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Luxemburgs Premier bedauert Mangel an europäischer Solidarität in der Krise

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LUXEMBURG (dpa-AFX) - Der luxemburgische Premierminister Xavier Bettel hat einen Mangel an europäischer Solidarität und Zusammenarbeit in der Coronakrise beklagt. Man habe erleben müssen, wie "fragil" die 25 Jahre zuvor in Schengen unterschriebenen Bekenntnisse zu offenen Grenzen, Bewegungsfreiheit und Solidarität gewesen seien, sagte Bettel am Dienstag in einer Rede zur Lage der Nation vor dem Parlament in Luxemburg. "Die ersten Reflexe von einer Reihe der EU-Mitgliedstaaten für eine Abschottung waren das Gegenteil von dem, was uns eigentlich ausmacht", sagte Bettel.

Ohne zeitweilige Grenzschließungen durch Deutschland und Frankreich direkt zu erwähnen, kritisierte er, von einem Tag auf den nächsten sei alles, was eigentlich aus dem Alltag nicht wegzudenken schien, infrage gestellt worden. "Nach dem ersten Schock" habe die Zusammenarbeit in der Region aber sehr gut funktioniert. So habe man in ständigem Kontakt mit den Nachbarländern erreichen können, dass die Berufspendler die Grenzen überschreiten konnten.

Rund 540 000 Menschen seien in Luxemburg mindestens einmal auf das Virus getestet worden. Es gebe keinen Anlass, jetzt neue Restriktionen einzuführen. Luxemburg werde wegen der Pandemie in diesem Jahr ein Rekord-Haushaltsdefizit von 4,4 Milliarden Euro haben

- immerhin weniger als die erwarteten 5 Milliarden. Der Finanzsektor,

der 30 Prozent des Reichtums des Großherzogtums erwirtschaftet, habe die Krise besser als erwartet überstanden.