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Marc Friedrich im Interview: „Bitcoin rüttelt an den Grundfesten des Systems“

·Lesedauer: 9 Min.

Marc Friedrich ist Finanzexperte, sechsfacher Bestsellerautor, gefragter Redner, Vordenker, Freigeist und Gründer der Honorarberatung Friedrich Vermögenssicherung GmbH für Privatpersonen und Unternehmen.

Sein neues Buch namens „Die größte Chance aller Zeiten: Was wir jetzt aus der Krise lernen müssen und wie Sie vom größten Vermögenstransfer der Menschheit profitieren“ ist bereits drei Tage nach dem Start ein Bestseller. BeInCrypto hat mit Marc über Bitcoin, Regulierungen, Dogecoin, Blasen, Marktzyklen und einiges mehr gesprochen. Los gehts!

Regulierungen und der Stinkefinger gegen das System

In der Türkei und Indien haben wir kürzlich sehen können, dass einige Staaten dazu übergehen den Krypto-Sektor nicht zu unterstützen, sondern zu blockieren. Während die Türkei mit dem Krypto-Zahlverbot durchgestartet ist, hat sich Indien letztendlich doch (wieder) gegen ein gänzliches Krypto-Verbot entschieden. Weltweit sehen wir aber immer mehr Regulierungen auf den Krypto-Raum zukommen. Während das einige Investoren und Kritiker durchaus freut, bedeutet es für andere Krypto-Enthusiasten eine Einschränkung ihrer Handlungsfreiheit. Was denkst du, welche Art von Regulierungen wir noch erleben könnten?

„Du kannst ja ein dezentrales System nicht verbieten. Die Regierungen können natürlich die Börsen reglementieren oder verbieten und den Besitz von Coins verbieten. Aber im Endeffekt ist es unmöglich und Schlupflöcher wird es immer geben. Es wird auch immer Länder geben, die Krypto unterstützen, also Kryptorianer und Bitcoin-Maximalisten willkommen heißen.“

Marc erklärt, dass die Welt viel zu facettenreich ist, um Bitcoin mit grundlegenden Verboten nachhaltig zu schwächen.

„Bitcoin ist schon das regulierteste Gut weltweit. Nichts ist stärker reguliert als Bitcoin. Wir haben KYC, AML (Geldwäschegesetz) und so weiter. Du kannst dich in der Zwischenzeit an keiner Börse mehr anmelden, wo du nicht einen Personalausweis hinterlegst. Also, was wollen sie noch machen? Klar, die möchten es den Leuten schwierig machen, Steine in den Weg legen. Die hassen Bitcoin, weil Bitcoin eine Art Kriegserklärung an das alte Geldsystem ist. Es ist, wie ich immer sage, der Stinkefinger ans Fiat-Geldsystem.“

Der große Reset

Neben der Corona-Krise erleben wir auch einen generellen Wandel auf diesem Planeten. Marc Friedrich erklärt, was in der nächsten Zeit auf uns zukommen könnte:

„Was uns wirtschaftlich erwartet, sehen wir ja jetzt schon: steigende Preise. Wir sehen weiterhin durch die Inkompetenz der Regierung, dass die Schadensmaximierung vorangetrieben wird. Die Notenbanken drucken weiter Geld, die Zinsen sind weiterhin im Keller, der Staat haut weiter die Kohle raus als ob es kein morgen gibt, um diese Krise aufzufangen, abzupuffern. Wir haben immer noch Kurzarbeitergeld und wir haben die Aushebelung der Insolvenzantragspflicht. Es sind laut der Kreditreform hunderttausende Unternehmen, die eigentlich unter normalen Umständen schon längst pleite wären – die Zombieunternehmen.“

Marc erläutert, dass diese Unternehmen durch Gesetzesänderungen und somit staatlich legitimierte Insolvenzverschleppung künstlich am Leben gehalten werden. Das volle Ausmaß der wirtschaftlichen Krise sehen wir momentan also noch nicht.

„Und parallel haben wir durch die Inkompetenz und der Überforderung der Politik. Es gibt Unternehmen, die seit Monaten nicht arbeiten dürfen. Wir haben hier Restaurants, Kosmetikbetriebe, Massagesalons, Pubs, Cafés, Hotels, denen die Arbeit verwehrt wird. Und die meisten werden auch nie wieder aufmachen. Das darf man nicht vergessen. Das sind Solo-Selbstständige, Einzelkämpfer und Künstler, denen die Insolvenz droht. Eine historisch einmalige Pleite, die wir da erleben. Das ist die Bankrotterklärung unseres jetzigen Systems. Von daher erwarte ich nicht, dass wir in wenigen Monaten, wenn alle durchgeimpft sind, wieder in der alten Welt aufwachen. Es wird sich alles für immer verändern. Das ist dieser Paradigmenwechsel, von dem ich in meinem neuen Buch ausführlicher spreche.“

Bitcoin: Ein Bild von BeInCrypto.com
Bitcoin: Ein Bild von BeInCrypto.com

Finanzielle Souveränität: aber wie?

