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„Make Amazon Pay-Day“: Amazon-Mitarbeiter wollen am Black Friday an zehn deutschen Standorten streiken

Bereits 2018 protestierten Menschen in Berlin für die "Make Amazon Pay"-Bewegung. (Archivbild) - Copyright: picture alliance / NurPhoto | Emmanuele Contini
Bereits 2018 protestierten Menschen in Berlin für die "Make Amazon Pay"-Bewegung. (Archivbild) - Copyright: picture alliance / NurPhoto | Emmanuele Contini

Am Freitag, den 25. November, findet der Verkaufstag „Black Friday“ statt. Üblicherweise handelt es sich um einen der umsatzstärksten Tage für den Handelskonzern Amazon. Doch planen dieses Jahr die Mitarbeiter in 40 Ländern gegen unfaire Gehälter und unsichere Arbeitsbedingungen zu streiken. Auch in Deutschland rief die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di Tausende Beschäftigte zum Streik auf. Statt eines Black Fridays solle es einen „Make Amazon Pay-Day” geben.

„Make Amazon Pay“

Die Proteste sind Teil der Bewegung „Make Amazon Pay“, in welcher 80 Gewerkschaften, Umweltschutzgruppen und andere Organisationen sich engagieren. Ihr Ziel? Faire Löhne für Amazon-Beschäftigte und das Recht der Arbeitnehmer, Gewerkschaften beizutreten. Zudem fordern sie, dass Amazon einen gerechten Anteil an Steuern zahlt und sich zu ökologischer Nachhaltigkeit verpflichtet.

Die Proteste sollen in Frankreich, den USA, Indien, Irland, Südafrika, aber auch in Deutschland stattfinden. Auch hierzulande rief ver.di die Amazon-Beschäftigten auf, am Black Friday zu streiken. Insgesamt wird es in zehn Fulfillment-Centern Arbeitsniederlegungen geben: in Achim bei Bremen, Bad Hersfeld (zwei Standorte), Graben bei Augsburg, Dortmund, Koblenz, Leipzig, Rheinberg, Werne und Winsen (Luhe). Ver.di fordert, dass die Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels anerkannt und dass der Tarifvertrag Gute und gesunde Arbeit abgeschlossen werden.

"Damit kommt es zum ersten Mal zu einem internationalen Streiktag bei Amazon"

„Damit kommt es zum ersten Mal zu einem internationalen Streiktag bei Amazon“, erklärt Monika Di Silvestre, die bei ver.di zuständig für die Gewerkschaftsarbeit bei Amazon ist, in einer Pressemitteilung. Dieser Streik sei sehr wichtig, da man einem weltweit agierenden Großkonzern wie Amazon nicht nur lokal, regional oder national begegnen könne. Es brauche die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Beschäftigten und ihrer Gewerkschaften. Es sei daher wichtig, den diesjährigen Aktionstag gemeinsam zu begehen, so Silvestre. Streikende aus Koblenz würden am Aktionstag ihre Kollegen in Metz, Frankreich besuchen – und umgekehrt.

Die Gewerkschaftlerin kritisiert, dass sich Beschäftigte aufgrund der in ihrem Land geltenden Gesetze nicht der internationalen Streikbewegung anschließen können. „In vielen Ländern, auch in einigen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, gelten noch immer Gesetze, die Gewerkschaften behindern, in den Streik zu treten. Ohne ein umfassendes Streikrecht ist das Engagement für existenzsichernde Löhne sowie für Tarifverträge und Arbeitnehmerrechte aber nicht mehr als ein kollektives Betteln.“ Ver.di fordere die Europäische Union daher auf, diese Zustände zu beenden und "eine Demokratisierung von Mitbestimmungsrechten in den betreffenden Mitgliedsstaaten einzufordern".

"Es ist höchste Zeit, dass der Tech-Gigant mit seinen ungeheuerlichen Praktiken aufhört"

Der internationale Aktionstag wird durch UNI Global Union organisiert. Hierbei handelt es sich um einen weltweiten Zusammenschluss von Gewerkschaften aus dem Dienstleistungsbereich. Christy Hoffman, die UNI-Generalsekretärin, sagt: „Es ist höchste Zeit, dass der Tech-Gigant mit seinen ungeheuerlichen Praktiken aufhört, die Betriebsverfassungsgesetze endlich respektiert und mit den Beschäftigten und deren Institutionen in Verhandlungen für bessere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen einsteigt.“

Und Amazon? Das Unternehmen erklärte, dass es an Verbesserungen in Bereichen wie Klimawandel sowie Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter arbeite. „Wir erfinden und investieren erheblich in all diese Bereiche, spielen eine bedeutende Rolle bei der Bewältigung des Klimawandels mit der Klimazusage, bis 2040 kohlenstofffrei zu sein, bieten weiterhin wettbewerbsfähige Löhne und großartige Sozialleistungen und erfinden neue Wege, um unsere Mitarbeiter in unserem Betriebsnetzwerk sicher und gesund zu halten, um nur einige zu nennen”, sagte ein Amazon-Sprecher in einer Stellungnahme gegenüber "Fortune".

Amazon hat laut Business Insider US in den vergangenen Jahren versucht, seinen schlechten Ruf als schlechter Arbeitgeber loszuwerden. Dabei helfen sollen Programme wie WorkingWell, die Mitarbeiter unterstützen sollen, auf ihr körperliches und geistiges Wohlbefinden zu achten. Für die USA scheinen diese Maßnahmen nicht genug: Daten zeigen, dass beispielsweise das hohe Arbeitstempo von Amazon das Verletzungsrisiko für die US-Lagerarbeiter erhöht.

lidi