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Lufthansa-Technik verkleinert Vorstand

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Die Wartungstochter der Lufthansa dünnt die Führung aus. Zwei Vorstände verlassen das Unternehmen, ihre Aufgaben sollen neu verteilt werden.

Die Wartungstochter dünnt die Führung aus. Foto: dpa
Die Wartungstochter dünnt die Führung aus. Foto: dpa

Die Wartungstochter Lufthansa Technik (LHT) verkleinert im Zuge ihres Sparprogramms in der Coronakrise den Vorstand von vier auf drei Personen. Neben CEO Johannes Bußmann und COO Sören Stark werde als dritter Posten das Ressort Finanzen und Personal neu besetzt.

Die bisher dafür zuständigen Vorstände Constanze Hufenbecher und Antonio Schulthess verlassen das Unternehmen zum Jahresende, ihre operativen Aufgaben werden dem Chief Operating Officer zugeschlagen. Detlef Kayser, Mitglied des Lufthansa-Konzernvorstands und zugleich Aufsichtsratschef der Tochter Lufthansa Technik, dankte den beiden für ihre bisherige Arbeit. Das Kontrollgremium bedauere, dass man zwei exzellente und erfolgreiche Führungskräfte im Zuge der Umstrukturierung verliere.

Lufthansa Technik muss wie alle Bereiche von Lufthansa, die mit Staatshilfe in Höhe von neun Milliarden Euro vor der Insolvenz gerettet wurde, die Kosten drücken und Stellen reduzieren – auch auf der Führungsebene. Die Lufthansa-Gruppe streicht bis zu 27.000 Vollzeitstellen und baut ein Fünftel der Managementpositionen ab.

Weil der Luftverkehr wegen der zahlreichen Reisebeschränkungen und der wieder rasant steigenden Infektionszahlen weiterhin am Boden ist, werden auch weniger Flugzeuge gewartet. Die Spitze von Lufthansa Technik um CEO Johannes Bußmann ist deshalb dabei, den Ableger neu auszurichten. Wie genau die LHT künftig aussehen wird, ist noch nicht bekannt. Auch muss das Management bei solchen Maßnahmen die Arbeitnehmervertreter einbinden.

Gleichzeitig ist weiter offen, wie die Eigentümerstruktur von LHT in Zukunft aussehen wird. Der Ableger gilt als eine der Perlen im Lufthansa-Konzern. Konzernchef Carsten Spohr hatte zuletzt betont, dass der Verkauf einer Minderheit an LHT an einen Investor möglich sei. Dagegen hatte Lufthansa-Aktionär Heinz Hermann Thiele – er ist nach der Bundesregierung der zweitgrößte Anteilseigner der Airline-Gruppe – wiederholt den Verkauf einer Mehrheit an LHT gefordert, um die Sanierung des Konzerns finanziell abzusichern. So sei ein besserer Preis zu erzielen.