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Karikatur über Herzogin Meghan: "Charlie Hebdo" für Rassismus kritisiert

Style International Redaktion
·Lesedauer: 4 Min.
Die aktuelle Ausgabe von
Die aktuelle Ausgabe von "Charlie Hebdo" in einem Pariser Kiosk (Bild: Marc Piasecki/Getty Images)

Eine auf der Titelseite der französischen Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" abgebildete Karikatur hat eine Welle der Kritik ausgelöst. Darauf sieht man die Queen in einer Parodie des Mordes an George Floyd auf dem Hals von Herzogin Meghan knien.

Anlass des Covers war das Interview, das Meghan und ihr Mann Prinz Harry wenige Tage zuvor Oprah gegeben hatten. Das Paar hatte hier schwere Vorwürfe erhoben und unter anderem erzählt, dass sich ein hochrangiges Mitglied der Königsfamilie besorgt darüber geäußert hatte, welche Hautfarbe ihr erstes Kind Archie haben würde.

Die Karikatur zeigt eine Sprechblase über Meghan mit den Worten: "Weil ich keine Luft mehr bekommen habe" – eine Anspielung auf die letzten Worte George Floyds, als der Polizist Derek Chauvin in Minneapolis sein Knie auf dessen Hals drückte. Die Schlagzeile zur Karikatur lautet: "Warum Meghan Buckingham verließ".

Die Karikatur zeigt Herzogin Meghan als George Floyd (Bild: Charlie Hebdo)
Die Karikatur zeigt Herzogin Meghan als George Floyd (Bild: Charlie Hebdo)

Die Karikatur zeigt Queen Elizabeth mit roten Pupillen und blassen, weißen Beinen. Meghan und Harry hatten jedoch zuvor gesagt, dass nicht sie es gewesen sei, die die rassistischen Bemerkungen gemacht hatte.

Meghan erzählte im Interview mit Oprah auch, dass sie während ihrer Zeit in der Königsfamilie Suizidgedanken gehabt und die britische Familie ihr keine Unterstützung angeboten habe.

Anmerkung der Redaktion: Suizidgedanken sind häufig eine Folge psychischer Erkrankungen. Letztere können mit professioneller Hilfe gelindert und sogar geheilt werden. Wer Hilfe sucht, auch als Angehöriger, findet sie etwa bei der Telefonseelsorge unter der Rufnummer 0800 – 1110111 und 0800 – 1110222. Die Berater sind rund um die Uhr erreichbar, jeder Anruf ist anonym und kostenlos.

Welle der Wut wegen rassistischer Karikatur

Die Karikatur löste im Internet heftige Reaktionen aus. Viele Twitter-Nutzer sagten, sie sei der neueste rassistische Schachzug von "Charlie Hebdo".

Halima Bagum, CEO der antirassistischen Ideenschmiede Runnymede Trust, nannte sie "in jeglicher Hinsicht falsch". "Die Queen drückt als George Floyds Mörder das Knie auf Meghans Hals? Meghan sagt, sie bekäme keine Luft mehr? Das hier ist nichts, was Grenzen neu auslotet, die Menschen zum Lachen bringt oder Rassismus anprangert", schrieb sie auf Twitter. "Es verharmlost die Probleme und ist auf ganzer Linie beleidigend."

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Nadine White, Rassismus-Korrespondentin der Tageszeitung The Independent, bezeichnete die Karikatur als "ekelhaft".

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"Charlie Hebdo sollte sich schämen, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Islamfeindlichkeit und Sexismus zu verbreiten", sagte NBA-Star Enes Kanter. "Sie verdienen Millionen damit, sich über Unterdrückung und Ungerechtigkeit lustig zu machen. Das ist ekelhaft. Rassismus hat NICHTS mit Meinungsfreiheit zu tun. ES IST VERBREITUNG VON HASS UND TERRORISMUS!"

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Andere Social-Media-User waren hingegen verärgert, dass die Zeitschrift wegen ihrer jüngsten Karikatur derart scharf verurteilt wurde.

Die Publikation ist durchaus umstritten. Im Januar 2015 erfuhr sie allerdings weltweite Solidarität, nachdem islamistische Terroristen wegen Karikaturen des Propheten Mohammed einen Anschlag auf die Redaktion verübten, Bei dem Angriff wurden damals zwölf Menschen getötet.

Wie CNN berichtete, verweigerten sowohl der Buckingham Palace als auch ein Sprecher des Herzogs und der Herzogin von Sussex jeglichen Kommentar zur Karikatur.

Floyds Tod im letzten Jahr führte weltweit zur Verurteilung des vorherrschenden Rassismus. Die Folge waren Massenproteste der "Black Lives Matter"-Bewegung in den USA und dem Rest der Welt. Die Stadt Minneapolis hatte letzte Woche zugestimmt, Floyds Familie 27 Mio. Dollar (umgerechnet ca. 22,6 Mio. Euro) zu zahlen, um einen Rechtsstreit wegen seines Todes beizulegen.

Tom Flanagan

Video: So äußert sich Trump über das Meghan-Interview