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MAN sieht noch kein Ende der Schwächephase

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München (dapd). Nach einem Gewinneinbruch im vergangenen Jahr blickt der Lkw- und Bushersteller MAN pessimistisch in die Zukunft. Das Nutzfahrzeuggeschäft werde auch dieses Jahr schwächeln, sagte der Vorstandsvorsitzende Georg Pachta-Reyhofen am Freitag bei der Bilanz-Pressekonferenz in München. Der Umsatz soll leicht, das Ergebnis nochmals stärker zurückgehen. Er geht davon aus, dass die Nachfrage frühestens in der zweiten Jahreshälfte anspringen werde.

Wegen der Absatzschwäche arbeiten rund 5.000 Mitarbeiter in München und Salzgitter (Other OTC: SZGPY - Nachrichten) seit Mitte Januar kurz. In der Weihnachtszeit hatte MAN bereits die Schichten heruntergefahren und Arbeitszeitkonten abgebaut. Kündigungen plant MAN zwar nicht. Freiwerdende Stellen werden zum Teil aber nicht neu besetzt, wie Finanzvorstand Frank Lutz sagte.

Im vergangenen Jahr war der Nettogewinn um 58 Millionen auf 189 Millionen Euro gesunken. Der Umsatz reduzierte sich um vier Prozent auf 15,8 Milliarden Euro, der Auftragseingang gab um sieben Prozent auf 15,9 Milliarden Euro nach. "Mit diesem Jahresergebnis können wir nicht zufrieden sein", sagte Pachta-Reyhofen. Wegen des schwächeren Ergebnisses soll auch die Dividende von 2,30 auf 1,00 Euro gekürzt werden.

Vor allem im Kerngeschäft Nutzfahrzeuge gaben Umsatz und Ergebnis nach. Konjunkturflaute und Schuldenkrise in Europa hätten den Absatz in Europa einbrechen lassen, erläuterte Pachta-Reyhofen. Auch in Südamerika, dem zweiten wichtigen Markt, gingen die Auslieferungen zurück. Die neue Abgasnorm Euro V in Brasilien habe 2011 zu vorgezogenen Käufen geführt.

Steigende Verkäufe in anderen Regionen wie Russland konnten diese Einbußen nicht kompensieren. Der weltweite Absatz von Bussen und Lastwagen sank im vergangenen Jahr um rund 21.000 auf 134.000 Fahrzeuge.

Nielsen: MAN soll eigenständig bleiben

Zu Einsparungen durch die geplante stärkere Zusammenarbeit mit der schwedischen Konzernschwester Scania wollte sich der MAN-Vorstand nicht äußern. Die Gespräche zu möglichen Kooperationen liefen gut, betonte Anders Nielsen, Vorstandschef von MAN Truck and Bus. Dabei ginge es jedoch mehr um langfristige als kurzfristige Synergien. So seien gemeinsame Bausteine geplant. Die beiden Marken sollen jedoch erhalten bleiben, sagte Nielsen.

Das zweite Standbein von MAN, Motoren und Kraftwerke, entwickelte sich besser. Pachta-Reyhofen sprach vom "stabilisierenden Faktor in unserem Geschäft". Mit einem Gewinn von 503 Millionen Euro steuerte "Power Engineering" auch einen größeren Anteil zum operativen Ergebnis bei als die Nutzfahrzeugsparte, die auf 454 Millionen Euro kam. Aufgrund des steigenden Energiebedarfs rechnet Pachta-Reyhofen beim Kraftwerks- und Motorenbau künftig mit guten Geschäften.

Volkswagen (Other OTC: VLKAY - Nachrichten) hatte in den vergangenen Monaten seinen Anteil an MAN auf mehr als 75 Prozent erhöht. Im Zuge dessen war MAN aus dem DAX (Xetra: ^GDAXI - Nachrichten) ausgeschieden. VW plant nun den Abschluss eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags. Dann kann der VW-Konzern die Tochter noch einfacher kontrollieren und zusätzliche Synergien mit Scania (Other OTC: SVKBF - Nachrichten) heben. Von der Börse nehmen will Volkswagen seine Tochter MAN vorerst aber nicht.

Zu seiner eigenen Zukunft im VW-Konzern wollte Pachta-Reyhofen sich nicht äußern. Er wies nur daraufhin, dass sein Vertrag bis Ende Juni 2016 laufe.

dapd

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