Marc Friedrich spricht nicht nur in seinem neuen Buch über die finanzielle Souveränität. Auch auf seinem YouTube Channel und diversen anderen Social Media-Kanäle können Interessierte sich Wissen rund um die finanzielle Selbstverantwortung aneignen. BeInCrypto wollte von Marc wissen, was der erste Schritt zur finanziellen Selbstverantwortung ist:

„Das wichtigste Überhaupt, das Fundament unseres Systems, ist das Geldsystem zu verstehen. Es geht darum zu verstehen, wie Geld in die Welt kommt, wie Geld geschöpft und kreiert wird. Wir alle haben tagtäglich mit Geld zu tun, aber kaum einer weiß, wie Geld eigentlich entsteht. Es sollte eigentlich ab der fünften Klasse ein Pflichtfach „Geld und Investieren“ geben.“

Für Marc ist klar, dass das Verständnis über das Geldsystem auch das Verständnis über die Schwachpunkte dessen fördert.

„Und dann weiß man eben auch, wie man sich selbst verteidigen, sich selbst vor Entwertung, Inflationierung, Staatsbankrott, Währungsreform und Altersarmut schützen kann. Dann kann man auch in Produkte investieren, die man versteht und an denen man selbst partizipiert – und nicht die Bank oder der Makler.“

Zum erklärt der Ökonom, dass der Weg zur finanziellen Intelligenz beispielsweise auch über seine YouTube-Videos, Bücher und weitere Informationskanäle geht. Sobald das fundamentale Wissensfundament gelegt ist, geht es an die praktische Umsetzung:

„Der zweite Schritt auf dem Weg zur finanziellen Intelligenz, ist Geld vom Konto zu nehmen, Geld aus der Sichtbarkeit der Politik zu nehmen, Geld legal aus dem Bankenkreislauf ziehen und durch die Mathematik limitiert investieren als Gegengewicht und Lebensversicherung gegen das stetige Gelddrucken der Notenbanken und immer neue Rekordschuldenstände der Staaten.“

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Klug investieren und auf die richtigen Metriken setzen

Wenn wir uns die momentanen Aktienpreise zu Gemüte führen, zeigen uns die Preise eine florierende Wirtschaft. Allerdings nur dann, wenn wir die Aktienpreise in inflationierenden Währungen anzeigen, also beispielsweise Euro oder US-Dollar. Würden wir uns die Wertpapierpreise in Bezug auf Bitcoin ansehen, gibt dies ein ganz anderes Bild unserer Wirtschaft ab. Marc erklärt:

„So wie ich alles bis noch vor wenigen Jahren noch in D-Mark umgerechnet habe, befürworte ich für die Preisangaben einen Wertspeicher, einen Wertanker nimmt. Momentan ist das stabilste System – meiner Meinung nach – tatsächlich Bitcoin. Also in Bezug auf Satoshis ist der Euro schon längst in der Hyperinflation, hat schon 99,99 Prozent an Kaufkraft verloren. Deswegen kann man am besten in Satoshis rechnen oder in Bitcoin. In Zukunft werden die Menschen sicherlich nicht mehr in Euro rechnen, sondern vielleicht in Unze Gold oder Satoshi.“

In Marcs Buch finden wir eine Strategie, bei der Anleger von Goldbeständen in Aktien wechseln – je nachdem, welches Asset momentan höher bewertet ist. BeInCrypto wollte wissen, ob wir für diese Strategie auch das digitale Äquivalent für Gold, Bitcoin, einsetzen können:

„Natürlich funktioniert diese Strategie auch mit Bitcoin. In den letzten 100 Jahren war diese goldene Strategie perfekt. Du musstest als Anleger lediglich sechsmal eine Investitionsentscheidung treffen und hast damit den Markt outperformt.“

Ferner erklärt Marc, dass Anleger auf beide Formen des Goldes setzen sollten – physisch und digital.

„Man sollte beides besitzen, meiner Ansicht nach, beides hat das gleiche Ziel – ein gutes, gesundes Geldsystem. Beides gehört ins Portfolio. Natürlich wird Bitcoin besser laufen als Gold. Aber nichtsdestotrotz, wenn doch 0,01 Prozent Wahrscheinlichkeit eintrifft und etwas mit Bitcoin schiefgehen sollte, dann habe ich immer noch meine Goldmünze in der Hand. Und dahingehend sollte man immer auf mehrere Vermögensstandbeine setzen und nicht alle Eier in ein Nest legen.“

Bitcoin: Ein Bild von BeInCrypto.com
Bitcoin: Ein Bild von BeInCrypto.com

Der Dogecoin-Hype: Nachhaltige Entwicklung oder Bubble?

