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LIVE: Coronastudien, fünf Wechsel, Hygiene - alles zum DFL-Plan

SPORT1
·Lesedauer: 6 Min.

Fan-Rückkehr in der Bundesliga ja oder nein? Das ist die zentrale Frage, die es zwei Wochen vor dem Start in die neue Saison zu lösen gilt.

RB Leipzig bekam am Dienstag grünes Licht für die Zulassung von 8500 Fans für den Ligastart gegen Mainz 05 am 20. September.

Der erfolgreiche Vorstoß der Sachsen erhöhte vor der DFL-Mitgliedersammlung am Donnerstag den Entscheidungsdruck bezüglich einer ligaweit einheitlichen Regelung. Das regional unterschiedlich stark ausgeprägte Infektionsgeschehen und die dadurch stark variierenden behördlichen Vorgaben erschweren allerdings diese Absichten. (Fan-Rückkehr: Das planen die Klubs)

Am vergangenen Donnerstag hatten der Bund und die Länder noch beschlossen, bis mindestens Ende Oktober im Grundsatz keine Zuschauer im Profisport zu erlauben. Großveranstaltungen, bei denen die Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregeln nicht möglich sind, bleiben sogar mindestens bis Jahresende untersagt.

Doch das Konzept von RB Leipzig bekam trotzdem grünes Licht. Bei anderen Klubs sieht es jedoch anders aus, da jeweils die regionalen Behörden entscheiden. Es droht ein Zuschauer-Chaos zum Bundesliga-Start. Christian Seifert erklärt den Plan der DFL bezüglich der Fan-Rückkehr in die Stadien.

Außerdem beriet die Mitgliederversammlung über ein angepasstes Hygienekonzept und beschloss, dass zur kommenden Saison weiter fünf Auswechslungen erlaubt sein sollen.

SPORT1 hat die Pressekonferenz zu DFL-Mitgliederversammlung zum Nachlesen.

>>> Hier aktualisieren <<<

+++ Die Pressekonferenz ist beendet +++

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

+++ Seifert über private Verstöße der Spieler +++

Auf SPORT1-Nachfrage: "Es ist ein bisschen schwierig, zu erklären. Das Konzept der vergangenen neun Spieltage wurde vom Arbeitsministerium freigegeben. Gegenstand war eine Woche vor Spielbetrieb Vollquarantäne der Mannschaft. Dagegen wurde zweimal verstoßen, das konnten wir sanktionieren, weil es Teil des Gesamtkonzepts war. Jetzt haben wir keine ausdrückliche Genehmigung mehr, weil neue generelle Regelungen für den Arbeitsschutz gelten. Dafür ist der Arbeitgeber zuständig. Würde es in der Kabine oder auf dem Trainingsgelände einen Verstoß geben, der sich auf den Spielbetrieb oder die Satzung bezieht, kann die DFL sanktionieren. Wenn ein Spieler vor dem Spiel zum Friseur geht, muss das ein Verein sanktionieren wie zum Beispiel das Feiern vor einem Spiel bis in die Morgenstunden."

+++ Seifert über Fans in Stadien +++

"Die Entscheidung geht mit der aktuellen Lage in Sachsen einher. Man muss aufpassen, dass man die Zügel nicht überall, sondern an der richtigen Stelle anzieht. Sonst schwindet vielleicht die Akzeptanz. Politiker versuchen Bedacht, das Richtige zu tun. Wir haben ein föderales System. Wenn Sachsen das entscheidet, finde ich das mutig. Es ist genau der besonnene Umgang an diesem Standort. Wir müssen höllisch aufpassen, dass dieses Land nicht in Schreckstarre verfällt. Irgendwann muss das Land wieder anlaufen. Wenn es im Sport dazu gehört, dass in einem Stadion mit 45.000 Zuschauer 8500 Zuschauer hineindürfen, finde ich das in dem Zusammenhang den richtigen Schritt. Wenn wir allgemeine Lösungen finden würden, fände ich das noch besser. Das gilt auch für andere Sportarten. Meine Kollegen im Eishockey, Basketball, Handball, Volleyball kämpfen in den nächsten Monaten um ihre blanke Existenz und viele Einzelsportarten auch"

+++ Seifert über mögliche Wettbewerbsverzerrung +++

"Das war heute kein Thema. Das trifft für mich auch nicht den Kern. Der Wettbewerb findet immer noch unter so außergewöhnlichen Bedingungen statt, dass ich es für übertrieben finde, von Wettbewerbsverzerrung zu sprechen. Wenn Sie so wollen, findet dann ja auch jede WM oder EM als Wettbewerbsverzerrung statt, da gibt es ja immer ein Heimteam. Wenn irgendwann allerdings eine Mannschaft mit 50.000 Zuschauern wird und eine andere mit null, dann hat das einen Wettbewerbseffekt. Wir müssen aufpassen, dass es nicht dazu kommt."

