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McLaren-Teamchef: Lieber nur 20 Rennen, aber mit Rotation

Stefan Ehlen
·Lesedauer: 2 Min.

23 Rennen plant die Formel 1 in der Saison 2021. Und diese Rekordanzahl kommt nicht überall gut an. "Auch ich bin kein großer Freund von einem Rennkalender mit 23 Rennen", sagt etwa McLaren-Teamchef Andreas Seidl bei 'Sky'. Seine These: 20 Grands Prix pro Jahr reichen aus.

Und was Seidl anders machen würde als bisher: Er würde eine Rotation einführen und Rennen "Jahr für Jahr abwechseln", wie er sagt. "So kann man insgesamt mehr Rennen aufnehmen und neue Strecken besuchen. Das wäre auch viel besser für unsere Mannschaft."

Was der moderne Formel-1-Kalender mit 20 oder mehr Rennen den einzelnen Teammitgliedern abverlange, das sei bereits "brutal", meint der McLaren-Teamchef. Und 2021 verschärfe sich die Situation nochmals mit zusätzlichen Wochenenden.

Kalender- und Mitarbeiter-Rotation?

"Wir müssen uns deswegen etwas einfallen lassen, wie wir mit der Situation umgehen. Können wir wirklich mit einer Mannschaft alle 23 Rennen fahren? Das wird eine Herausforderung", sagt Seidl.

Williams hat bereits reagiert und angekündigt, dass niemand im Team die komplette Saison 2021 bestreiten müsse. Man plant also eine interne Mitarbeiter-Rotation, um die Arbeits- und Reisebelastung zu verteilen.

Derweil sagt auch Formel-1-Fahrer Carlos Sainz: 20 Rennen wären genug. Das sei das "ideale Format" für die Grand-Prix-Szene.

Sainz: Vor Ort muss die Formel 1 mehr tun

Eine Einschränkung hat Sainz aber zu machen: Er würde sich wünschen, die Formel 1 täte vor Ort mehr für die Fans, zumal unter einem möglichen verkürzten Format mit Fahraktivität nur am Samstag und am Sonntag.

Seine These: "Wir sollten nicht nur [zwei Tage] vor Ort sein und dann wieder verschwinden. Wir müssen in die Städte, wir müssen ein Zirkus sein, und einen Eindruck hinterlassen, wenn wir in der Stadt sind." In nur zwei Tagen sei all das nicht zu stemmen, meint Sainz.

Außerdem müsse die Formel 1 "exklusiver" werden mit ihrer Rennplanung. "Wenn wir etwas gelernt haben dieses Jahr, dann, dass es Strecken gibt, auf denen du eine gute Show hast. Aber: Diese Strecken haben wir aufgrund von anderen Interessen nicht immer im Kalender."

Deshalb plädiert auch Sainz für mehr Flexibilität und sagt: "Bei einem Limit von 20 Strecken pro Jahr kannst du ein Rotationssystem machen und Strecken wie Imola, Mugello oder Portimao alle drei oder vier Jahre ansteuern. Das macht die Meisterschaft exklusiver, und die Strecken wollen das auch."

"So hast du mehr Abwechslung bei den Strecken und ein Wochenende hat mehr Gewicht. Das wäre mir lieber als einfach nur 25 oder 26 Rennen für nur zwei Tage."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.