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Lufthansa streicht noch mehr Stellen als geplant und mustert den A380 aus

·Lesedauer: 3 Min.
Stillgelegte Lufthansa-Maschinen
Stillgelegte Lufthansa-Maschinen

Lufthansa verschärft in der Corona-Krise den Sparkurs: Wie der Konzern am Montag mitteilte, sollen angesichts der unerwartet schwachen Nachfrage noch mehr Stellen als bislang geplant wegfallen. Eine genaue Zahl nannte das Unternehmen jedoch nicht. Zudem sollen 150 Flugzeuge und damit deutlich mehr als zunächst vorgesehen stillgelegt werden. Das Großraumflugzeug Airbus A380 wird demnach ganz ausgemustert. Kritik an den Plänen kam von der Gewerkschaft Verdi.

Das Luftfahrtunternehmen kündigte die weiteren Einschnitte nach einer Vorstandssitzung am Montag an. Wegen der anhaltenden Corona-Folgen übersteige der Personalüberhang die bislang angegebenen 22.000 Vollzeitstellen. "Die Anpassung der dauerhaften Personalstärke in den Flugbetrieben wird an die weitere Marktentwicklung angepasst", erklärte der Konzern.

Lufthansa kündigte Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern über den anvisierten Stellenabbau an. Dabei will die Konzernspitze nach eigenen Angaben Krisenpakete mit den Tarifpartnern vereinbaren, die die Anzahl der betriebsbedingten Kündigungen begrenzen sollen.

Weitere Einschnitte sind auch bei der Lufthansa-Flotte geplant. Ab Mitte des Jahrzehnts sollen 150 Flugzeuge dauerhaft stillgelegt werden. Nach ursprünglichen Plänen sollte die Flotte nur um 100 Flugzeuge verkleinert werden. Mit den zusätzlichen Stilllegungen werden nochmal weniger Piloten und Flugbegleiter gebraucht.

Der verschärfte Sparkurs bedeutet überdies das Ende des Großraumflugzeugs Airbus A380. Bereits im Frühjahr waren sechs Maschinen dieses Typs dauerhaft außer Dienst gestellt worden. Die acht verbleibenden A380 sowie zehn Flugzeuge vom Typ A340-600 werden nun stillgelegt. Sie würden nach Konzernangaben im Falle einer unerwartet schnellen Markterholung wieder reaktiviert werden können. Die restlichen sieben Airbus A340-600 werden endgültig außer Dienst gestellt.

Gespart werden soll zudem beim Führungspersonal: Im ersten Quartal 2021 soll die Zahl von Leitungspositionen um 20 Prozent sinken.

Die Aussichten für den internationalen Luftverkehr hätten sich in den vergangenen Wochen deutlich eingetrübt, begründete der Konzern die Schritte. Derzeit verliere der Konzern monatlich 500 Millionen Euro. Mit dem Ende der Sommerreisezeit gingen Passagier- und Buchungszahlen wieder zurück, nachdem in den Monaten Juli und August noch "leichte Erholungstendenzen" spürbar gewesen seien. 

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi kritisierte die erneute Erhöhung der Personalabbauzahlen. "Allen ist klar, dass es ohne Einschnitte in der Lufthansa nicht weitergeht. Doch es ist auch klar, dass weiterhin zukunftsweisende Konzepte fehlen", erklärte Mira Neumaier, Verdi-Fachgruppenleiterin Luftverkehr. Alleine mit Beschäftigungsabbau werde das Unternehmen nicht gerettet. Lufthansa müsse zudem Perspektiven zum sozialverträglichen Arbeitsplatzabbau in Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern aufzeigen.

Verdi und Lufthansa hatten vergangenen Monat ihre Verhandlungen über ein Krisenpaket abgebrochen. Mit den Flugbegleitern und der Pilotengewerkschaft einigte sich die Lufthansa dagegen auf ein Sparpaket. Betriebsbedingte Kündigungen von Piloten sind damit bis Ende März ausgeschlossen. Im mit den Flugbegleitern vorgesehenen Paket ist ein vierjähriger Kündigungsschutz enthalten. Die Lufthansa hatte von der Bundesregierung Milliardenhilfen in der Corona-Krise erhalten.

Wegen der anhaltenden Pandemie gerät auch die Fluggesellschaft Air France-KLM weiter unter Druck. Die staatlichen Hilfen für die Fluggesellschaft reichen nach Angaben ihres Chefs Benjamin Smith nur "für weniger als ein Jahr", um den Konzern am Leben zu halten. Smith sagte der französischen Zeitung "L'Opinion", wenn die Entwicklung so weitergehe wie in den vergangenen Wochen, "dann ist klar, dass die Erholung im Luftverkehr langsamer als erwartet sein wird". 

Als die Staatshilfen beschlossen wurden, sei Air France-KLM davon ausgegangen, erst 2024 wieder das Niveau von 2019 zu erreichen, führte Smith aus. Frankreich stellte dem Konzern sieben Milliarden Euro zur Verfügung, die Niederlande weitere 3,4 Milliarden Euro - großteils als Kredit. Smith sagte, sein Unternehme spreche bereits mit den Anteilseignern über eine weitere "Unterstützung".

muk/jm