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Marke gegen No-Name: Preiswert ist meist genauso gut

·Freiberufliche Journalistin
(Bild: gettyimages)
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Die schlichten, preiswerten Handelsmarken von Aldi, Lidl, Edeka & Co sind im Schnitt genauso gut wie die teuren Markenprodukte. Das ergab die Bilanz der Test-Redaktion von Stiftung Warentest aus Tests mit 1.739 Lebensmitteln. Lesen Sie hier, wo sich Unterschiede zeigen.

Pizza, Salami, Milch, Nudeln, Kaffee – zwei Einkaufskörbe mit zehn exemplarisch ausgewählten Produkten und gleichem Inhalt. Aber einer gefüllt mit hochpreisigen Markenprodukten, der andere mit günstigen Handelsmarken. Das macht an der Kasse einen riesigen Unterschied: Der Kunde mit dem Handelsmarken-Korb zahlt 45 Prozent weniger, nämlich nur 19,68 Euro statt 36,03 Euro.

Dabei sind viele Handelsmarken qualitativ durchaus mit den Originalen vergleichbar, wie etliche Tests von Stiftung Warentest ergaben. „Hinsichtlich der Qualität ist es ein Kopf-an-Kopf-Rennen“, so Janine Schlenker, Projektleiterin bei Stiftung Warentest. Sie hat die Daten ausgewertet. Dabei habe sich gezeigt, dass sich die Qualitätsurteile von „sehr gut“ bis „mangelhaft“ für 543 Marken- und 627 Handelsmarkenprodukte ähnlich verteilen.

Geschmacklich liegen Marken vorn

Die Verbraucherschützer untersuchten die Produkte aktuell auf bestimmte Kriterien. Dabei stellte sich heraus, dass bei den Tests auf Geschmack und Geruch mehr klassische Marken vorn lagen. Insgesamt beurteilten die Prüfer 16 Prozent der Klassiker bei der sensorischen Prüfung mit „Sehr gut“, aber nur sieben Prozent der Handelsmarken.

Bei der Prüfung auf Schadstoffe kassierten die Klassiker etwas häufiger „mangelhafte“ und „ausreichende“ Noten. 26 Prozent der Handelsmarken bekamen bei der Schadstoffprüfung zudem ein „Sehr gut“, bei den Marken waren es nur 17 Prozent.

Gleichstand gab es beim Vergleich auf Keime. Beide Produktgruppen schnitten durchschnittlich bei der mikrobiologischen Qualität mit der Note 1,7 ab.

Weniger ist mehr

Bei der Kennzeichnungspflicht taten sich die Handelsmarken positiv hervor. Stiftung Warentest stellte fest, dass 46 Prozent aller Produkte dieser Kategorie „gut“ gekennzeichnet sind. Bei den klassischen Marken waren es nur 28 Prozent, zudem wurden sie in diesem Punkt doppelt so oft mit schlechten Noten bewertet. Die Gründe sehen die Verbraucherschützer darin, dass Markenprodukte oft aufwendig und sehr werblich bedruckt werden, um aufzufallen. Dabei komme es oft zu Sprachenwirrwarr.

Bei Bio liegt No-Name vorn

Große Unterschiede zeigten sich bei den Bio-Lebensmitteln. Die teuren Marken unter den Bio-Produkten schnitten viel öfter mit „Mangelhaft“ ab (16 Prozent) als die günstigen Handelsmarken (sechs Prozent). Auch insgesamt lagen die Handelsmarken bei BIO vorn – die Verbraucherschützer errechneten ein durchschnittliches test-Qualitätsurteil von 2,8 für die No-Name-Bio-Produkte. Für die Bio-Marken gab es nur die Note 3,1.

Handelsmarken bei allen Supermärkten etwa gleich gut

Auch die Qualität der Handelsmarken bei den einzelnen Anbietern verglich Stiftung Warentest. Dabei zeigte sich, dass die Supermärkte mit ihrem Angebot qualitativ etwa gleich gut sind. Für Aldi Nord und Süd sowie Lidl vergaben die Tester die durchschnittliche Note 2,7, dicht gefolgt von Edeka und Rewe mit der Note 2,8.

Ein Hersteller, zwei Marken

Im Zusammenhang mit Marken und Handelsmarken wird oft behauptet, dass ohnehin ein und dieselben Produkte lediglich in unterschiedlicher Verpackung verkauft werden.

Aber die Verbraucherschützer stellten fest: „Einige Handelsmarken stammen aus Traditionshäusern. Das heißt aber nicht, dass die Rezepturen und Rohstoffe identisch sind – wie mancher Verbraucher denkt. Wir registrieren oft Qualitätsunterschiede.“

Fazit: Wer gern Handelsmarken kauft, spart eine Menge Geld und findet bei Supermärkten und Discountern insgesamt eine vergleichbare Qualität.

Den vollständigen Bericht von Stiftung Warentest zum Thema „Handelsmarke gegen Marke“ finden Sie hier (kostenpflichtig).

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