jessica Mulroney nach den Anschuldigungen, dass sie ihr White Privilege genutzt hat, um eine kanadische Bloggerin zu bedrohen.

Bloggerin behauptet: “Mulroney hat meine Existenz bedroht”

Am Mittwoch hatte die Lifestyle-Bloggerin Sasha Exeter ein 11-minütiges Video in den sozialen Medien veröffentlicht, in dem sie sich detailliert zu einem kürzlichen Austausch mit Jessica äußert, der für beide Konsequenzen hat.

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Laut Sasha erhielt sie böse Nachrichten von der ehemaligen Moderatorin, nachdem sie einen allgemeinen Aufruf an andere Influencer gestartet hatte. Hier hatte sie sie dazu ermutigt, ihre Plattform und ihre “Stimmen zu nutzen, um Gutes zu tun und dabei zu helfen, gegen die Kluft zwischen den Menschen und dagegen zu kämpfen, was Schwarzen tagtäglich passiert.”

Sasha versichert ihren Abonnenten, sie habe darauf geachtet, niemanden direkt mit Namen anzusprechen. Allerdings soll Jessica, die sie als “ehemalige Bekannte” bezeichnet, mit ihrem Post ein Problem gehabt haben.

“Wisst ihr, ich versuche wirklich nicht, Jess als Rassistin zu bezeichnen. Aber was ich sage ist, dass sie sich ihrer priviligierten Position, ihres Wohlstandes und ihres Einflusses sehr wohl bewusst ist. Das alles kann sie haben, weil ihre Hautfarbe es zulässt”, sagt Sasha in dem Video. “Und das, liebe Freunde, gab ihr einen Moment von Selbstbewusstsein, in dem sie schriftlich meine Existenz bedrohte. Meiner Meinung nach ein klassisches Beispiel für White Privilege.”

MEINE “AMY COOPER” ERFAHRUNG

Man hat versucht, mich zum Schweigen zu bringen. Nicht noch einmal!

Ich bin so transparent auf dieser Plattform und ich denke, das ist der Hauptgrund, warum ihr mir folgt. Heute möchte ich offen über etwas sprechen, das mich letzte Woche bedrückt hat. Ich fühle mich wie eine Hochstaplerin, wenn ich mich für Gleichberechtigung einsetze und meine Stimme hier offen nutze, während ich es zulasse, dass eine weiße Frau meine Stimme hinter den Kulissen zum Schweigen bringt. Ich weiß, dass ich sehr viel riskiere, wenn ich hier diese sehr persönliche Geschichte teile. Ich weiß, dass ich mich damit für Kritik, Mobbing und mögliche Konsequenzen mit meiner Arbeit angreifbar mache. Allerdings muss ich auch über meine Wahrheit sprechen. Genug ist genug. Ich hoffe, viele werden meine Stimme hören und dabei helfen, die Dinge für die nächste Generation und für meine Tochter Maxwell zu ändern... denn ich soll verdammt sein, wenn mein Kind jemals mit diesem Grad von Ignoranz zu tun haben muss.

Sasha sagt, dass Jessica zum Thema Black Lives Matter in den sozialen Medien auffallend geschwiegen habe. Das habe sie aufgrund von Jessicas Freundschaft mit Meghan Markle, Herzogin von Sussex, umso mehr verwirrt. Jessica hatte Meghan zuvor als “eine der berühmtesten schwarzen Frauen der Welt” bezeichnet.

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Weiter berichtet Sasha, dass Jessica schriftlich behauptet habe, sie hätte mit “Firmen und Menschen” darüber gesprochen, dass Sasha sie “unfair” behandelt habe. Sasha sagte, dass ihr das Sorgen mache, da ihr Einkommen abhängig sei von ihrer Arbeit mit Unternehmen und Firmen.

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“Wie sie mich, eine alleinerziehende schwarze Mutter während einer Pandemie und inmitten von Rassismusprotesten bedrohen kann, geht mir nicht in den Kopf”, sagte Sasha. Sie verglich Jessica mit Amy Cooper, der weißen Frau, die die Polizei gerufen hatte, weil ein schwarzer Mann sie aufgefordert hatte, ihren Hund an die Leine zu nehmen.

