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LNG aus Russland: Europa importiert das verflüssigte Erdgas auf Rekordniveau

Ein russischer LNG Tanker (Symbolbild). - Copyright: picture alliance/dpa/TASS | Sergei Krasnoukhov
Ein russischer LNG Tanker (Symbolbild). - Copyright: picture alliance/dpa/TASS | Sergei Krasnoukhov

Seit Ausbruch des Ukraine-Krieges bemühen sich die EU-Länder, unabhängig von russischer Energie zu sein. Dazu zählen Maßnahmen, wie das in Kraft getretene Öl-Embargo. Und auch beim Gas, schreibt das "Handelsblatt", seien über die Pipelines nur 60 Milliarden Kubikmeter statt wie zuvor noch 113 Milliarden geliefert worden. Anders sieht die Sache aber bei LNG aus, also dem flüssigen Erdgas.

Laut einer Analyse des Marktforschungsunternehmen Icis, die dem "Handelsblatt" vorliegt, geht hervor, dass im November 2022 die EU und Großbritannien im Vergleich zum Vorjahr rund 21 Prozent mehr LNG aus Russland eingekauft haben. Europas LNG-Importe steigen somit auf ein Rekordhoch. Während zwischen Januar und November 2021 insgesamt 15 Milliarden Kubikmeter an die EU geliefert worden sind, beläuft sich die Zahl 2022 nun auf rund 18 Milliarden Kubikmeter.

Trotz des Anstiegs bleiben dennoch die USA, Katar, Nigeria und Algerien die LNG-Hauptlieferanten der EU.

Deutschland scheint von den Lieferungen zu profitieren

„13 Prozent der europäischen LNG-Importe kommen aktuell aus Russland – und die Menge wächst stark“, erklärt Icis-Analyst Andreas Schröder dem „Handelsblatt“. Wie viel genau an russischem LNG nach Deutschland kommt, ist allerdings nicht ganz nachzuverfolgen.

Obwohl Deutschland aktuell über kein aktives LNG-Terminal verfügt, wird das Flüssigerdgas aus Nachbarländern wie Frankreich, Belgien und den Niederlanden in die Bundesrepublik importiert. Deshalb ist es wahrscheinlich, dass auch Deutschland von dem russischen Erdgas profitiert. Die Bundesrepublik plant mehrere schwimmende LNG-Terminals in den kommenden Wochen und Monaten in Betrieb zu nehmen, darunter das erste in Wilhelmshaven.

zb