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Maas zu Iran-Konflikt: Gefahr neuer Zuspitzung nicht gebannt

BERLIN (dpa-AFX) - Bundesaußenminister Heiko Maas hat vor der Möglichkeit einer neuen Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran gewarnt. "Eine direkte militärische Auseinandersetzung wurde vorerst abgewendet", sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstag). "Aber die Gefahr einer neuen Zuspitzung ist nicht gebannt."

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran schwebten "wie ein Damoklesschwert über der Region", sagte Maas. Vor allem im Irak, aber auch in Ländern wie dem Libanon und in den Golfstaaten seien "unsere Bemühungen um Stabilisierung, um die Bekämpfung des IS und für ein Ende der blutigen Konflikte in Syrien und im Jemen noch schwieriger geworden". "Es herrscht eine große Verunsicherung." Maas kündigte an, am Sonntag nach Jordanien zu reisen. Er wolle ausloten, wie mit den auf Ausgleich bedachten Kräften in der Region wieder Vertrauen aufgebaut werden könne.

Die USA hatten in der Nacht zum 3. Januar den iranischen Top-General Ghassem Soleimani mit einem Luftangriff in der irakischen Hauptstadt Bagdad gezielt getötet. Der Iran reagierte in der Nacht zum Mittwoch mit Raketenangriffen auf von US-Soldaten genutzte Stützpunkte im Irak. Danach hatten US-Präsident Donald Trump und Irans Präsident Hassan Ruhani angekündigt, den Konflikt zunächst auf politischer Ebene führen zu wollen.