+++ Seifert über die Fan-Thematik +++

"Aus der Politik kommen unterschiedliche Signale. Für uns ist der Beschluss vom 27. August keine generelle Absage gewesen. Die Beschlüsse aus Sachsen nehmen wir wahr. Grundsätzlich begrüßen wir es als Bundesliga, das bundesweit einheitliche Regelungen getroffen werden sollen und werden uns daran gerne beteiligen. Für uns gelten aber erstmal die Vorgaben der zuständigen Behörden. Wenn die Behörden das bei Spielen von RB Leipzig 8500 Zuschauer ins Stadion können, ist das eine Entscheidung, die die Politik getroffen hat."

+++ Seifert über Testkapazitäten +++

"Es wurde immer wieder behauptet, wir würden Menschen Tests wegnehmen, das ist eine Falschbehauptung. Der gesamte Spielbetrieb der Bundesliga und 2. Bundesliga von Mai bis Juni hat etwas 28.000 Test benötigt. Wir waren zu keinem Zeitpunkt annähernd in einer Situation, jemandem Test wegzunehmen. Die aktuelle Situation ist eine andere. In der vergangenen Woche etwa 980.000 Test absolviert wurden. Dort wurde aufgerufen, das Testverhalten stärker zuzuschneiden. Das Testvolumen in Deutschland liegt bei 1,2 Millionen pro Woche. Was die Menge angeht, befürchte ich für die Bundesliga keine Engpässe. Insgesamt reden wir von drei bis dreieinhalbtausend Tests pro Woche."

+++ Seifert über die Studien +++

Auf SPORT1-Nachfrage: "Wir werden uns kostentechnisch im siebenstelligen Bereich beteiligen. Manche Studien sind schon fertig konzipiert, andere sind noch in Bearbeitung. Wenn wir am 18.9 mit dem Spielbetrieb starten, gehen wir davon aus, so schnell wie möglich die ersten Ergebnisse vorlegen zu können. In einer separaten Veranstaltungen werden wir dazu zu gegebener Zeit Einblicke gewähren."

+++ Seifert appelliert an die Fans +++

"Was mir am Herzen liegt: Viele Menschen haben in den vergangenen Monaten mit großer Disziplin einiges durchgemacht. Deutschland ist besser als viele andere Länder durch die Krise gekommen. Dabei ging es auch immer darum, richtige Zeichen zu setzen. Denn Zeichen bedeuten Orientierung. Natürlich kann man sich Fragen, ob es das falsche Zeichen ist, Zuschauer wieder zuzulassen. Vielleicht wäre das aber auch ein ganz wichtiges und positives Zeichen: Nämlich, dass sich tausende Menschen sehr wohl an Hygieneregeln halten wollen und können. Natürlich darf man nicht leichtsinnig werden. Aber die Angst darf uns nicht lähmen und diese sollten wir auch nicht schüren."

+++ Seifert über die Beschlüsse - weiter fünf Auswechslungen +++

"Das Hygienekonzept wurde von allen Vereinen der 1. und 2. Bundesliga einstimmig bis zum Saisonende bestätigt. Verstöße sind dadurch durch die DFL sanktionierbar, allerdings betrifft das nicht das Privatleben der Spieler. Alle Klubs haben aufgrund des im Juli veröffentlichten Leitfadens inzwischen Unterlagen erarbeitet und sind mit den Behörden in Kontakt. Des Weiteren haben die Vereine beschlossen, auch in der kommenden Saison an fünf Auswechslungen festzuhalten. Auch in der kommenden Möglichkeiten kann ein Spiel aus sicherheitstechnischen, zwingenden rechtlichen oder organisatorischen Gründen kurzfristig in einem anderen Stadion austragen zu können. Außerdem intensivieren DFL und DFB ihre Zusammenarbeit in puncto Stadionrückkehr der Zuschauer und werden dazu drei Studien begleiten. Dabei geht es unter anderem um Ansteckungsmöglichkeiten bei Zuschauerszenarien."

+++ Seifert über die kommende Saison +++

"Corona wird uns auch in der kommenden Saison begleiten. Die Organisation und Umsetzung wird komplizierter, als das nach dem Restart der Fall war. Denn neben der Bundesliga stehen auch internationale Spiele in Ländern an, die eventuell auch Risikogebiete sind. "Man muss kein Philosoph und kein Prophet sein, um die Aussage zu treffen, dass dies die anspruchsvollste und schwierigste Spielzeit des professionellen Fußballs in Deutschland wird. Es gehört viel Mut und Besonnenheit dazu, diese Saison überhaupt zu starten, aber auch den Mut, Pläne anzupassen."

+++ Seifert ist da +++

Es geht los.

+++ Herzlich Willkommen +++

Christian Seifert wird in wenigen Minuten auf dem Podium Platz nehmen. Gleich geht es los.

+++ Leipzig erhält grünes Licht für 8500 Zuschauer +++

Ausgerechnet der von vielen Anhängern als Retortenklub verspottete Bundesligist will den Weg für eine Zuschauer-Rückkehr ebnen. Die Sachsen planen für ihren Liga-Auftakt am 20. September gegen den FSV Mainz 05 mit 8500 Besuchern und haben für ihr Konzept bereits die Freigabe des Gesundheitsamtes erhalten.