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Medizin-Nobelpreis geht an US-Forscher David Julius und Ardem Patapoutian

·Lesedauer: 3 Min.
Die Bekanntgabe in Stockholm (AFP/Jonathan NACKSTRAND)

Der Medizin-Nobelpreis geht in diesem Jahr an die US-Forscher David Julius und Ardem Patapoutian. Ausgezeichnet werden sie für ihre Grundlagenforschung zur Hitze- und Druckwahrnehmung im menschlichen Körper, wie die Nobelversammlung am Stockholmer Karolinska-Institut am Montag bekanntgab. Mit ihren "bahnbrechenden Entdeckungen" zu Rezeptoren für Temperatur und Berührung hätten die beiden Wissenschaftler ein "Geheimnis der Natur" entschlüsselt. Beide Forscher zeigten sich überrascht und erfreut über die Bekanntgabe.

Julius und Patapoutian hätten mit ihren Forschungsergebnissen erklärt, "wie Hitze, Kälte und mechanischer Druck die Nervenimpulse auslösen, mit denen wir die Welt wahrnehmen und uns an sie anpassen", heißt es in der Begründung. "In unserem alltäglichen Leben halten wir diese Empfindungen für selbstverständlich, aber wie werden Nervenimpulse ausgelöst, so dass Temperatur und Druck empfunden werden können?" Die diesjährigen Nobelpreisträger hätten diese wichtige Frage mit ihren Forschungen beantwortet.

Der 65-jährige Julius, der Professor an der Universität von Kalifornien in San Francisco ist, und der 1967 im Libanon geborene Patapoutian, der am Scripps-Institut im kalifornischen La Jolla forscht, werden sich das Preisgeld von zehn Millionen Kronen (rund 985.000 Euro) teilen.

Julius hatte mithilfe von Capsaicin, einem Stoff, der etwa Chilischoten Schärfe verleiht, einen Rezeptortyp an den Nervenenden der Haut entdeckt, der auf Hitze reagiert. Patapoutian entdeckte bei der Erforschung druckempfindlicher Zellen eine neue Kategorie von Rezeptoren, die auf mechanische Reize auf der Haut und in inneren Organen reagieren. Die Erkenntnisse der beiden US-Wissenschaftler werden bei der Behandlung zahlreicher Erkrankungen und Beschwerden wie chronischen Schmerzen genutzt.

Die Nachricht von ihrer Auszeichnung erreichte Julius und Patapoutian, als es an der US-Westküste noch mitten in der Nacht war. Es sei nicht einfach gewesen, die beiden Preisträger ans Telefon zu bekommen, berichtete der Sekretär der Nobelversammlung, Thomas Perlmann. Er habe sie erst "in letzter Minute" mit der Hilfe "eines Vaters und einer Schwägerin" erreicht.

Julius, der 2019 bereits den mit drei Millionen Dollar (2,6 Millionen Euro) dotierten Breakthrough-Preis erhalten hatte, war über den Anruf der Nobelpreis-Jury völlig überrascht. "Damit rechnet man nie wirklich", sagte er Radio Schweden. "Ich dachte, das wäre ein Telefonstreich."

Die Nobel-Stiftung verbreitete zudem ein Foto von Patapoutian und seinem Sohn Luca, die sich die Nobelpreis-Bekanntgabe im Bett auf einem Laptop ansahen. "In der Wissenschaft sind oftmals gerade die Dinge, die wir für selbstverständlich halten, sehr interessant", sagte der Forscher. Die Existenz der von ihm untersuchten Rezeptoren sei zwar bekannt gewesen, ihre genaue Funktionsweise habe jedoch erst ermittelt werden müssen.

Vergangenes Jahr waren die beiden US-Forscher Harvey Alter und Charles Rice sowie ihr britischer Kollege Michael Houghton für die Entdeckung des Hepatitis-C-Virus mit dem Medizin-Nobelpreis ausgezeichnet worden. Bei der damaligen Vorauswahl möglicher Preisträger hatte die Corona-Pandemie noch keine große Rolle gespielt.

In diesem Jahr hatten viele erwartet, das Forschungsergebnisse ausgezeichnet werden, die bei der Eindämmung des Coronavirus helfen, wie etwa die bei den Impfstoffen von Biontech und Moderna verwendete mRNa-Technologie. Auch Forschungen zu Antibiotika-Resistenzen oder neuen Methoden zur Behandlung rheumatischer Erkrankungen wurden als preisverdächtig gehandelt.

Die Vergabe des Medizin-Nobelpreises bildet den Auftakt der Nobelpreis-Woche. Am Dienstag wird die Auszeichnung in der Kategorie Physik verliehen, am Mittwoch folgt Chemie. Nach der Verleihung des Literatur-Nobelpreises am Donnerstag ist am Freitag der Friedensnobelpreis an der Reihe und kommenden Montag schließlich die Auszeichnung in der Kategorie Wirtschaft.

Die nun bereits seit 120 Jahren verliehenen Nobelpreise werden traditionell am 10. Dezember, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel, überreicht. Wegen der Corona-Pandemie werden die Auszeichnungen in den Wissenschaftskategorien sowie der Literatur-Preis dieses Jahr erneut nicht im Rahmen einer großen Zeremonie in Stockholm verliehen, sondern in den jeweiligen Heimatländern der Ausgezeichneten.

gap/

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