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Mehr Passagiere, mehr Buchungen: Lufthansa halbiert Verlust im zweiten Quartal

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Lufthansa-Maschinen in Berlin

Die Lufthansa ist auf dem Weg aus der Krise: Dank steigender Passagierzahlen und Buchungen konnte Deutschlands größte Fluggesellschaft ihren Verlust im zweiten Quartal halbieren. Er sank von minus 1,5 Milliarden Euro auf minus 756 Millionen Euro, wie die Lufthansa am Donnerstag mitteilte. Sie erwartet eine weiter positive Entwicklung - die Kapazität wird ihrer Einschätzung nach im Gesamtjahr 2021 aber nur 40 Prozent des Vorkrisenniveaus erreichen.

"Der Wunsch nach Reisen ist bei den Menschen ungebrochen", betonte die Airline. Sie erwartet, dass im zweiten Halbjahr die Nachfrage im touristischen Europaverkehr steigen und der Geschäftsreiseverkehr sich zunehmend erholen wird. Für die Langstrecke habe die Lufthansa ihr Angebot weiter ausgebaut, sie erwartet eine zunehmende Öffnung der Märkte. "Flugreisen nach Nordamerika etwa sollten ab Spätsommer wieder möglich sein und gegen Jahresende schrittweise auch wieder Richtung Asien."

Entsprechend rechnet die Lufthansa damit, dass sie im laufenden dritten Quartal von Juli bis Ende September "den operativen Mittelabfluss stoppen" und ein positives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erwirtschaften kann. Im Gesamtjahr erwartet die Lufthansa einen weiteren Anstieg ihres Umsatzes und eine Verringerung ihres Verlusts.

Im zurückliegenden zweiten Quartal von April bis Ende Juni stieg der Umsatz im Vorjahresvergleich um 70 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Die Airlines des Konzerns transportierten in dem Zeitraum sieben Millionen Fluggäste - das entsprach 18 Prozent des Vorkrisenniveaus. Die Kapazität gemessen an Personenkilometern erreichte laut Lufthansa 29 Prozent des Vorkrisenniveaus.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr würdigte die "großen Anstrengungen" aller "Lufthanseatinnen und Lufthanseaten weltweit" bei der Senkung der Kosten in allen Bereichen. Dadurch habe die Lufthansa im zweiten Quartal "erstmalig seit Beginn der Pandemie wieder einen positiven Cashflow erwirtschaften" können. "Dass uns dabei bislang über 30.000 Kolleginnen und Kollegen verlassen haben, schmerzt uns alle, ist aber für die nachhaltige Rettung der über 100.000 verbliebenen Arbeitsplätze unausweichlich." Der Konzern sparte damit schon über 1,1 Milliarden Euro ein.

In Deutschland hätten den Konzern bereits 3000 Beschäftigte verlassen, 2000 weitere hätten einen Aufhebungsvertrag unterschrieben. "Weitere 5000 müssen uns noch verlassen", sagte Spohr in einer Telefonkonferenz. Er hoffe, dass die Lufthansa dabei ohne unfreiwillige Kündigungen auskommen werde.

Finanzvorstand Remco Steenbergen erklärte, die Vorbereitungen für eine Kapitalerhöhung zur Rückzahlung der Staatshilfen liefen. In der Telefonkonferenz sagte er, die Summe werde "deutlich" unter drei bis vier Milliarden Euro liegen. Lufthansa hatte 2020 insgesamt neun Milliarden Euro bekommen, Stand Anfang Juni hatte der Konzern laut Vorstandsmitglied Harry Hohmeister 2,3 Milliarden abgerufen und eine Milliarde Euro bereits wieder zurückgezahlt.

ilo/hcy

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