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Lyft ist dem selbstfahrenden Taxi einen weiteren Schritt näher gekommen

Motley Fool Investmentanalyst

Das Taxi-Unternehmen Lyft (WKN:A2PE38) kam letzte Woche seinem Ziel der selbstfahrenden Taxis einen Schritt näher, als ein Unternehmensvertreter in einem Blogbeitrag sagte, dass man Chrysler-Pacifica-Hybridautos zur autonomen Testflotte hinzufüge und eine neue Niederlassung für selbstfahrende Autos (AVs) eröffne.

Die neue Einrichtung in East Palo Alto, Kalifornien, wird es dem Unternehmen ermöglichen, die Anzahl der AV-Tests zu erhöhen. Darüber hinaus wird das Unternehmen testen können, wie die Systeme mit verschiedenen Straßenkonfigurationen umgehen, einschließlich Kreuzungen, zusammenführenden Fahrspuren, Ampeln und ähnlichen Herausforderungen. Das Unternehmen sagte in der Meldung, dass die neue Anlage es Lyft ermöglichen werde, „die Innovationsgeschwindigkeit weiter zu beschleunigen“.

Lyft sagte, dass es viermal mehr autonome Meilen pro Quartal fahre als noch vor sechs Monaten und weltweit etwa 400 Mitarbeiter beschäftige, die an selbstfahrenden Technologien arbeiten. Diese Zahl wird sich wahrscheinlich noch erhöhen, wenn man bedenkt, dass Lyft mehr als 40 freie Stellen im Bereich selbstfahrende Autos auf seiner Website aufgelistet hat.

Zur neuen Anlage sagte Lyft, dass es Pacifica Minivans zu seiner AV-Flotte hinzufüge – das ist das gleiche Fahrzeug, das Waymo, Alphabets Unternehmen für selbstfahrende Autos, für sein öffentliches Selbstfahrprojekt und AV-Tests verwendet. Lyft sagte: „Die Größe und Funktionalität des Minivans bieten unserem Team eine große Flexibilität, um zu experimentieren.“

Warum ist das alles wichtig für die Zukunft von Lyfts autonomen Fahrzeugen? Um in den kommenden Jahren über eine Flotte autonomer Fahrzeuge zu verfügen, muss Lyft bereits jetzt die Grundlagen schaffen.

Macht Lyft nicht schon AV-Tests?

Lyft arbeitet natürlich bereits an AV-Tests. Der ursprüngliche Prüfstand ist seit Anfang 2018 in Betrieb. Das Unternehmen begann Anfang des Jahres auch eine Partnerschaft mit Waymo, um autonomes Fahren zu testen. Darüber hinaus arbeitet Lyft auch mit Aptiv zusammen, einem AV-Technologieunternehmen, und gemeinsam haben sie „das größte öffentlich verfügbare kommerzielle Selbstfahrprogramm des Landes“ entwickelt und mehr als 75.000 Fahrten im Rahmen dieser Partnerschaft durchgeführt.

Aber die jüngsten Ankündigungen von Lyft zeigen, dass das Unternehmen seinen Fokus etwas weiter ausdehnt. Die Pacifica-Minivans werden seit mehr als einem Jahr vom Waymo-AV-Taxi-Dienst-Programm in Phoenix eingesetzt, was sie zu einer bewährten Wahl macht. Lyft ist vielleicht noch nicht bereit, einen umfassenden autonomen Mitfahrdienst einzuführen, aber das Ausprobieren dieser Fahrzeuge bedeutet wahrscheinlich, dass es die früheren Phasen der Tests hinter sich lässt und nun prüft, wie seine Technologie der nächsten Generation mit neuen Fahrzeugen umgehen kann.

Warum das für Lyft wichtig ist

Lyft und andere Unternehmen, darunter Uber, beobachten die Entwicklungen im Bereich selbstfahrende Autos aufmerksam und testen die Technologien selbst, da sie schließlich zu einem integralen Bestandteil ihres Geschäftsmodells werden könnten. Forschungsergebnisse Intel prognostizieren, dass der AV-Taxidienst-Markt bis 2050 einen Wert von 3,7 Billionen US-Dollar haben könnte.

Wenn die Vorschriften für Fahrer von Mitfahrgelegenheiten weiter zunehmen, wird Lyft wahrscheinlich zunehmend auf AVs zurückgreifen, um schließlich einige menschliche Fahrer zu ersetzen.

Erst vor wenigen Monaten hat der US-Bundesstaat Kalifornien ein Gesetz verabschiedet, das unabhängigen Auftragnehmern, einschließlich der Fahrer von Lyft, den Weg ebnen könnte, Teil einer festen Belegschaft zu werden. Wenn das umgesetzt wird und andere Staaten dem Beispiel Kaliforniens folgen, könnte das die Betriebskosten für Lyft deutlich erhöhen. Das könnten schlechte Nachrichten für das Unternehmen sein, das im Moment unrentabel ist und hofft, in zwei Jahren schwarze Zahlen zu schreiben.

Obwohl die Ankündigungen von Lyft im Moment nicht allzu bedeutsam erscheinen mögen, sollten die Investoren wissen, dass diese Babyschritte, die das Unternehmen näher an den AV-Taxidienst heranführen, in den kommenden Jahren enorme Ergebnisse bringen könnten. Vorerst sollten sich die Investoren freuen, dass Lyft seinen eigenen AV-Test verstärkt. Jeder Schritt, den das Unternehmen jetzt macht, bedeutet, dass es viel besser auf eine selbstfahrende Zukunft vorbereitet sein wird.

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Suzanne Frey, eine Führungskraft bei Alphabet, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Dieser Artikel wurde von Chris Neiger auf Englisch verfasst und am 17.11.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können. 

The Motley Fool besitzt Aktien von Alphabet (A-Aktien) und Alphabet (C-Aktien) und empfiehlt sie. The Motley Fool empfiehlt Intel und Uber Technologies und empfiehlt folgende Optionen: Short Januar 2020 $50 Calls auf Intel.

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