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Die Märkte 2018: Was Fondsmanager prognostizieren

Das Jahr 2017 neigt sich seinem Ende zu. 2018 steht vor der Tür. Der (Shenzhen: 002631.SZ - Nachrichten) richtige Zeitpunkt also, um nach vorne zu blicken. Was Fondsmanager für 2018 erwarten:

Für 2018 gehen die meisten Auguren der Fondsgesellschaften von einem guten Jahr für Anleger aus –die Weltwirtschaft wächst und die Gefahr eines Konjunktureinbruchs wird als gering eingeschätzt. „Der ‚Steady State‘ soliden Wachstums bleibt das wahrscheinlichste Szenario. Die Inflation sollte eher schwach bleiben, für ein sprunghaftes Ansteigen sehen wir kaum Hinweise. Im Ergebnis dürften die Zentralbanken, allen voran die Fed und die EZB, in ihrem Bestreben geldpolitischer Normalisierung moderat bleiben, mit einem wachen Auge auf die nach wie vor unübersehbaren Risiken“, meint Dr. Martin Lück, Leiter Kapitalmarktstrategie für Deutschland, die Schweiz, Österreich und Osteuropa bei BlackRock (Sao Paolo: BLAK34.SA - Nachrichten) .

Paul Jackson, Head of Multi-Asset Research bei Invesco PowerShares, rechnet 2018 mit Leitzinsanhebungen, sieht im Beginn der geldpolitischen Straffung durch die Zentralbank jedoch nicht das Ende des Aktienmarktzyklus. Andere Ereignisse könnten die Finanzmärkte jedoch negativ beeinflussen: „Die Märkte dürften mit Dingen beschäftigt sein wie dem Zeitpunkt der nächsten Rezession in den USA (der unserer Meinung nach nicht in 2018 liegen dürfte), der Frage, ob die chinesischen Behörden den Schuldenabbau weit genug voran treiben werden, um die Wirtschaft zu bremsen (woran wir zweifeln) und dem Ausgang der Brexit-Verhandlungen – wird Großbritannien aus der EU austreten und unter welchen Bedingungen (wahrscheinlich ja, und unter schlechten Bedingungen). Die wirtschaftliche Achterbahn beschreibt daher unseren Ausblick für 2018 gut.“

Aktien – die Gewinner 2018

Für Tine Choi, Chefstrategin der Danske Bank (London: 0NVC.L - Nachrichten) , bietet das Jahr 2018 aufgrund der erwarteten starken Konjunkturentwicklung vor allem in Hinblick auf Aktien die höchsten Renditechancen: „Die Unternehmen haben ihre Investitionen in neue Produktionsausrüstung erhöht. Das (Shenzhen: 002421.SZ - Nachrichten) wird ebenfalls dazu beitragen, die Wirtschaft in Gang zu halten und den Aufschwung zu verlängern. Wir gehen deshalb auch davon aus, dass die Unternehmen in der Lage sein werden, ihre Gewinne 2018 zu steigern – und wenn die Unternehmen mehr Geld verdienen, ist das ein Nährboden für höhere Aktienkurse.“ Das größte Potenzial für Kursanstiege sieht sie in Aktien aus Europa und den USA, da dort die Wirtschaftsdynamik derzeit am stärksten sei. „Auf Branchenebene bevorzugen wir Aktien aus den vier Sektoren Finanzen, Rohstoffe, IT und Gesundheit“, erklärt die Expertin.

Mit einem guten Jahr für Aktien rechnet auch für Yves Maillot, Leiter europäische Aktien bei Natixis (London: 0IHK.L - Nachrichten) Asset Management. „Die Normalisierung der Geldmarktpolitik, Schwankungen der Wechselkurse oder erneut aufkommende Wertschwankungen könnten dieses Umfeld jedoch trüben. Im Jahr 2018 wird ‚Dynamik‘ mehr denn je das Leitmotiv an den europäischen Aktienmärkten sein. Allerdings muss man bei der Einzeltitelselektion auch weiterhin flexibel agieren. Außerdem müssen wir uns auf die M&A-Aktivitäten konzentrieren, die im nächsten Jahr wieder anziehen dürften. Dies gilt insbesondere für die Branchen Lebensmittel und Getränke, Gesundheit und Pharma, Telekommunikation sowie Technologie. Kleinere und mittelgroße Unternehmen sollten sich ebenfalls weiter erfreulich entwickeln.“

„An den Börsen einen Nutzen aus der wirtschaftlichen Aufheiterung in Europa zu ziehen, wird sich 2018 jedoch als schwieriger erweisen. Denn der Umsatz der großen europäischen Konzerne ist stark international geprägt, sodass sie für einen europäischen Konjunkturaufschwung relativ unempfindlich und eher den negativen Auswirkungen eines stärkeren Euros auf ihre Ergebnisse ausgesetzt sind. Die Aktienkurse von Unternehmen mit kleiner und mittlerer Marktkapitalisierung, die enger mit dem Wirtschaftsaufschwung in Europa verzahnt sind, haben sich ihrerseits in den vergangenen fünf Jahren im Durchschnitt bereits verdoppelt (zweifache Performance des Euro Stoxx). Und die effektive Reduzierung der Anleihenkäufe durch die Europäische Zentralbank ab Anfang nächsten Jahres wird letztendlich die Frage nach ihrer konkreten Auswirkung auf die Zinsen und damit auf alle Bewertungen der Märkte aufwerfen“, meint Dider Saint-Georges, Managing Director und Mitglied des Anlageausschusses bei Carmignac.

