Deutsche Märkte schließen in 3 Stunden 9 Minuten

Dieser Mann soll das Kaffeegeschäft von Familie Reimann an die Börse bringen

Die JAB will ihre Kaffee- und Teemarken in diesem Jahr aufs Parkett führen. Nun holt sie einen erfahrenen Finanzmanager vom Bierbrauer AB Inbev.


Die JAB rüstet ihre Kaffeesparte Schritt für Schritt für den Börsengang und engagiert nun einen ausgewiesenen Finanzexperten. Scott Gray soll am 24. Februar als Chief Financial Officer von JDE Peet's antreten und helfen, den neuen Kaffeekonzern erfolgreich an die Börse zu bringen.

Im Dezember hatte die Investmentholding der deutschen Unternehmerfamilie Reimann bekanntgegeben, dass Jacobs Douwe Egberts (JDE) mit ihrer US-Kaffeekette Peet's Coffee verschmilzt. An der Spitze steht CEO Casey Keller, der Peet's Coffee seit 2018 führt. Er bringt 25 Jahre Führungserfahrung bei Konsumgüterkonzernen wie P & G, Heinz und Mars Wrigley mit.

Der künftige CFO Scott Gray kommt vom weltgrößten Bierbrauer Anheuser-Busch Inbev, wo er seit mehr als zehn Jahren tätig ist. Dort hatten bereits so einige führende Köpfe von JAB Karriere gemacht – angefangen von JAB Holding Chairman Peter Harf und Olivier Goudet, CEO der JAB Holding. Goudet war erst im März 2019 als Chairman von AB Inbev abgetreten, um sich ganz auf seine Arbeit für JAB zu konzentrieren.

Der Amerikaner Gray war bei AB Inbev zuletzt als Vice President Global Treasury and Risk Management tätig. Dabei war er unter anderem verantwortlich für die Beziehungen zu Banken, Investoren und Ratingagenturen. Eine Erfahrung, die ihm nun beim geplanten Börsengang hilft. Davor war er von Belgien aus etwa für die globale Beschaffung des Getränkekonzerns zuständig. Vor AB Inbev arbeitete Gray als Vice President bei Deutsche Bank Securities. Studiert hat der Manager an der Wake Forest University. Einen MBA erwarb er an der Moore School of Business an der Universität von South Carolina.

Casey Keller, CEO von of JDE Peet's, sagte zur Ernennung von Gray: „Seine Erfahrungen mit den Kapitalmärkten und im Management globaler Finanzen machen ihm zum idealen Mann für die Finanzgeschäfte von JDE Peet's.“ 

Börsengang soll drei Milliarden Euro einspielen

JDE Peet’s erwirtschaftet mit bekannten Kaffeemarken wie Jacobs, Tassimo, Senseo und der Teemarke Pickwick einen Umsatz von rund sieben Milliarden Euro im Jahr. Der Konzern ist damit die Nummer zwei am globalen Kaffeemarkt hinter Nestlé.

Der Börsengang soll laut „Financial Times“ drei Milliarden Euro einspielen. Die zahlreichen externen Investoren von JAB sollen damit eine Möglichkeit zum Ausstieg erhalten. JAB hat seit 2014 von Pensionsfonds, Stiftungen und Family Offices rund zwölf Milliarden Euro eingesammelt und gemeinsam in diverse Konsumgüterfirmen investiert.

Laut Bloomberg wurden kürzlich mit BNP Paribas SA and JPMorgan Chase & Co. die Banken benannt, die einen Börsengang von JDE Peet's in Amsterdam begleiten sollen. Der Schritt aufs Parkett soll Insidern zufolge noch in der ersten Jahreshälfte vonstatten gehen. Der Börsengang könnte das größte Listing in Europa werden nach Knorr Bremse, die im Oktober 2018 etwa 3,85 Milliarden Euros einsammelten.

Der Konsumgüterkonzern Mondeléz hatte 2015 die Bremer Traditionsfirma Jacobs an JAB verkauft und hält noch etwa 26 Prozent an JDE. JAB will allerdings auch nach einem Börsengang beherrschender Aktionär bleiben.