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Münchens Flughafenchef will Terminals in New York bauen

Michael Kerkloh will in New York und Newark Terminals betreiben – auch weil auf dem Heimatmarkt Wachstum schwerfällt.


Es ist sein schwierigstes Projekt: die dritte Bahn für den Flughafen München. Schon seit 2007 arbeitet Michael Kerkloh, der Chef des Airports, an diesem Vorhaben. Eine Geduldsprobe. Erst im November legte die neue bayerische Landesregierung aus CSU und Freien Wählern die Entscheidung über den Bau bis 2023 auf Eis.

Angesichts dessen scheint es eine gute Idee zu sein, nach neuen Wachstumsmöglichkeiten zu suchen. Und Kerkloh glaubt, diese nun im Ausland gefunden zu haben.

Die Tochtergesellschaft Munich Airport International (MAI) will in den Bau und Betrieb von neuen Terminals an den Flughäfen John F. Kennedy in New York und Newark (New Jersey) einsteigen. So steht es jedenfalls im Kundenmagazin der Flughafengesellschaft.

Äußern will sich das Unternehmen nicht. Das werde man erst tun, wenn es konkreter werde. Bekannt ist: In New York soll ein neues Terminal für sieben Milliarden Euro entstehen. Mit dabei sind unter anderem der Finanzinvestor Carlyle Group und die Lufthansa.

Beide kennt Kerkloh: Die „Hansa“ betreibt in München ihr zweitgrößtes deutsches Drehkreuz, mit Carlyle arbeitet der Flughafen bei der Beratung von Airports etwa in den USA und Mexiko zusammen. 

Mit seinem Engagement in New York und Newark betritt Kerkloh Neuland. Anders als etwa der Rivale Fraport aus Frankfurt sind die Münchener im Ausland bisher zwar beratend aktiv, nicht aber mit dem Betrieb von Flughäfen oder Terminals beauftragt.

Der promovierte Betriebswirt Kerkloh, der im westfälischen Ahlen geboren wurde, führt den Airport seit 2002. Offensichtlich will er in einigen Monaten eine Flughafengesellschaft übergeben, die fit für die Zukunft ist – auch ohne dritte Bahn. Denn Ende des Jahres hört der Manager auf.

Um seine Nachfolge ist schon jetzt ein Streit entbrannt, der sich mal wieder um die dritte Bahn dreht. Die Freien Wähler, erbitterte Gegner eines Ausbaus, fürchten, dass die CSU einen Kandidaten aus den eigenen Reihen installiert. Der wäre dann wohl Anhänger einer neuen Bahn.