Mit dem „Beginn einer Bereinigung von sogenannten Zombie-Unternehmen, die sich nur aufgrund der günstigen Fremdfinanzierung so lange halten konnten“ rechnet Guy de Blonay, Fondsmanager des Jupiter Global Financials SICAV für 2018. „Die Kluft zwischen Gewinnern und Verlierern wird sich ausweiten. Für uns bedeutet das, dass wir Anfang 2018 stärker in Unternehmen aus Schwellenländern und FinTech-Unternehmen engagiert sein werden als zu Beginn des laufenden Jahres, aber auch in US- und europäischen Banken.“

Wird 2018 der Höhepunkt erreicht

Angesichts der anhaltenden Euphorie an den Aktienmärkten stellt sich die Frage, ob der Aktienmarkt 2018 seinen Zenit erreicht, denn naturgemäß folgt auf einen Aufschwung auch irgendwann ein Abschwung. Dr. Martin Lück hält die Gefahr eines plötzlichen Konjunktureinbruchs jedoch für unwahrscheinlich. Und Tine Choi sieht keine Anzeichen für eine Aktienblase: „Wir sind der Meinung, dass die steigenden Unternehmensgewinne bislang die Kursanstiege gerechtfertigt haben, und dass sich dieser Trend im nächsten Jahr fortsetzen wird. Fallen das Wirtschaftswachstum und die Unternehmensgewinne jedoch enttäuschend aus – z. B. weil die Zinsen stärker und schneller steigen als erwartet - wird das die Aktienkurse natürlich negativ beeinträchtigen. Das ist aber nicht unser Hauptszenario für 2018.“

Attraktive Schwellenländermärkte

Attraktive Anlagechancen an den Schwellenländermärkten sieht auch Ibrahima Kobar, stellvertretender Chief Executive Officer und Co-Chief Investment Officer bei Natixis Asset Management. „ … Diese Börsenplätze [profitieren] von einem kräftigen Wachstum, den Aussichten auf steigende Unternehmensgewinne sowie von attraktiven Bewertungen […]. So werden diese Märkte gegenüber den etablierten Börsenplätzen zu einem 25%-igen Abgeld gehandelt. Die asiatischen Schwellenländer stufen wir in diesem Zusammenhang als am attraktivsten ein. Aber ebenso wie in den Industriestaaten ist angesichts der nach wie vor bestehenden Risiken auch hier Flexibilität gefragt. Denn die drei Tendenzen, die sich 2017 noch als vorteilhaft erwiesen haben (ein schwächerer Dollar, steigende Rohstoffpreise sowie ein anziehendes Gewinnwachstum), halten unter Umständen nicht an. Gleichzeitig identifizieren wir in Lateinamerika nach wie vor Risiken.“

Chance Hochzinsanleihen

Eine kräftige Konjunktur, hohe Unternehmensgewinne und eine niedrige Volatilität haben das Jahr 2017 geprägt. Stephen Jones, Chief Investment Officer, Kames Capital (Other OTC: CGHC - Nachrichten) hält es jedoch für „naiv“, einen ähnlich steilen Trend an den Märkten für 2018 zu prognostizieren. „Aber die Rückkehr zur Volatilität kann ironischerweise beruhigend sein. Denn dann sind die Anleger sich sicher, dass die Gewinne ´hart verdient´ wurden. Wenn die Volatilität zurückkehrt, wird dies voraussichtlich hauptsächlich dem Verhalten der Anleihemärkte zuzuschreiben sein. Ein weiteres Jahr mit positiven Nachrichten aus der Wirtschaft wird jene bestärken, die erneut höhere Zinsen am langen Ende vorhersehen. Sofern die Inflation nicht deutlich und nachhaltig steigt (was ich bezweifle) werden die Anleiherenditen voraussichtlich auf einem für die Aktienmärkte günstigen Niveau verharren (statt sich zu einer attraktiven Alternative zu entwickeln). Folglich sollte die Performacne von Unternehmensanleihen 2018 ungeachtet der teilweise recht geringen Kreditspreads die Wertentwicklung von Staatsanleihen übertreffen. Vor allem Hochzinsanleihen könnten sich als große Gewinner der US-Steuerreform erweisen – sofern Trump liefern kann was er verspricht.

(AB)