In dieser Altcoin-Season wurden wir Zeuge einer höchst interessanten Entwicklung. Der Meme-Coin Dogecoin hat sich vom Ladenhüter zu einem wahren Gem für jedes Portfolio entwickelt. Doch es ist fraglich, wie nachhaltig dieser Hype um Jackson Palmer´s Bitcoin-Klon ist.

„Lustigerweise habe ich Dogecoin 2014 über eBay gekauft, völlig absurd. Nun habe ich keinen Zugriff mehr auf diese Wallet, ich habe meine Keys verloren. Damals habe ich 200 Euro in Dogecoin investiert, die sind jetzt mehrere tausend Euro wert. Das ist natürlich bitter.“

Marc Friedrich führt weiter aus, dass Dogecoin als Parodie auf Bitcoin gedacht war:

„Jackson Palmer hasst Bitcoin, besitzt auch selbst keinen einzigen Dogecoin, sonst wäre er jetzt Multimilliardär. Aber es ist ein Hype, wir sind in der Alt-Season. Wir dürfen nicht vergessen, dass Bitcoin immer der Vorreiter ist. Und wenn Bitcoin steigt, dann steigen irgendwann auch die ganzen anderen Kryptowährungen, die alle zentralistisch sind. Sind wir dann irgendwann am Ende des Zyklus, implodieren die Preise. Dann verschwinden im Bärenmarkt wieder viele Coins, andere verlieren 99,9 Prozent an Wert.“

Er erklärt, dass einige Altcoins sich im nächsten Bullenmarkt wieder erholen könnten – manche aber eben nicht. In Bezug auf Dogecoin erläutert Marc:

„Dogecoin kann auf 3, 4, 5 US-Dollar gehen. Aber es ist halt eine riesige Blase, weil Dogecoin keinen Usecase, keinen Mehrwert bietet. Bitcoin hingegen schon, Ethereum können wir auch drüber streiten. Das ist diese typische Übertreibungsphase in der wird grade sind. Nachhaltig ist der Dogecoin-Hype also nicht.“

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Wo stehen wir Ende des Bullruns mit Bitcoin?

Wie BeInCrypto bereits berichtete, ist Charlie Munger, stellvertretender Vorsitzender von Berkshire Hathaway, kein großer Bitcoin-Fan. Eher steht er der Bitcoin-Entwicklung überaus skeptisch gegenüber und bezeichnete diese dem „Interessen der Zivilisation widerspricht“. Marc erklärt uns dazu:

„Klar, die sehen ihre Pfunde davonschwimmen. Bitcoin rüttelt an den Grundfesten des Systems. Und der Überbringer schlechter Nachrichten ist selten gerne gesehen. Bitcoin ist ein Spiegel unseres Geldsystems und dahingehend hassen sie Bitcoin.“

Ferner erläutert Marc, dass Finanzgrößen wie Charlie Munger oder Warren Buffet durch die Bitcoin Performance auf Probleme stoßen:

„Die Kunden von Charlie Munger oder Warren Buffett fragen sicherlich, wieso diese nicht in Bitcoin investiert haben. Das war das am besten performende Asset im letzten Jahr, der letzten zehn Jahre, aller Zeiten. Ja, wieso waren die beiden als kluge Köpfe nicht dabei? Und Bitcoin wird auch in den nächsten zehn Jahren gigantisch laufen, natürlich hassen sie Bitcoin. Der Mensch ist bequem, möchte ungern aus seiner Komfortzone raus. Und Bitcoin ist eben eine Kriegserklärung an das alte Finanzsystem.“

Apropos Bitcoin Performance, wo könnten wir Ende des Bullruns preislich mit BTC stehen und wie könnten sich weitere politische Hiebe in Richtung Bitcoin auf den Preis auswirken?

„Es heißt immer politische Börsen haben kurze Beine. Und so ist es auch bei Bitcoin. Kurzfristig sehen wir einen Preisverlust, aber dann beruhigt sich der Markt wieder. Bitcoin als dezentrales Netzwerk ist es egal, was in der Türkei, China, Russland oder in den USA beschlossen wird. Bitcoin ändert sich nicht. Und dahingehend glaube ich, werden wir in diesem Zyklus sechsstellig werden. Das ist mathematisch unabdingbar. Danach erleben wir logischerweise eine Korrektur, möglicherweise sind wir Ende des Jahres schon wieder im Bärenmarkt oder der Konsolidierungsphase. Den Höhepunkt des Bullruns erleben wir Ende Sommer oder im Herbst.“

Danke, Marc!

Der Beitrag Marc Friedrich im Interview: „Bitcoin rüttelt an den Grundfesten des Systems“ erschien zuerst auf BeInCrypto.

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