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Was man jetzt tun kann, um sich vor einem Bärenmarkt im Jahr 2020 zu schützen

Motley Fool Investmentanalyst

Die 2010er-Jahre sind vorbei und es war ein bedeutsames Jahrzehnt für die Investoren. Der Aktienmarkt hat sich von seinem Sturz in den Jahren 2008 und 2009 glänzend erholt und obwohl die Bewegung zuletzt nicht gerade nach oben zeigte, konnten auch die US-Märkte große Einbrüche vermeiden. Die US-Wirtschaft war stark und viele Aktienindizes liegen auf Rekordniveau.

Viele glauben, dass eine Baisse überfällig ist, und das Jahr 2020 ist mit vielen Unsicherheiten behaftet, die zu einer Trendwende führen könnten. Doch unabhängig davon, ob das Jahr 2020 das Jahr ist, in dem der Markt nachgibt, gibt es eine kluge Strategie, die man regelmäßig anwenden sollte, um Gewinne einer Hausse zu schützen und sich gegen einen Kurssturz zu wehren, wenn dieser kommt. Alles, was du tun musst, ist, deine Anlagen neu zu bewerten, um deine Vermögenswertzuteilung wieder ins Gleichgewicht zu bringen, so wie du es dir vorgenommen hast.

Das Risiko aus dem Ruder laufen lasen

Wenn man investiert, sollte man zunächst herausfinden, wie viel Risiko man gerne eingehen will und wie aggressiv man sein möchte, um seine finanziellen Ziele zu erreichen. Strategien der Mittelzuteilung führen in der Regel dazu, dass man ein Gleichgewicht zwischen risikoreicheren und weniger risikoreichen Anlagen findet, um ein ideales Gleichgewicht zwischen Ertrag und Risiko zu erreichen. Wenn beispielsweise dein Zeithorizont relativ kurz ist und du ziemlich konservativ bist, dann könntest du dich dafür entscheiden, die Hälfte deines Geldes an der Börse und die andere Hälfte in festverzinste Anlagen wie Anleihen oder Bankeinlagen zu investieren.

Wenn der Aktienmarkt stärker steigt als weniger volatile Anlagen, kann das dazu führen, dass du plötzlich mehr Risiko in deinem Portfolio hast als zuvor. Nimm zum Beispiel 2019. Der S&P 500 ist um etwa 30 % gestiegen, während ein beliebter, auf Anleihen spezialisierter börsengehandelter Fonds im Jahresverlauf um 9 % zulegen konnte. Wenn du das Jahr mit einem Portfolio im Wert von 200.000 US-Dollar begonnen hättest, die zu gleichen Teilen auf beide Anlagen aufgeteilt waren, dann wären deine Aktien nun etwa 130.000 US-Dollar und deine Anleihen 109.000 US-Dollar wert. Wie du siehst, entspricht diese Aufteilung nicht mehr der ursprünglichen 50/50-Zuteilung, die du angestrebt hast, denn die US-Wirtschaft war stark und viele Aktienindizes sind auf Rekordniveau. Deine Aktien liegen daher jetzt bei 54 %, die Anleihen nur noch bei 46 % deines Portfolios.

Wenn man das so weiterlaufen lässt, ohne das Gleichgewicht wiederherzustellen, könnte das Ungleichgewicht noch größer werden. In den letzten zehn Jahren hätten eine Gesamtrendite von 254 % beim S&P 500 und ein Anstieg von 42 % beim Anleihen-ETF dazu geführt, dass ein ursprünglich ausgeglichenes Portfolio inzwischen mehr als 70 % Aktien enthielte, wenn man es nicht während des gesamten Jahrzehnts immer wieder neu ausgerichtet hätte.

Was ein Rebalancing bewirkt

Das Problem mit der zu hohen Aktienzuteilung in einem Bullenmarkt ist, dass du dadurch anfälliger für einen nachfolgenden Abschwung wirst. Genau das ist vielen Menschen in den Jahren 2008 und 2009 passiert, denn Mitte der 2000er-Jahre waren starke Aktienmarktrenditen zu verzeichnen, die zu hohen Aktienzuteilungen bei denjenigen führten, die vergessen hatten, neu auszubalancieren.

Wenn du dagegen dein Portfolio neu ausrichtest, verkaufst du im Wesentlichen einige deiner Vermögenswerte zu hohen Preisen, um andere Vermögenswerte zu niedrigeren Preisen zu kaufen. Wenn du im obigen Beispiel zehn Jahre lang dein Portfolio nicht neu ausgerichtet hast, dann führt der Verkauf von genügend Aktien und der Kauf von festverzinsten Anlagen, um zu einem 50/50-Split zurückzukehren, dazu, dass du viel weniger Engagement am Aktienmarkt hast, wenn dieser anschließend fällt.

Der Zeitpunkt zum Handeln ist jetzt

Je länger es her ist, dass du dein Portfolio das letzte Mal neu ausgerichtet hast, umso wichtiger ist es, jetzt zu handeln. Diejenigen, die weniger ausgefeilte Zuteilungsstrategien verwenden und sich Aktien und Anleihen nur aus der Vogelperspektive ansehen, müssen nur ein paar Transaktionen durchführen. Wenn du die Dinge genauer untergliederst, um Unterklassen wie US- und internationale Aktien oder Aktien mit hoher und geringer Marktkapitalisierung genauer im Blick zu haben, dann hast du vielleicht mehr zu tun, um dein Portfolio wieder neu auszurichten.

Es gibt keine Garantie dafür, dass im Jahr 2020 eine Baisse kommt, aber das macht es nicht weniger wichtig, jetzt zu handeln. Wenn man sein Portfolio neu ausbalanciert, ist das Risiko genau dort, wo man es haben will – und man ist in einer besseren Position, egal was kurzfristig mit dem Aktienmarkt passiert.

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Dieser Artikel wurde von Dan Caplinger auf Englisch verfasst und am 04.01.2020 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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