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Manipulationsvorwurf: Drei neue Verfahren gegen Porsche in Kalifornien zugelassen

·Lesedauer: 2 Min.

Ein US-Gericht hat mehrere Sammelklagen zugelassen. Im Januar sollen erste Anhörungen wegen des Verdachts der Abgasmanipulation stattfinden.

Die Modelle bis 2017 stehen in den USA jetzt gerichtlich auf dem Prüfstand. Foto: dpa
Die Modelle bis 2017 stehen in den USA jetzt gerichtlich auf dem Prüfstand. Foto: dpa

Der deutsche Sportwagenbauer Porsche und sein Mutterkonzern Volkswagen sind erneut wegen angeblicher Abgasmanipulationen ins Visier von US-Klägern geraten. In den vergangenen Wochen starteten unter anderem die Anwaltsfirmen Hagens Berman und Lieff Cabraser drei neue Verfahren gegen den Konzern. Beide Kanzleien sind auf Sammelklagen spezialisiert und waren bereits treibende Kräfte beim milliardenschweren Dieselgate-Vergleich.

Die neuen Klagen, über die am Donnerstag zunächst der „Spiegel“ berichtete, stützen sich maßgeblich auf Informationen aus Medienberichten des Nachrichtenmagazins und des „Business Insider“. Demnach sollen interne Porsche-Ermittlungen einen Verdacht erhärtet haben, dass bei Abgaswerten von Benzinern getrickst worden sei. Anfang Oktober bestätigte die Staatsanwaltschaft Stuttgart, Ermittlungen im Zusammenhang damit aufgenommen zu haben.

Volkswagen selbst führte das Verfahren bereits am Donnerstagmorgen im Geschäftsbericht zum dritten Quartal im Abschnitt „Prognose-, Chancen- und Risikobericht“ auf. Hiernach zählen Volkswagen AG, Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, Audi AG und Porsche Cars North America, Inc. zu den Beklagten, allerdings jeweils nicht alle in allen Verfahrenspunkten. Der Konzern schreibt dort, die Kläger handelten im Namen amerikanischer Privatkäufer sowie Leasingunternehmen.

Porsche erklärte auf Nachfrage, die Behörden selbst über die Themen informiert zu haben und weiter mit ihnen zu kooperieren. Es gehe um Sachverhalte, die mehrere Jahre in der Vergangenheit lägen und nach derzeitigem Kenntnisstand nicht die aktuelle Fahrzeugproduktion beträfen. Zu den einzelnen Klagen in den USA könne man sich aufgrund des laufenden Verfahrens nicht weiter äußern, hieß es in der Stellungnahme außerdem.

Laut den Klagen von Hagens Berman und Lieff Cabraser sind in den USA gut 100.000 Porsche der Modelle Panamera und 911 von den möglichen Manipulationen betroffen, die zwischen 2007 und 2017 stattgefunden haben sollen. Die Erfolgsaussichten der Klagen sind im aktuellen Stadium schwer einzuschätzen – in den USA fackeln Anwaltskanzleien nicht lange mit Sammelklagen gegen Unternehmen, häufig versanden diese jedoch auch im Rechtssystem. Erst im März hatte dasselbe Gericht eine Sammelklage abgewiesen. Im Januar sollen in San Francisco die ersten Gerichtsanhörungen zu den Fällen stattfinden.