Die kanadische Lifestyle-Bloggerin Sasha Exeter. (Foto von George Pimentel/WireImage)

Sasha sagte, dass es ihr wichtig ist, ihre Geschichte zu teilen, obwohl sie sich damit für weiteres Mobbing und Rassismus angreifbar macht.

“Dieser Sch*** muss endlich aufhören”, sagte sie. “Das Ziel hier ist echter, transformativer Wandel. Nicht nur optischer, performativer Bullsh**t. Du kannst nicht posten, dass du solidarisch bist und dabei versuchen, jemanden per Textnachricht zum Schweigen zu bringen.”

Jessicas Entschuldigung

Jessica entschuldigte sich bei Sasha im Kommentarbereich des Videos. “Du hast recht, wenn du sagst ‘dieser Scheiß muss aufhören’. Als Menschen mit einem gewissen Einfluss müssen wir Hand in Hand gehen und offen über die Dinge sprechen, die falsch laufen. Ich weiß, dass wir unterschiedliche Erfahrungen haben. Und das ist etwas, das ich selbst im Verlauf einer hitzigen Diskussion zugeben und verstehen muss”, fing Jessica an. “Es tut mir unmissverständlich leid, dass ich das nicht mit dir gemacht habe, und es tut mir sehr leid, dass ich dir Kummer bereitet habe.”

Jessica spielte dann auf ihre Freundschaft mit Meghan an und versicherte Sasha, dass sie dabei sei zu lernen, eine bessere Verbündete zu werden.

“Wie ich dir bereits privat geschrieben habe, ist meine Erfahrung sehr öffentlich und sehr persönlich, und zwar mit meiner besten Freundin. Ihre Hautfarbe steht immer im Mittelpunkt. Ich habe sehr viel dadurch gelernt”, fährt sie fort. “Ich werde weiterhin zuhören und lernen, wie ich meine priviligierte Stellung nutzen kann, um schwarze Stimmen zu unterstützen.”

Nach Jessicas Entschuldigung dankte Sasha am Donnerstagmorgen in den sozialen Medien ihren Abonnenten für ihre Unterstützung. Dabei gab sie zu, “müde” und “gestresst” von der Tortur zu sein. Sie enthüllte auch, dass es, seit sie ihre Geschichte öffentlich erzählt hat, “Entwicklungen” gegeben habe.

Nach der Entschuldigung kam die Klage

Laut Sasha habe Jessica ihr nach ihrer öffentlichen Entschuldigung eine private Nachricht geschickt, in der sie Sasha über eine mögliche Klage in Kenntnis setzt.

“Hier seht ihr was passiert, wenn man jemanden mit Privilegien und Wohlstand auf seine Fehler aufmerksam macht: Sie entschuldigen sich öffentlich oder veröffentlichen eine Stellungnahme, aber hinter verschlossenen Türen im Privaten drohen sie dir, dich zu verklagen”, sagt Sasha.

Trotz der angeblichen Klage wolle Sasha alles tun, um sich selbst zu schützen, denn sie habe die “nicht zu leugnende Wahrheit” auf ihrer Seite. 

Foto über Instagram/SashaExeter.

Sasha schloss die Botschaft an ihre Fans mit der Ankündigung ab, eine Social-Media-Pause einlegen zu wollen.

Jessicas Sicht der Dinge

Jessica veröffentlichte währenddessen eine separate Entschuldigung über ihren eigenen Account, in der sie sich auf den Vorfall bezog. Sie schreibt, Sasha habe sie “zu Recht” kritisiert, denn sie habe ihre Plattform nicht ausreichend genutzt, um sich für das “wichtige und schwierige Gespräch zum Thema Rassimus und Ungerechtigkeit in unserer Gesellschaft“ einzusetzen.”

Laut Jessica habe sie die Konfrontation persönlich genommen und wisse, dass sie sich “bessern” muss.

Bitte lest meine Stellungnahme. Sie kommt von Herzen.

Jessica gibt zu, dass das weitere Gespräch sich nicht um sie, sondern um die schwarze Community drehen sollte. Sie kündigte zudem an, dass auch sie eine Social-Media-Pause einlegen und ihr “Mikrofon an schwarze Stimmen weiterreichen” wolle. Sie hoffe, dass diese ihren Account nutzen werden, um über ihre Erfahrungen zu sprechen.

Elizabeth Di Filippo

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