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London: Keine Impf-Liefersorgen - aber Kritik an deutschen Medien

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LONDON (dpa-AFX) - Trotz der Ankündigung der Europäischen Union, alle Ausfuhren von Corona-Impfstoffen zu erfassen und zu genehmigen, hat die britische Regierung keine Angst vor Lieferengpässen. "Ich bin zuversichtlich, dass der Pfizer-Impfstoff geliefert wird", sagte der zuständige britische Staatssekretär Nadhim Zahawi am Dienstag dem Sender Sky News. Der US-Konzern, der zusammen mit dem deutschen Unternehmen Biontech ein Impfstoff entwickelt hat, habe die vereinbarten Lieferungen immer eingehalten. "Sie werden dies auch weiterhin tun", sagte Zahawi. Das Unternehmen habe die gerechte Versorgung der ganzen Welt versprochen. "Ich bin sicher, dass sie an die Europäische Union, das Vereinigte Königreich und an den Rest der Welt liefern werden."

Großbritannien hat bei mehreren Unternehmen insgesamt 367 Millionen Impf-Dosen gegen das Coronavirus bestellt. "Ich bin zuversichtlich, dass wir unser Ziel erreichen und bis Herbst die gesamte erwachsene Bevölkerung geimpft haben werden", sagte Zahawi. Hintergrund der EU-Ankündigung ist ein Streit mit dem britisch-schwedischen Hersteller Astrazeneca, der vorerst weniger Impfstoff an die EU liefern will als zugesagt.

In Großbritannien ist allerdings der Ärger über deutsche Medienberichte groß, denen zufolge das Mittel bei Menschen über 65 Jahren nur eine Wirksamkeit von acht Prozent habe. "Keine Ahnung, wo die Zahl herkommt", zitierte das Online-Portal "Politico" aus Regierungskreisen in London. Vielleicht sei die Zahl vertauscht worden: "Acht Prozent ist der Anteil der über 65-Jährigen, die an der Studie teilgenommen haben, aber nicht die Wirksamkeit", so "Politico" weiter. Ein anderer ranghoher Mitarbeiter des Regierungsapparats nannte die Berichten demnach "unbegründet und falsch", eine dritte Quelle betonte, solche Angaben seien eher von der russischen Propaganda erwartet worden als von deutschen Medien. Astrazeneca wies die Berichte als "komplett falsch" zurück.