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Luftfahrtbehörden halten den Dreamliner weltweit am Boden

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Tokio (dapd). Die Pannenserie bei Boeings 787 Dreamliner droht zu einem Debakel für das Image des US-Flugzeugherstellers zu werden. Nach den USA haben auch die Luftfahrtbehörden in Europa, Indien, Chile und Japan ein Startverbot für das neueste Flugzeug von Boeing (NYSE: BA - Nachrichten) ausgesprochen. Damit sind fast alle der bislang 50 ausgelieferten Dreamliner vorerst aus dem Verkehr gezogen.

Die US-Luftfahrtbehörde FAA machte am Mittwoch (Ortszeit) den Anfang und ordnete an, sämtliche Maschinen in den USA müssten wegen der zuletzt mehrfach aufgetretenen Probleme mit den Bordbatterien systematisch überprüft werden. Die Agentur warnte vor möglichen Bränden durch Batteriedefekte. Das Startverbot soll demnach gelten, bis alle Risiken ausgeräumt sind.

Damit löste die FAA eine Kettenreaktion aus. Als erste reagierten die indische und die chilenische Luftfahrtbehörde. Die Fluggesellschaft Air India, die sechs 787 Dreamliner betreibt, strich am Donnerstag alle Flüge mit Maschinen des neuen Boeing-Typs. Nach einem Bericht der britischen BBC kündigte auch die chilenische Fluggesellschaft LAN an, alle Dreamliner-Flüge nach Absprache mit der nationalen Luftverkehrsbehörde zu streichen.

Die Europäische Agentur für Luftsicherheit EASA in Köln folgte am Donnerstagmorgen ebenfalls der Direktive der FAA. In Europa hat bisher nur die polnische Fluggesellschaft LOT zwei Dreamliner im Einsatz.

Boeing-Chef bekräftigt Sicherheit des 787 Dreamliners

Die meisten der 50 ausgelieferten Maschinen werden von japanischen Fluggesellschaften betrieben. All Nippon Airways (ANA, 17 Flugzeuge) und Japan Airlines (sieben Flugzeuge) stoppten noch am Mittwoch freiwillig ihre Flüge mit dem Dreamliner. Die nationale Luftfahrtbehörde sprach wenig später auch ein Startverbot aus. Insgesamt hat Boeing für seinen neuesten und technisch anspruchsvollen Flieger fast 800 Aufträge von Airlines aus aller Welt erhalten. Nun drohen möglicherweise Produktionsverzögerungen.

Wegen Batterieproblemen musste ein Dreamliner von All Nippon Airways in Takamatsu notlanden, weil eine schmorende Batterie zu Brandgeruch an Bord geführt hatte. Das japanische Verkehrsministerium bewertete die Notlandung als "schwerwiegenden Vorfall", der zu einem Unglück hätte führen können. Bei einer näheren Untersuchung stellten die Behörden fest, dass entflammbare Flüssigkeit aus der Lithium-Ionen-Hauptbatterie unter dem Cockpit ausgetreten war. Sachverständige fanden zudem Brandspuren. Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo News berichtete unter Berufung auf das Verkehrsministerium, dass die Flüssigkeit durch die Bodenabdeckung hindurch bis an die Außenseite des Fliegers gelangt sei.

Der Präsident des US-Flugzeugbauers Boeing erklärte in einer Stellungnahme, sein Unternehmen arbeite rund um die Uhr mit den zuständigen Behörden zusammen: "Wir sind überzeugt, dass die 787 sicher ist", sagte Jim McNerney. Der Chefingenieur des Dreamliners, Mike Sinnett, hatte vergangene Woche noch betont, dass die Flugzeugbatterien über 1,3 Millionen Stunden hinweg getestet worden seien und niemals Schwierigkeiten gemacht hätten. Zudem gebe es gleich mehrere Sicherheitsmechanismen, damit "Batterieversagen nicht das ganze Flugzeug in Gefahr bringt".

Japanischer Batterie-Hersteller will Ursache ermitteln

Der erst 2011 in Dienst gestellte Dreamliner ist das prestigeträchtigste Projekt des Airbus (Paris: NL0000235190 - Nachrichten) -Konkurrenten aus den USA. Die Maschine ist zu großen Teilen aus leichten Karbonfasern gebaut und gilt daher als sparsam im Spritverbrauch - ein Hauptgrund für die große Nachfrage. Allerdings kam es schon vor dem Jungfernflug immer wieder zu technischen Problemen. Schon 2012 waren mehrmals Probleme gemeldet worden, zuletzt sorgten dann binnen kürzester Zeit Treibstofflecks, eine gesprungene Cockpit-Scheibe und ein weiterer Batteriebrand für Aufsehen. Betroffen war in allen Fällen die Fluggesellschaft All Nippon Airways.

Auch der japanische Hersteller der Batterien des Dreamliners, GS Yuasa, muss sich nun Fragen zu seinem Produkt stellen. Der Konzern teilte mit, er arbeite eng mit den Ermittlern zusammen, um die Ursache des Defekts herauszufinden.

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