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Lukrative Nebenjobs: So verdienen viele Ärzte im Jahr knapp 100.000 Euro – und diese Tätigkeiten sind dabei beliebt

Nach dem Studium ist ein Job sicher samt gutem Gehalt. Und auch lukrative Nebenverdienste winken Medizinern. - Copyright: Getty Images
Nach dem Studium ist ein Job sicher samt gutem Gehalt. Und auch lukrative Nebenverdienste winken Medizinern. - Copyright: Getty Images

Ärztinnen und Ärzte verdienen gut, sehr gut sogar. Der Gehaltsreport des Jobportals Stepstone* zeigt, dass viele Mediziner sogar zu den Spitzenverdienern dieses Landes gehören. Sie zählen zu den wenigen 4,3 Prozent der Beschäftigten aus dem Bereich Gesundheit und soziale Dienste, welche die magische Grenze eines Jahresgehalts von 100.000 Euro überschreiten. Schaut man noch genauer hin, verdienen Mediziner wohl aber noch weitaus mehr. Denn viele von ihnen üben neben ihrem Hauptjob noch einen weiteren aus – und verdienen so deutlich mehr, als übliche Analysen erfassen.

42 Prozent der Ärzte üben einen Nebenjob aus

Laut dem Stepstone-Gehaltsreport liegt das Gehalt für Ärzte in Deutschland im Durchschnitt bei 92.000 Euro im Jahr. Der Median liegt bei 78.317 Euro im Jahr – er liefert ein noch repräsentativeres Gehaltsbild. Denn das Median-Gehalt liegt genau in der Mitte aller Gehaltsangaben. Es gibt also exakt gleich viele Gehälter über und unter diesem Wert. Durchschnittsgehälter können dagegen durch sehr niedrige oder sehr hohe Verdienste verfälscht sein. Und da die Gehaltsspanne bei Medizinern sehr breit ist, kommt der Median der Realität näher.

Ein Gehalt von fast 80.000 Euro – davon träumen viele nur. Trotz dieses hohen Verdienstes gibt es aber zahlreiche Ärzte, die Nebenjobs ausüben. Sei es, weil sie sich nach einem Perspektivwechsel oder nach zusätzlichem Einkommen sehnen. Über die genauen Beweggründe und darüber, welche Nebentätigkeiten welche Zusatzgehälter einbringen, liefert eine Umfrage der Website Medscape Antworten. Die Website, die sonst vorrangig Ärzten medizinische Informationen zur Verfügung stellt, befragte dafür insgesamt 1500 Leserinnen und Leser.

Insgesamt gaben 42 Prozent der befragten Medizinerinnen und Mediziner an, derzeit noch eine Nebentätigkeit neben dem Hauptjob auszuüben. Im Schnitt verbringen sie damit 21 Stunden pro Monat. Weitere 133 Stunden fallen auf die Haupttätigkeit als Arzt.

40 Prozent wollen einfach mehr verdienen

Warum aber üben so viele Mediziner nebenher einen anderen Job aus? Tatsächlich liegt es nicht daran, dass Ärzte unzufrieden mit ihrer Arbeit sind. Ganz im Gegenteil: Die meisten Ärzte waren laut der Umfrage entweder sehr zufrieden (28 Prozent) oder zumindest zufrieden (43 Prozent) mit ihrem Job. Nur acht Prozent gaben an, nicht zufrieden zu sein und nur ein Prozent war laut der Befragung überhaupt nicht zufrieden.

So ist für viele tatsächlich das Geld der Anreiz: 40 Prozent gaben an, dass sie sich mit ihrem Nebenjob etwas dazuverdienen wollen. Weitere 19 Prozent, mit der Nebentätigkeit andere Interessen verwirklichen zu wollen und wieder andere wollen einfach etwas Spaß neben dem stressigen Joballtag haben (15 Prozent). Tatsächlich spielte aber auch Corona für jeden Vierten eine Rolle: 25 Prozent gaben demnach an, ihre Nebentätigkeit während der Pandemie begonnen zu haben, etwa weil Patientinnen und Patienten ausblieben.

