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Maud Angelica Behn: Trauer um Vater Ari Behn hat Maud Angelica fast zerrissen

·Lesedauer: 4 Min.

Als Maud Angelica Behn bei der Trauerfeier für ihren Vater Ari im Januar 2020 das Wort ergriff, rührte sie die ganze Welt. Die damals 16-Jährige zeigt in ihrem großen Schmerz Stärke und Tapferkeit. Fast zwei Jahre später veröffentlicht sie nun ihr erstes Buch, in dem sie ihren Schicksalsschlag verarbeitet und anderen Mut machen will.

Maud Angelica Behn bei der Trauerfeier für ihren Vater Ari Behn (†47) in der Domkirche in Oslo am 3. Januar 2020.
Maud Angelica Behn bei der Trauerfeier für ihren Vater Ari Behn (†47) in der Domkirche in Oslo am 3. Januar 2020.

Als Maud Angelica Behn, 18, am ersten Weihnachtstag im Jahr 2019 die Nachricht des Todes ihres Vaters Ari Behn (†47) erhielt, muss die Welt für sie stehen geblieben sein. Die Tochter des norwegischen Autors aus der Ehe mit Prinzessin Märtha Louise, 50, muss nicht nur mit dem plötzlichen Verlust eines geliebten Elternteils klarkommen. Sie wird auf grausame Weise damit konfrontiert, dass Liebe einen seelisch gepeinigten Menschen manchmal einfach nicht retten kann. "Fäden aus Tränen" lautet der Titel von Maud Angelicas Erstlingswerk, das sie selbst geschrieben und illustriert hat. Seit dem 20. Oktober 2021 ist es auf dem Markt.

Maud Angelica Behn zeigte Stärke in ihrem schwächsten Moment

"Ich zeichne jeden Tag und eines Tages tauchte ein Mädchen auf, das Fäden aus Tränen strickt. Fäden, die sich am Ende in sein ganzes Leben hineinwirken. Ich erkannte, dass das eine schöne Metapher sein kann, wie sich Trauer im Menschen ausbreiten kann," beschreibt die Enkelin von König Harald, 84, und Königin Sonja, 84, die Initialzündung für ihr mutiges und einfühlsames Buch gegenüber der Nachrichtenagentur "NTB". Ari Behn: Trauerfeier in Oslo

Als Maud Angelica an jedem 3. Januar 2020 vor die Trauergemeinde im Dom zu Oslo trat, war ihr die Ungläubigkeit über das Unfassbare ins Gesicht geschrieben. Die Worte sprudelten förmlich aus dem Teenager heraus. "Wir hätten nie gedacht, dass du uns so früh verlässt. Wir dachten, du wärst hier und würdest uns den Gang der Kirche entlang folgen, wenn wir heiraten, sehen, was wir mit unserem Leben anfangen, welche Art von Menschen wir werden, sehen, wie wir uns in Kunst, Make-up und Reiten verbessern und der Großvater unserer zukünftigen Kinder werden." Die pure Verzweiflung über den unwiderruflichen Verlust hallte in dem Kirchengebäude wieder und rührte alle mitfühlenden Herzen.

"Es gibt immer einen Ausweg!"

Aris Kampf mit sich selbst war seinen Kindern Maud, Leah Isadora, 16, und Emma Tallulah, 13, offenbar vertraut. Doch mit dem Schlimmsten rechneten sie nicht. "Wir wussten, dass du sehr traurig warst, aber du sagtest, dass es dir besser ging. Du hast es geheim gehalten und versucht zu verbergen, wie schlecht es dir wirklich ging, um uns keine Sorgen zu bereiten. Ich denke oft, wir hätten mehr für dich da sein können, aber ich weiß, dass das falsch ist," formulierte die Älteste der Geschwister damals die Ängste und Hoffnungen, die sie zu dritt über lange Zeit bis zu dem Tod des geliebten Menschen bewegt hatten.

Trotz all der Trauer, Verzweiflung und Verwirrung über das Geschehene zeigt Maud in diesem Moment ihre Stärke und ihre tief sitzende Qualität, Menschen aufzurütteln und zu bewegen: "Ich will hier allen in der gleichen Situation sagen: Es gibt immer einen Ausweg! Es gibt immer einen Ausweg. Du kannst Hilfe bekommen. Ich bitte euch mit meinem ganzen Herzen, sucht Hilfe! Es gibt immer so viele Menschen, denen du etwas bedeutest."

"Ich habe sehr viel geweint"

Ein Appell, der bis heute nachklingt. Maud macht Mut. "Stark zu sein bedeutet nicht, nicht auch einmal traurig sein zu dürfen. Im Gegenteil, ich habe sehr viel geweint. Zu weinen ist im Grunde eine sehr gute Sache. Ich glaube nämlich nicht, dass jemand einfach seine Trauer überspringen kann, man muss durch sie hindurch. Aber es kommen auch wieder hellere Tage", sagt die junge Autorin und Illustratorin heute. Sie hofft, dass ihr Buch vielleicht Türen für Gespräche öffnen kann.

"Ich selbst habe das große Glück, dass ich so viele gute Menschen um mich herum habe, das haben nicht alle. Aber gib nicht auf, denn die Welt ist voll von so wunderschönen Dingen und Erinnerungen, und: Nicht selten kommt man an Ende stärker am anderen Ende des Tunnels heraus," weiß sie aus eigener Erfahrung. "Es ist vielleicht nicht so einfach etwas zu sagen, wenn man mit einem Gefühl der Hoffnungslosigkeit kämpft. Aber es gibt immer, immer einen Ausweg". Suizid Infobox

Hier spricht eine Kämpferin, die ihren Optimismus und ihre Zuversicht trotz eines fast zerstörenden Schicksalsschlags nicht verloren hat. Von Maud wird man künftig hoffentlich noch einiges hören und lesen, auch wenn sie jetzt erst einmal einen Gang zurückschalten möchte: "Ich zeichne wirklich sehr gerne. Es ist ein Hobby, das ich weiter verfolgen werden. Manchmal schreibe ich auch ein Gedicht. Aber ich habe im Augenblick keine Pläne für neue Bücher." Wie schön, dass die 18-Jährige vermutlich noch jede Menge Zeit haben wird, ihre Meinung zu ändern.

Verwendete Quelle: ntb.no

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