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Lufthansa und Flugbegleiter beenden Dauer-Tarifkonflikt

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Wiesbaden (dapd). Die Lufthansa hat Konflikt mit der Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO mit einer umfassenden Neuregelung des Tarifgefüges gelöst. Die rund 18.000 Flugbegleiter bekommen im nächsten Jahr in der Summe 4,6 Prozent mehr Geld, wie Schlichter Bert Rürup am Dienstag in Wiesbaden erklärte.

Dafür musste die Gewerkschaft einer Nullrunde 2014, flexibleren Arbeitszeiten und einer Abflachung der Gehaltssteigerungen erfahrener Mitarbeiter zustimmen. Die Lufthansa hat Mehrkosten von 33 Millionen Euro zu tragen.

"Ich verhehle nicht, dass sowohl die Lufthansa (Xetra: 823212 - Nachrichten) als auch die UFO es sich nicht leicht gemacht haben, die Einigung anzunehmen", sagte Schlichter Rürup. Das sei ein Zeichen dafür, dass der Kompromiss ausgewogen sei. Der mehr als ein Jahr dauernde Tarifkonflikt hatte zu Streiks und Flugausfällen geführt, erst mithilfe Rürups konnten die Beteiligten ihre verflochtenen Forderungen in einem Gesamtpaket zur Einigung bringen.

Die Flugbegleiter konnten durchsetzen, dass Mitarbeiter, die zur Lufthansa-Billigtochter Germanwings wechseln, ihr bisheriges Gehalt behalten können. Außerdem gilt bis zum Auslaufen des Tarifvertrags Ende 2014 ein Kündigungsschutz.

Anfänger profitieren besonders von neuen Tarifen

Alle Mitarbeiter bekommen einmalig 320 Euro (Vollzeit). Hinzu kommen Zahlungen, die abhängig von der bisherigen Gehaltsstufe sind. Grundsätzlich gilt: Je weniger die Mitarbeiter bisher bekamen, desto höher fällt der Anstieg aus. Für Niedrigverdiener können es den Angaben zufolge bis zu 18 Prozent sein, während Beschäftigte in den höchsten Entgeltstufen nur 1,5 Prozent bekommen.

Zu Beginn einer Lufthansa-Karriere bekommen die Flugbegleiter künftig deutlich mehr Geld. So steigt das bisherige Einstiegsgehalt von 1.533 im neuen Tarifsystem auf 1.670 Euro, wie die Verhandlungspartner erklärten. Nach fünf Jahren verdienen die Beschäftigten künftig 2.050 statt 1.733 Euro.

"Jeder Lufthansa-Mitarbeiter kann von seinem Gehalt leben", sagte UFO-Chef Nicoley Baublies. "Das war bisher nicht der Fall." Der UFO-Vorstand wolle die Einigung annehmen. Formell das letzte Wort hätten aber die Flugbegleiter in einer Urabstimmung, sagte der Gewerkschaftsführer.

Nachteile hat die neue Gehaltstabelle aber für Mitarbeiter, die lange bei der Lufthansa bleiben. Ihre Gehälter steigen langsamer als bisher. Die Lufthansa erreicht außerdem, dass wegen des Personalüberhangs die Arbeitszeit und damit das Gehalt um fünf Prozent reduziert werden kann. Die Airline bekommt auch mehr Möglichkeiten, ihre Mitarbeiter in den regen Sommermonaten viel und in den Wintermonaten wenig einzusetzen.

Beitrag zum Sparprogramm erbracht

Lufthansa-Vorstand Peter Gerber, der für die Airline die Verhandlungen geführt hatte, zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden. Die Flexibilisierung und die Nullrunde 2014 führten dazu, dass der Beitrag zum Lufthansa-Sparprogramm "Score" erbracht sei, mit dem der Konzern die Kosten dauerhaft um 1,5 Milliarden Euro senken will. "Aber natürlich ist der Kompromiss für die Lufthansa ein sehr schmerzlicher", sagte Gerber. Im Gegenzug habe die Lufthansa nun Planungssicherheit bis Ende 2014.

Die Einigung sieht vor, dass die Lufthansa bis 2016 auf den Einsatz von Leiharbeitsfirmen verzichtet. Für bisherige Mitarbeiter bestehen die bisherigen Gehaltsmodelle weiter.

dapd