Was aber für Nebentätigkeiten sind das, die zusätzliches Geld einspielen und andere Interessen stillen sollen? Die meisten Ärzte (29 Prozent) gaben wenig überraschend an, nebenher Extra-Schichten in einer Klinik oder Pflegeeinrichtung zu absolvieren. Andere halten Vorträge (26 Prozent) oder geben Lehrveranstaltungen (18 Prozent). Während der Pandemie wurden zudem 24 Prozent der Befragten nebenher in Impfzentren tätig. Ein kleiner Teil der Befragten gab beispielsweise auch an, in Startups aus dem Medizinbereich tätig zu sein (drei Prozent) oder Blogeinträge zu verfassen (drei Prozent).

Nur sieben Prozent der Befragten waren außerhalb der Medizin nebenberuflich tätig. Besonders beliebt hierbei die Bereiche Sport (16 Prozent), Immobilien (16 Prozent) und Unterricht zu sonstigen Themen (neun Prozent).

1400 Euro pro Monat – nur durch den Nebenjob

Vor der Pandemie haben Ärzte pro Jahr mit ihrer Nebentätigkeit knapp 16.500 Euro verdient – wobei Männer auf Werte von bis zu 18.000 Euro kamen und Frauen auf Werte von 12.000 Euro. Diese Diskrepanz verwundert insofern wenig, als in der Umfrage auch herauskam, dass Frauen beispielsweise seltener zu nebenberuflichen Vorträgen eingeladen wurden.

Zukünftig sind ähnliche Zuverdienste zu erwarten: Die Befragten rechnen im Schnitt damit, 16.700 Euro im Rahmen ihrer Nebentätigkeit zu verdienen. Zufrieden waren die meisten damit aber nicht. So sahen 67 Prozent in Sachen wirtschaftlicher Erfolg noch Luft nach oben. Dabei reichten die bisherigen Zuverdienste in vielen Fällen dazu aus, um als Spitzenverdiener zu gelten.

Zur Einordnung: Als Spitzenverdiener werden all diejenigen bezeichnet, die im Jahr mehr als 100.000 Euro verdienen. Geht man von einem Gehalt als Mediziner von 78.317 Euro im Jahr aus (Median laut Stepstone) und addiert den Zuverdienst von 16.700 Euro brutto pro Monat (Durchschnitt Medscape), kommt immerhin ein ungefähres jährliches Gehalt von 95.017 Euro heraus.

Nebenjob als Arzt: Jeder Fünfte empfindet das als größere Erfüllung als den eigentlichen Job

Nebenjobs sind für viele Mediziner also tatsächlich ein wichtiger Hebel, um das ohnehin hohe Gehalt weiter anzuheben. Darüber hinaus beschreiben die meisten Befragten ihre Nebentätigkeit aber auch als überaus erfüllend: Jeder Fünfte sah in seinem Nebenjob sogar eine größere Erfüllung als im eigentlichen Job als Arzt. Die Mehrheit (57 Prozent) fand in der Nebentätigkeit zumindest gleich viel Erfüllung und jeder Vierte sieht darin weniger Erfüllung. Trotz dieser Zahlen gaben 75 Prozent der Ärzte an, ihren Hauptjob aber nicht aufgeben zu wollen.

Weiter ausbauen wollen die meisten Ärzte ihren Nebenverdienst aber auch nicht. So gaben 42 Prozent der Befragten an, dass ihnen eine Work-Life-Balance wichtiger ist und sie deswegen nicht noch mehr nebenher arbeiten würden. 16 Prozent geben zudem an, dass sie ihren Verdienst nicht noch weiter maximieren wollen.

*Stepstone gehört wie Business Insider zum Axel-Springer-Verlag.